Gelegentliches Husten kann auch bei Katzen vorkommen und muss nicht unbedingt krankhaft sein. Zum Beispiel das Einatmen von Fremdkörpern wie Staub oder Schmutzpartikel kann einen Hustenreiz auslösen. Auch ein im Hals stecken gebliebener Grashalm oder ähnliches kann Auslöser für einen Hustenreiz sein, welcher dem Zweck dient, sich des Fremdkörpers zu entledigen. Ebenfalls einen gelegentlichen Husten auslösen können leicht allergen wirkende Stoffe.
Dauert der Husten jedoch mehrere Tage an oder ist er gar mit Auswurf verbunden, sollte ein Tierarzt aufgesucht und eine gründliche Untersuchung durchgeführt werden. Besonders dann, wenn das Tier im Allgemeinbefinden beeinträchtig ist. Hier kann nämlich ein Atemwegsinfekt vorliegen, der schnell eine Bronchitis nach sich ziehen kann. Eine solche unbehandelt zu lassen, könnte eine dauerhafte Schädigung der Lunge zur Folge haben.
Erreger einer Infektion der Atemwege können viraler, bakterieller sowie auch parasitärer Natur sein. Auch ein Allergiegeschehen muss bei der Diagnosestellung in Erwägung gezogen werden, ebenso wie ein asthmatisches Geschehen. Schwieriger wird es, wenn die Ursache tumoröser Natur ist: auch Tumore im Bereich der Brust oder der Lunge können natürlich Husten verursachen. Desweiteren sollte das Herz in die Untersuchung einbezogen werden, da mitunter ein durch einen Herzfehler ausgelöstes Lungenödem (Wasseransammlung) Verursacher des Hustens sein könnte. Eine Röntgenaufnahme des Thorax kann somit für die korrekte Diagnosestellung sehr hilfreich sein.
Der akute Husten einer Bronchitis wird in der Regel mit einer kurzzeitigen Antibiotika-Gabe therapiert. Handelt es sich um chronisches Asthma, wird vermutlich eine langfristige Kortisongabe erforderlich. Allerdings sollte man hier nicht auf die übliche systemische Behandlung mittels Tabletten (Prednisolon) oder per Injektion von Langzeitkortisonen zurückgreifen, sondern eine inhalative Therapie vorziehen. Diese wirkt lokal just dort, wo sie benötigt wird, ohne das Körpersystem zu belasten und Nebenwirkungen wie z.B. die Entwicklung eines Diabetes zu erzeugen!
Die inhalative Therapie des Felinen Asthmas erfolgt mittels des AeroKat, eines Inhalators für Katzen, auf welchen ein herkömmliches Kortison-Aerosol aus der Humanmedizin (z.B. Flutide) und bei Bedarf ebenso ein Bronchodilatator (entkrampft und erweitert im akuten Asthmaanfall die Atemwege, z.B. Sultanol) aufgesteckt wird. Am anderen Ende des Inhalators befindet sich eine weiche Gummimanschette, welche über Nase und Maul der Katze gestülpt wird, während der Sprühstoß abgesetzt wird. Die Katze atmet den Wirkstoff ein, welcher mit der Atemluft direkt in die Bronchialgänge befördert wird und dort unmittelbar anschlagen kann:
Der AeroKat ist einfach zu handhaben und die Tiere gewöhnen sich - wie ich aus eigener Erfahren berichten kann - sehr gut an die Behandlung! Zu beziehen ist der aus England stammende Inhalator zwar schon seit einiger Zeit in Deutschland, anfangs jedoch nur auf tierärztliches Rezept. Inzwischen ist der Inhalator freiverkäuflich im Internet zu erwerben: Bezugsquelle Das benötigte Aerosol hingegen ist selbstverständlich weiterhin rezeptpflichtig und muss somit vom Tierarzt verordnet werden. Da die Existenz des AeroKat aber längst nicht zu allen Tierärzten durchgedrungen ist, liegt es beim Patientenbesitzer, den Tierarzt auf diese Therapie anzusprechen (ihn ggf. mit Informationen zu versorgen) und auf diese Vorgehensweise zu bestehen, auch wenn der Tierarzt ihrer bisher nicht kundig war.
Als wir die Therapie mit dem AeroKat begonnen haben, war dieser weder bei unserem Haustierarzt noch bei dem Kardiologen, in dessen Behandlung unser Kater war, bekannt. Der Kardiologe diagnostizierte neben der HCM des Katers ein asthmatisches Geschehen und riet uns zur Prednisolongabe. Da wir bereits über einen AeroKat verfügten, klärten wir ihn über diesen auf und baten um ein Rezept für Flutide. Er studierte die Infos und war sehr angetan von dieser Möglichkeit der inhalativen Therapie, welche er seitdem auch anderen Patientenbesitzern empfiehlt. Also scheut Euch nicht, der systemischen Behandlung mit Prednisolon bzw. Langzeitkortison zu widersprechen und Euren Tierarzt über die nebenwirkungsärmere inhalative Therapie zu informieren!