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(Quelle: Die Broschüre “Erste Hilfe für Hund und Katze”, © Ein Herz für Tiere,
Mit freundlicher Genehmigung der Herausgeber. Illustrationen von Florian Burkholder)

Vorbeugung

Viele Notfälle lassen sich vermeiden, indem man mögliche Gefahrenquellen ausschließt:
Daß zum Beispiel die Tiere im Sommer nichts in parkenden Autos (sei es auf dem Rastplatz während der Urlaubsreise oder vor dem Haus des Tierarztes dessen Wartezimmer überfüllt ist) zu suchen haben versteht sich von selbst. Überhaupt sollte man davon absehen, die Tiere an heißen Tagen im Auto zu transportieren! ... Ungesicherte Stromleitungen stellen für junge Tiere eine Gefahr dar, wenn sie darauf herumkauen....... Katzen können bei ihren Streifzügen in gekippten Fenstern hängenbleiben oder sich mit ihrem Halsband verheddern. ... Eine reibungslose Geburt läßt sich durch ausgewogene Fütterung während der Trächtigkeit, vorbereitende Tierarztbesuche und ein ruhiges, ungestörtes Plätzchen zur Niederkunft sichern.

Natürlich gibt es noch viele andere Bereiche, in denen wir auf die Sicherheit unserer “Tiger” achten und sie vor Verletzungen und Unfällen schützen können. Geschieht dennoch ein Unfall oder finden wir irgendwo auf der Straße ein verletztes Tier vor, können wir durch überlegtes Handeln vielleicht noch das Schlimmste zu verhindern.
(Und bitte im Ernstfall nicht aus Angst vor den
rechtlichen Folgen vom Helfen abhalten lassen!)

Grundlagen der Ersten Hilfe

Ein akuter Notfall erfordert klares Denken und zielgerichtetes Handeln.
Die erste Regel lautet daher: Ruhe bewahren!

  • Obwohl einige Sofortmaßnahmen für das Leben des Tieres sehr wichtig sind, kann die Erste Hilfe niemals die Behandlung beim Tierarzt ersetzen! Das wichtigste Ziel sollte daher stets sein, baldmöglichst den Tierarzt zu erreichen. Ruft Euch Hilfe herbei, damit Ihr Euch auf lebensrettende Maßnahmen konzentrieren könnt, während ein Helfer assistiert, beim Tierarzt anruft, den Wagen fährt etc.
  • Falls das Tier noch auf Zurufen reagiert, nähert Euch vorsichtig und prüft den
    Zustand des Patienten. Seid darauf gefaßt, daß auch ein Euch bekanntes Tier in Notfallsituationen unvermittelt beißen und kratzen kann.
  • Sind keine Atembewegungen zu erkennen und wirkt das Tier völlig leblos, ist es möglicherweise durch sofortige Wiederbelebungsmanahmen noch zu retten.
  • Hellrot pulsierende Blutungen (Schlagader) sollten abgebunden werden oder mit einem sauberen Taschentuch oder einem Stapel steriler Gazetupfer aus der Notfallapotheke fest abgedrückt werden, während man das Tier zum Arzt transportiert.

Erste Kontaktaufnahme

Wenn man sich einem verletzten Tier nähert, sollte man daran denken, daß Tiere
unberechenbar sind, wenn sie Schmerzen, Angst oder einen Schock haben. Viele Besitzer sind in Notfallsituationen schon von ihrem eigenen Tier gebissen worden. Beim Annähern sollte man daher möglichst ruhig und behutsam auf das Tier einsprechen und auf plötzliche Situationen gefaßt sein. Eine Decke kann bei schwer einschätzbaren Situationen gute Dienste leisten: Man kann sie zur Not über das Tier werfen und es darin einwickeln. Ist das Tier bewußtlos und sind Verletzungen zu befürchten, kann man die Decke vorsichtig unter das Tier ziehen und sie dann mit einem Helfer wie ein Sprungtuch spannen. So vermeidet man, daß man durch Zupacken den Zustand des Tieres verschlimmert.

 

Prüfung der Lebensfunktionen

Bei einem bewußtlosen Tier kann man mit einfachen Mitteln den Zustand überprüfen:

  • Zunächst aus der Distanz auf Atembewegungen achten, sprich das Heben und Senken des Brustkorbs
  • Prüfen, ob das Tier auf Ansprache reagiert.
  • Prüfen des Kreislaufzustandes: Man hebt die Oberlippe an und drückt mit dem Finger auf das Zahnfleisch. Innerhalb von zwei Sekunden sollte sich die Stelle wieder rosa färben, andernfalls hat das Tier vermutlich einen Kreislaufschock erlitten.
  • Den Puls fühlt man beim Tier an der Innenseite des Oberschenkels, den Herzschlag kann man in Höhe des Ellenbogens am Brustkorb spüren.
  • Man kann mit einer Taschenlampe in die Augen leuchten: Die Pupillen müssen sich daraufhin verengen, wenn das Tier noch zu retten sein soll.
  • Sind weder Pupillenreflex noch Anzeichen für eine Atmung und Herzschlag vorhanden, ist das Tier bereits tot. Reagieren jedoch die Pupillen noch, sollte sofort mit Wiederbelebungsmaßnahmen begonnen werden.


Wiederbelebungsmaßnahmen

Ziel ist, die Sauerstoffversorgung der wichtigsten Organe wiederherzustellen. Dazu muß sowohl die Atmung als auch der Blutkreislauf funktionieren. Dazu muß sowohl die Atmung als auch der Blutkreislauf funktionieren. Geht bei einem leblosen Tier stets nach dem A-B-C-Schema vor:

  • A = Atemweg
    Öffnet das Maul und zieht die Zunge nach vorne. Seht in den Rachen und entfernt Fremdkörper, Schleim oder Erbrochenes, um die Atemwege freizulegen. Katzen können dazu auch an den Hinterbeinen festgehalten und kopfüber hochgehalten werden (JEDOCH NICHT BEI VERDACHT AUF WIRBELSÄULENSCHÄDEN!).
     
  • B = Beatmung
    Sind die Atemwege frei, kann man das bewußtlose Tier beatmen. Zieht hierfür die Zunge nach vorn, schließt die Schnauze mit der Hand und streckt den Hals. Beatmet das Tier durch dessen Nase (evtl. mit einem vorgehaltenen Tuch). Beatmet etwas alle 3 Sekunden und achtet darauf, daß sich der Brustkorb hebt, aber nicht zu sehr wölbt.
     
  • C = Circulation (Kreislauf)
    Prüft den Herzschlag an der seitlichen Bustwand und den Puls an der Innenseite des Oberschenkels. Seid Ihr sicher, daß ein Herzstillstand vorliegt, solltet Ihr eine externe Herzmassage vornehmen. Dazu legt Ihr eingefaltetes Tuch unter den Brustkorb des Tieres und legt Ihr Eure linke Hand flach auf den Brustkorb, etwa in Höhe des Ellenbogens. Danach preßt Ihr in schneller Folge fünf- bis zehnmal MIT ZWEI FINGERN der rechten Hand auf Eure Linke, um das Herz wieder zum Schlagen anzuregen. Beatmet das Tier jeweils ein- bis zweimal, bevor Sie den Herzschlag kontrolliert und ggf. erneut massiert.


Das Anlegen von Verbänden

Schlagader-Blutungen abbinden:

Bei Verletzungen und stark blutenden Wunden ist es sinnvoll, für den Transport zum Tierarzt einen Verband anzulegen. Es ist jedoch darauf zu achten, daß dieser Verband nicht zu fest sitzt. Eine Ausnahme sind pulsierende hellrote Blutungen, bei denen ein arterielles Gefäß geöffnet ist und starke Blutverluste drohen. Diese sollten direkt über der Blutung abgebunden oder mit einem Stapel sauberer Taschentücher oder steriler Gazetupfer abgedrückt werden.

Verletzungen verbinden

  • Direkt auf die Wunde sollte eine fusselfreie sterile Abdeckung kommen (für den Transport geht zur Not auch ein frisches Handtuch).
  • Bei dauerhaften Verbänden besteht die nächste Schicht aus polsternder Verbandwatte. Bei Pfotenverbänden muß unbedingt zwischen den Zehen und unter der Afterkralle gepolstert werden., sonst entstehen Druckstellen. Die ein- bis zweifingerdicke Polsterung wird mit elastischer Binde umwickelt und straff angezogen, ohne jedoch die Blutzirkulation abzuschnüren.
  • Die äußerste Schicht besteht aus gewebeverstärktem Klebeband oder Pflaster und ist an stark beanspruchten Stellen wie der Sohle durch mehrere Lagen zu verstärken.
  • Um den Verband am Rutschen zu hindern. Kann er auch mit Pflaster am Fell fixiert werden, allerdings nicht auf unbehaarter (oder geschorener) Haut, da sich sonst Haut- entzündungen bilden.

Der Transport zum Tierarzt

Wenn möglich, sollte man vorher beim Tierarzt anrufen, ist die Praxis nicht besetzt, befindet sich auf dem Anrufbeantworter sicher die Angabe des zuständigen Notdienstes. Tierärztliche Kliniken sind rund um die Uhr erreichbar. Wenn beim Tierarzt bekannt ist, daß man kommt, kann dort alles für die Notfallversorgung vorbereitet werden.

  • Man sollte niemals alleine zum Tierarzt fahren, es sei denn, das Tier ist in einem sicheren Behälter verwahrt.
  • Gelähmte Tiere sollten auf einem Brett gelagert werden, um weitere Schäden für das Rückenmark durch Bewegung der Bandscheibe zu vermeiden.
  • Man trägt die Katze am besten mit dem Nackengriff und hält dabei die Hinterbeine mit der anderen Hand gut fest. Sehr widersetzliche Katzen lassen sich oft nur unter großer Vorsicht mit Hilfe einer übergeworfenen Decke in den Korb setzen.

Die Notfall-Apotheke

Eine Notfall-Apotheke sollte in jedem Haushalt vorhanden sein. Mit wenigen Ergänzungen könnt Ihr sie auch für den Notfall am Tier ausstatten. Das soll jedoch keinesfalls eine Aufforderung zu Do-it-yourself-Behandlungsversuchen sein! Bei einem Notfall am Tier sollte immer ein Tierarzt hinzugezogen werden!
Der Inhalt der Notfall-Apotheke sollte stets auf Verwendbarkeit überprüft und erneuert werden:

  • Polster- oder Verbandwatte (in Rollenform lassen sie sich schnell anlegen, herkömmliche Watte eignet sich aber auch)
  • Selbstklebende Bilde (mit elastischen Binde, die von selbst haften, können im Notfall sehr rasch Verbände befestigt werden (an den Pfoten niemals Wattepolster vergessen!)
  • Jod-Lösung (zur Desinfektion und Blutstillung, beispielsweise bei Nagelverletzungen, aber nicht bei größeren Wunden einsetzen!)
  • Ringer-Lösung (sterile Elektrolytlösung ist ideal, um Wunden zu reinigen und um Fremdkörper aus dem Auge zu spülen)
  • Mullbinden (eignen sich nicht nur zum Anlegen eines Wundverbandes, sondern auch zusammengerollt für einen Druckverband)
  • Sterile Gazetupfer (beim Tierarzt oder in der Apotheke zu bekommen)
  • Wundbalsam (beim Tierarzt erhält man ein geeignetes Mittel, mit dem man im Notfall Wunden desinfizieren und behandeln kann – wichtig ist, daß es nicht brennt!)
  • Verbandschere (mit abgerundeter Spitz, um die Verletzungsgefahr gering zu halten)
  • Kalzium-Trinkampullen (können bei Insektenstichen eingegeben werden)


Rechtliche Fragen

  • § Schäden durch das Tier
    Bei Verkehrsunfällen wird die Schuld dem Tier angelastet, “wenn es in seiner Unberechenbarkeit ursächlich an dem Schaden beteiligt war”, also praktisch immer. Für den Tierhalter heißt das, er haftet für den durch sein Tier entstandenen Schaden, selbst wenn ihn keine Schuld trifft und das Tier nicht unter seiner Aufsicht war. Die Privathaftpflicht deckt solche durch Katzen verursachte Schäden ab!
     
  • § Schäden am Tier
    Bei Raufereien zwischen Tieren wird die Schuld im allgemeinen zwischen den Kontrahenten geteilt, das heißt, die Tierarztrechnungen werden bis zu einer bestimmten Obergrenze auf die Tierhalter verteilt. Wenn die Schuld jedoch eindeutig bei einer Partei liegt (Angriff eines freilaufenden Hundes z.B.) haftet der Halter des Angreifers für die Tierarztkosten. Das gilt natürlich auch bei tierquälerischen Handlungen wie Schlägen, Tritten oder Schüssen, die ein friedliches Tier treffen (Ausnahme: Jäger dürfen im Wald unbeaufsichtigte Tiere abschießen).
     
  • § Fundtiere
    Für Fundtiere ist die Gemeinde zuständig, das heißt, sie übernimmt die Kosten für die tierärztliche Notfallversorgung!!! (Also keine Scheu vor den Kosten, wenn ein Fundtier zum Arzt muß!) Wird ein Halter ausfindig gemacht, muß er die Kosten erstatten, auch für die anschließende Unterbringung im Tierheim. Um ein Tier in Lebensgefahr zu retten, darf man auf fremdem Grund und Eigentum eigenmächtig handeln!!! Allerdings sollte man sich stets einen Zeugen suchen!


Notfälle von A bis Z

Allergie / Insektenstich

Bei einer allergischen Reaktion nach einem Insektenstich schwillt die betroffene Körperpartie an, und das Tier zeigt deutlichen Juckreiz. Lebensbedrohliche Folgen hat es, wenn der Insektenstich im Rachen liegt und die Atemwege zuschwellen. Dann muß sofort zum Tierarzt gefahren werden, der durch Cortison-Präparate die Schwellung zum Abklingen bringen kann. Stiche in der äußeren Haut behandelt man mit kalten Umschlägen und Kalziumgaben zum Futter, z.B. als Trinkampullen.

Anfall

Epileptische Anfälle sehen meist dramatischer aus, als sie sind: die Tiere fallen aus heiterem Himmel um und beginnen zu zittern bzw. mit den Beinen zu “rudern”. Nach wenigen Minuten erlangen sie das Bewußtsein wieder und verhalten sich ganz normal. Gefährlich wird es, wenn sich die Anfälle häufen oder länger andauern: Deshalb sollte das Tier auf jeden Fall beim Tierarzt untersucht werden, auch wenn es sich wieder vollständig erholt hat. Einigen Anfallsleiden liegen Organerkrankungen zugrunde, andere gehen vom Gehirn selbst aus, können aber mit Medikamenten behandelt werden. Faßt das Tier während des Anfalls nicht an, sondern schafft Platz, so daß es sich nicht verletzen kann.

Augenverletzungen

Risse des Augenlids müssen genäht werden, auch Verletzungen der Hornhaus, festsitzende Fremdkörper oder einen vorgefallenen Augapfel muß der Tierarzt baldmöglichst behandeln. Bei freibeweglichen Fremdkörpern kann man versuchen, diese mit Elektrolytlösung herauszuspülen. Um das Tier während des Transports zum Arzt daran zu hindern, sich am Auge zu reiben, sollte eine feuchte Abdeckung darübergelegt und mit einem Kopfverband befestigt werden. Dazu ein Tip: Die Flasche mit der Elektrolytlösung in der Notfallapotheke kann mehrfach verwendet werden, wenn Ihr die Flüssigkeit mit einer sterilen Einmalspritze entnehmt.

Ertrinken

Katzen können in Maßen schwimmen und sich retten, wenn sie ins Wasser fallen. Gefährlich wird es, wenn das Ufer zu steil ist (Swimmingpool, Kanal, Faß) oder wenn die Tiere im Winter ins Eis einbrechen. In jedem Fall muß das Tier warm eingewickelt werden. Wenn es bereits das Bewußtsein verloren hat, entfernt zunächst das Wasser aus den Lungen, in dem Ihr das Tier an den Hinterbeinen festhaltet und kopfüber hin und her schwingt. Anschließend muß mit der Wiederbelebung begonnen werden. Auf jeden Fall muß der Tierarzt aufgesucht werden, da Schockgefahr besteht und Spätfolgen auftreten können.

Geburtsschwierigkeiten

Bei erstgebährenden Tieren kann es zu einem verzögerten Geburtsablauf kommen. Spätestens eine Stunde nach Beginn der Preßwehen sollte allerdings der erste Welpe geboren sein. Bei Verzögerungen ist der Tierarzt um Rat zu fragen. Das gilt auch, wenn trotz Geburtstermin keinerlei Anzeichen für Wehen bestehen. Wenn das Tier bei gutem Allgemeinbefinden ist, kann bis zum 70. Tag der Trächtigkeit gewartet werden. Wenn das Tier übelriechendes, dunkelgrünes Sekret aus der Scheide absondert oder die Körpertemperatur über 39°C ansteigt, ist das ein Hinweis auf abgestorbene Welpen bzw. eine Infektion der Geburtswege. Dann sollte das Tier sofort dem Tierarzt vorgestellt werden, ebenso, wenn die Mutter nach der Geburt schwach ist, nicht frißt oder die Welpen vernachlässigt. Treten während der Wehen große Mengen an hellrotem Blut aus, liegt vermutlich eine Verletzung der Geburtswege vor, und das Tier muß schnellstmöglich zum Tierarzt gebracht werden. Das gilt auch, wenn um den Geburtstermin Zitterkrämpfe einsetzen. Dazu kann es kommen, wenn zu wenig Kalzium für die Milchproduktion zur Verfügung steht. Die Krämpfe müssen durch Kalziuminfusionen beim Arzt behandelt werden. Vorbeugend sollte die Versorgung mit Kalzium während der Trächtigkeit optimiert werden.

Herzversagen

Bei älteren Tieren mit Herzerkrankung kann eine starke Belastung (Bewegung, Hitze, Aufregung) zum plötzlichen Herzversagen führen. Doch auch starke Flüssigkeitsverluste, z.B. durch Blutungen, Durchfall, Erbrechen oder Verbrennungen, können über den Schock zum Herzversagen führen. Das Gehirn nimmt Schaden, wenn es länger als drei Minuten ohne Sauerstoffversorgung ist, daher ist beim Herzversagen höchste Eile geboten und sofortige Wiederbelebungsmanahmen einzuleiten. Am besten bittet Ihr jemanden, Euch während der Maßnahmen schnellstmöglich zum Tierarzt zu bringen. Bei Flüssigkeitsdefizit kann nur eine sofortige Notfallversorgung mit Infusionen das Tier retten. Liegt ein Herzschaden oder eine andere schwere Grunderkrankung wie z.B. Tumoren vor, sind die Überlebenschancen trotz Wiederbelebung gering. Vorbeugend kann man das Herz regelmäßig untersuchen lassen und Übergewicht vermeiden.

Hitzschlag

Werden Tiere an warmen Tagen im Auto gelassen, kann sich der Innenraum sogar im Halbschatten so stark aufheizen, daß es zu einem Hitzschlag kommt: Die Tiere hecheln stark, taumeln und zeigen gerötete Schleimhäute (Zahnfleisch). Katzen können auch einen Hitzschlag erleiden, wenn sie versehentlich im Wäschetrockner eingeschlossen werden. Das Tier muß mit kaltem Wasser abgekühlt werden, insbesondere der Kopf! Um den Kreislauf anzuregen, massiert man die Gliedmaßen. Ist das Tier bereits bewußtlos oder erbricht es sich bzw. finden sich Anzeichen für einen Schock, ist in jedem Fall sofort der Tierarzt aufzusuchen!

Innere Verletzungen

Besonders bei Autounfällen oder hohen Stürzen kann es zu inneren Verletzungen kommen, die nicht auf den ersten Blick zu erkennen sind. Auch wenn ein solcher Zwischenfall scheinbar glimpflich abgegangen ist, sollte das Tier unbedingt vom Tierarzt untersucht werden. Beobachtet es anschließend einige Zeit aufmerksam: Bei Anzeichen für Kreislaufschwäche (hecheln, blasse oder bläuliche Schleimhäute, Schwäche) könnt Ihr die Druckprobe am Zahnfleisch machen, und achtet auf eine ungestörte Atmung ohne Rasselgeräusche. Verschlechtert sich der Zustand des Patienten oder zeigt er gar Schocksymptome, muß er unbedingt zum Tierarzt gebracht werden.

Knochenbrüche

Brüche sind nicht immer als solche erkennbar. Besonders geschlossene Brüche, bei denen die Haut unverletzt bleibt, können unbemerkt bleiben oder wie eine Verrenkung oder Bänderverletzung aussehen. Besteht der Verdacht auf einen Bruch, z.B. nach einem Unfall, sollte auf jeden Fall der Tierarzt konsultiert werden. Erst durch eine Untersuchung und Röntgenaufnahme läßt sich das Ausmaß des Schadens beurteilen. Offene Brüche, bei denen die Haut verletzt ist oder gar ein Stück des Knochens vorsteht, müssen dringend tierärztlich versorgt werden. Zunächst ist zu prüfen, ob das Tier einen Schock erlitten hat, dann ist die Wunder und der Knochen mit sterilem Verbandmaterial oder einem frischen Handtuch abzudecken. Keinesfalls Wundbalsam oder Salbe auf den offenen Bruch geben!! Das Tier sollte beim Transport zum Arzt durch eine feste Unterlage (am besten ein Brett) gestützt werden, damit die Bruchstelle nicht bewegt oder berührt wird.

Schock

Bei allen Notfallsituationen sollte das Tier zuerst auf Anzeichen für einen Schock untersucht werden: schnelle Atmung, rasender Puls, blasse Schleimhäute mit verzögerter Füllung nach der Druckprobe, niedrige Körpertemperatur (unter 37°C) und kalte Gliedmaßen. Im späteren Stadium kommt es zu flacher, langsamer Atmung, unregelmäßigem Herzschlag und Reaktionslosigkeit. Die Bekämpfung des Schocks hat Vorrang vor allen anderen Notfallmaßnahmen! Legt das Tier auf die Seite und streckt seinen Kopf. Hebt das Becken und die Hinterläufe an und legt ein Kissen o.ä. darunter. Starke Blutungen sind durch einen Druckverband zu stillen. Falls nötig, sind Wiederbelebungsmanahmen durchzuführen.
Schützt die Katze durch eine Decke vor weiterem Auskühlen und bringt sie sofort zum Tierarzt. Denkt daran, daß auch starke allergische Reaktionen, z.B. auf Insektenstiche oder Medikamente, zum Schock führen können!

(Näheres zum Thema Schock könnt Ihr auf der Seite Schocktherapie nachlesen.)

Stromschlag

Katzen können beim Zerbeißen von stromführenden Kabeln einen Stromschlag erleiden. Diese Situation kann auch für Euch sehr gefährlich sein - denkt also auch an Eure Sicherheit: Berührt weder das Tier noch Flüssigkeiten in der Nähe der Stromquelle, sondern dreht zuerst den Strom ab! Befreit dann das Tier (notfalls mit einem Holzstiel). Überprüft Herzschlag und Atmung und beginnt gegebenenfalls mit der Wiederbelebung. Achtet auch auf Anzeichen für einen Schock . Stromschläge verursachen Brandwunden mit hellem Zentrum und gerötetem Rand. Bringt das Tierarzt und versorgt die Verbrennungen.

Unterkühlung

Katzen sind durch ihr Fell gut vor Kälte geschützt. Bei extremen Temperaturen kann es allerdings an den Ohrrändern zu Erfrierungen kommen. Gefährlich wird es, wenn ein Tier im Winter in ein Gewässer stürzt oder ins Eis bricht. Das durchnäßte Fell verliert seine Dämmfunktion, und das Tier kann rasch auskühlen. Unterkühlung führt zu Zittern, Schwäche, Krämpfen und Bewußtlosigkeit. Häufig besteht ein Schock. Bekämpft in diesem Fall zuerst den Schock bzw. führt Wiederbelebungsmanahmen durch. Dann führt dem Tier Wärme zu, indem Ihr es in eine Decke wickelt und eine Wärmeflasche darauflegt. Fahrt dann sofort zum Tierarzt, dieser kann auch die Erfrierungen behandeln, die sich in roten, geschwollenen Ohrrändern oder geröteter Schwanzspitze zeigen.

Verbrennung

Bei Verbrennungen sollte die betroffene Körperstelle sofort 20 Minuten lang mit kaltem Wasser gespült werden. Dann sollten offene Brandwunden mit sterilen Mullbinden oder einem frischen Handtuch abgedeckt und das Tier zum Arzt gebracht werden. Tragt keine Brandsalben o.ä. auf. Achtet auf Schocksymptome, die auch erst nach Tagen auftreten können. Selbst relativ kleine Verbrennungen können lebensbedrohliche Folgen haben, wenn durch den Flüssigkeitsverlust und die Entzündungsreaktion der Haut ein Schock ausgelöst wird.

Vergiftung

Katzen sind besonders empfindlich gegen Giftstoffe und Kontaminationen des Fells.
Habt Ihr eine Giftaufnahme beobachtet, solltet Ihr das Tier und möglichst auch eine Giftprobe zum Arzt bringen. Dieser kann dann Erbrechen auslösen und nach Rücksprache mit der Giftzentrale geeignete Gegenmaßnahmen einleiten. Denkt auch daran, daß Tabak, Verhütungspillen und menschliche Arzneimittel für Tiere besonders giftig sein können.
Habt Ihr lediglich den Verdacht, daß eine Vergiftung vorliegen könnte, sollte Ihr zunächst telefonischen Kontakt mit dem Tierarzt aufnehmen. Erbrechen tritt zwar bei vielen (nicht allen) Vergiftungen auf, hat aber in den meisten Fällen eine andere Ursache. Anzeichen einer Vergiftung können je nach Substanz sein: Erbrechen, Speicheln, Rötungen der Maulhöhle, Blässe, Durchfall, Zittern, Bewegungsstörungen, Atemnot, Husten, Teilnahmslosigkeit und Schmerzen, meist mit der Tendenz zur Verschlechterung. Achtet auf
Schocksymptome und bringt das Tier zum Tierarzt.

Hier noch einige Web-Adressen in Sachen Giftinformation:

Giftinformationszentrum-Nord (GIZ)- Zentrum Pharmakologie und Toxikologie der Uni Göttingen
Gemeinsames Giftinformationszentrum der Länder Mecklenburg-Vorp., Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen
Beratungsstelle bei Vergiftungen II. Medizinische Klinik und Poliklinik der Uni Mainz

Verletzungen von Haut und Muskulatur

Neben Verkehrsunfällen und Beißereien können auch Stiche und Schußwunden starke Blutungen verursachen. Bei hellrot pulsierendem Blut droht ein rascher Blutverlust. In dem Fall ist oberhalb der Wunde abzubinden und ein Druckverband anzulegen. Es ist außerdem auf Schocksymptome zu achten, und das Tier ist sofort zum Tierarzt zu bringen. Falls die Wunde die Brusthöhle öffnet, droht ein Lungenkollaps. Achtet auf saugende Atemgeräusche und preßt eine sterile Abdeckung auf die Wunde am Brustkorb.
Bißwunden sind meist infiziert und sollten, unabhängig von ihrer Größe, stets beim Tierarzt versorgt werden. Steckt ein Fremdkörper, z.B. ein Pfeil, in der Wunde, zieht ihn nicht heraus, sondern schneidet ihn einige Zentimeter über der Wunde ab, und legt für den Transport einen Verband an. Schmutz und kleinere Fremdkörper könnt Ihr mit steriler Elektrolytlösung aus der Wunde spülen, bevor Ihr einen Verband anlegt. Denkt immer daran, daß Ihr beim Verbinden die Blutzirkulation nicht abschnüren dürft!

Buchtipps zum Thema Erste Hilfe und Gesundheit:

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“So bleibt meine Katze gesund” von Ulrike und Dr. med. vet. Müller

Dieser Ratgeber erklärt auf leicht verständliche Weise, wie Katzen-Krankheiten erkannt und der Katze geholfen werden kann. Die Autoren gehen kurz auf das Thema Artgerechte Haltung und (vorbeugende) Pflege sowie gesunde Ernährung ein, ebenso wie auf Verletzungen und Vergiftungen, bevor sie sich im Hauptteil des Buches mit den typischen Katzenkrankheiten und deren Behandlungsmöglichkeiten auseinandersetzen. Die jeweiligen Tipps schließen auch stets die Homöopathie ein.

(Gebundene Ausgabe, 129 Seiten, 2000, Gräfe und Unzer, ISBN 3774216673 für12,90 EUR)

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“Katzenkrankheiten” von Dr. Rolf Spangenberg

Ob Katzenseuche, Beinbruch oder Epilepsie - dieser Ratgeber führt den Leser durch eine Vielzahl von Krankheitsbildern, Behandlungsmöglichkeiten und Vorbeugemaßnahmen, ohne dabei die alternativen Heilmethoden wie Homöopathie und Phytotherapie auszulassen. In einigen “Specials” erhält der Leser nützliche Tipps und ausführliche Anweisungen, so zum Beispiel zum Thema “Medikamentengabe”, “Fiebermessen”, “Unsauberkeit” und dergleichen mehr, aufschlußreiche Zeichnungen und Fotos setzten den Katzenfreund z.B. über Zahnfleischentzündungen und Abszesse ins Bild, und ein gesondertes Kapitel gilt der Katzensexualität.

(Taschenbuchausgabe, 127 Seiten, 2000, Falken Verlag, ISBN: 3806825629, 10,00 EUR)

“Die gesunde Katze” von Dr. med. vet. Stefan Oetjen

Dr. med. vet. Stefan Oetjen ist Fachtierarzt für Kleintiere und arbeitet in einer Tierklinik in Hamburg. Mit diesem Ratgeber hat er sich zum Ziel gesetzt, daß der Katzenbesitzer mit der täglichen Routinearbeit in der Tierarztpraxis vertraut wird, seiner Katze im Notfall Erste Hilfe leisten, Verbände anlegen, eine allgemeine Gesundheitskontrolle durchführen, über Infektionskrankheiten, Geburt, Schock, Vergiftungen und Wurmbefall bei Katzen diskutieren kann, und zwar mit dem Hintergrund einer soliden Allgemeininformation. Er verzichtet dabei auf eine aufwendige Aufmachung und beschränkt sich auf die schlichten Fakten und Informationen, welche kurz und prägnant zusammengefaßt werden. In erster Linie ist dieses Buch sicherlich den Lesern zu empfehlen, die noch nicht so erfahren in Sachen Katzenhaltung sind. So befaßt sich Oetjen zunächst kurz mit antgerechter Haltung und richtiger Pflege, sowie dem Gesundheitscheck von Kopf bis Pfote, bevor er in das Thema Erste Hilfe einsteigt. Hier erfährt der Leser dann einiges über Maßnahmen am Unfallort und lernt durch reichhaltige Bebilderung, wie er Verbände anzulegen oder Medikamente zu verabreichen hat. Zur ersten Rundum-Information ist dieses Buch wirklich bestens geeignet! Und wer noch eine Frage hat, der kann sich per E-mail an den Autor weden, denn dessen Mailadresse wird freundlicher Weise im Anhang angegeben.

(Taschenbuch, 176 Seiten, Heyne, 2001, ISBN 3453179692 für 8,50 EUR)

“Erste Hilfe für meine Katze” von Dr. Medea R. Mahkorn

Bei blutenden Pfoten, Bisswunden, verschluckten Gegenständen oder Unfällen sind Stubentiger auf schnelle Hilfe durch ihre Menschen angewiesen. Dieser Ratgeber beschreibt leicht verständlich und bebildert die häufigsten Notfälle und die richtigen Sofortmaßnahmen. Schritt für Schritt zeigt die Tierärztin die wichtigsten Handgriffe für die fachgerechte Erstversorgung - Maßnahmen, die jeder Katzenbesitzer beherrschen sollte, um in Notsituationen ruhig und überlegt zu handeln und seine Katze gut zu versorgen, bis der Tierarzt hilft.
Um Notfälle zu vermeiden, werden zunächst die typischen Gefahrenquellen in Haus und Garten aufgezeigt und Vorsichtsmaßnahmen beschrieben. Im Anschluss folgen Infos über die Normalwerte gesunder Katzen (Temperatur, Herz-, Atem- und Pulzfrequenz, Schleimhaut, Gewicht, Urin- und Kotabsatz), sowie über Krankheitssymptome, Notfallapotheke, Wundbehandlung, Vergiftungen uvm.
Ein übersichtlicher Ratgeber mit vielen nützlichen Tipps am Rande.

(Gebundene Ausgabe, 124 Seiten, 131 Farbfotos, 2002, Kosmos, ISBN 3440091317, 12,90 EUR)

“Wenn meine Katze krank ist” von Dr. med. vet. Anna Laukner

Die Sprechstunde im Bücherregal: Artgerechte Haltung, gesunde Ernährung und regelmäßige Schutzimpfungen sind die wichtigsten Maßnahmen, damit die Katze gesund bleibt. Doch was, wenn das Lieblingstier einmal krank wird? Dann hilft dieses Buch, die Symptome zu erkennen, die Ursachen zu finden und rasch eine wirksame Behandlung zu beginnen. Tipps von der Tierärztin verraten, wie man eine kranke Katze schnell wieder gesund pflegt. Dr. med. vet. Anna Laukner sammelte während ihrer Tätigkeit in einer Kleintierpraxis in Deutschland und bei Praktika im Ausland reiche Erfahrungen mit Katzen. Heute arbeitet sie in einer Tierklinik auf Ibiza.

(Gebundene Ausgabe, Kosmos Verlag, 120 Seiten, ISBN 3440090973, 12,90 EUR)

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”Erste Hilfe für Katzen” von Linda Waniorek

Eine weiterer Ratgeber zu diesem Thema: Linda Waniorek hat hier die wichtigsten Maßnahmen für die Erstversorgung häufiger Verletzungen, Vergiftungen und Erkrankungen zusammengestellt. Sie zeigt, wie man verletzte Katzen einfängt, beruhigt, anfaßt, richtig bettet und für den Transport vorbereitet. Wie man Blutungen stillt, Fremdkörper entfernt und Verbände anlegt. Wie man Fieber mißt und Medikamente eingibt.
Außerdem soll ein ausgeklügeltes System dem Leser helfen, Anzeichen und Symptome richtig zu deuten, damit er schon bei der Erstversorgung die wirksamste Methode und die geeignete Behandlung wählt. 

(Gebundene Ausgabe - 152 Seiten, 1997, Müller Rüschlikon, Cham; ISBN 3275012460, 16,00 EUR)

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”Erste Hilfe für Katzen” von Tim Hawcroft

Im Ernstfall kann ein sofortiges Handeln des Menschen die Rettung für das Leben seines Stubentigers oder auch einer freilaufenden Katze, die zum Unfallopfer wurde, sein. Nicht nur auf der Straße und in Form von Autos lauern Gefahren für die Katze - auch die Wohnung bietet ein breites Feld an Unfallgefahren, wie z.B. Verbrennungen, Vergiftungen, Schnittwunden durch zerbrochenes Glas u.v.m). Hier erfährt der Leser, was im einzelnen Notfall sofort zu tun ist und welche Beobachtungen des Halters für den Tierarzt von Wichtigkeit sind. Ebenso erfährt der Leser, wie er seine Katze richtig verbindet, wie er ein gebrochenes Glied richtig schient und welchen Inhalt ein Erste-Hilfe-Kasten aufweisen soltle.

(Gebundene Ausgabe - 95 Seiten, 1994 Kynos Vlg., Mürlenbach; ISBN: 3929545128, 14,50 EUR)

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”Giftpflanzen - Gifttiere” von Horst Altmann

Ein Buch, was sich neben den Tierbesitzern vor allem für alle Eltern lohnt, denn Vergiftungen durch Pflanzen kommen ja neben den Haustieren vor allem bei Kindern vor. Hier kann es lebensrettend sein, die Symptome schnell zu erkennen und Erste Hilfe zu leisten.
Natürlich bezieht sich dieses Buch auch in erster Linie auf die Vergiftungserscheinungen am Menschen, keine Frage, aber meist sind diese ja auf unsere Stubentiger übertragbar.
Umfassend vorgestellt werden Pflanzen (und Tiere), die zu Vergiftungen oder Reaktionen führen können. Der Autor nennt ihre Merkmale und ihr Vorkommen, bezeichnet Gift, Vergiftungserscheinungen und Erste-Hilfe -Maßnahmen, wobei ein ganzes Kapitel den giftigen Zimmerpflanzen gewidmet ist.

(Taschenbuchausgabe mit Klappenbroschur, 159 Seiten, BLZ Verlag, ISBN 3405162556, 9,95 EUR)



“Krankheiten der Katze” von den Professoren Horzinek, Schmidt u. Lutz

Eines der beiden zweifellos umfassendsten und empfehlenswertesten veterinärmedizinischen Nachschlagewerke im Hinblick auf die Katzengesundheit ist die 4. überarbeitete Auflage von “Krankheiten der Katze”, deren Hauptautoren die renommierten Professoren Marian C. Horzinek, Hans Lutz und Vera Schmidt sind. Die dritte Auflage erschien 2003 und erfreute sich so großer Nachfrage, dass bereits zwei Jahre später eine 4. Auflage anstand, die somit auch gleich den neusten medizinischen Kenntnissen angepasst werden konnte.
Gemeinsam mit unzähligen anderen anerkannten Spezialisten haben sie die Erfahrungen vieler Kliniken im In- und Ausland zusammengetragen, welche auf allen Teilgebieten der Katzenmedizin das ganze Spektrum des Wissens abdecken und aktuelle Erkenntnisse und Entwicklungstendenzen berücksichtigen. Es werden neue medizinische Wege beschritten, um den Anforderungen der täglichen Praxis gerecht zu werden.
Das breit gefächerte Spektrum (allein das Inhaltsverzeichnis beläuft sich auf 12 Seiten) umfasst Verhaltensstörungen, Ratschläge zur Vorbereitung und Handhabung der Allgemeinuntersuchung, die klinische Labordiagnostik, Röntgen- und Ultraschallbilder, Virusinfektionen und Infektionen bakterieller Art, Mykosen (Pilzbefall), Parasitosen (Parasitenbefall), Erkrankungen von Herz- und Kreislauf, der Atemwege, der Haut, von Mund und Zähnen, des Magen-Darm-Traktes, der Leber, des Pankreas (Bauchspeicheldrüse), der Nieren und Harnwege, der Geschlechtsorgane, des Nervensystems, der Augen, des Blutes, der endokrinen Organe und des Immunsystems. Weiterhin befasst man sich mit Erbkrankheiten, Skelettveränderungen, Traumen, Vergiftungen, Tumoren, Alterskrankheiten, Anästhesie, Chirurgie, Orthopädie, Arzneimitteltherapien/-wirkungen, Energie- und Nährstoffbedarf. Abschließend wird noch ein Blick auf das Management von Haltung und Zucht sowie auf einige Rechtsfragen in bezug auf die Katze geworfen.
Das gesamte Werk ist sehr übersichtlich gegliedert und gestaltet, reich bebildert und sehr angenehm zu lesen. Kurzum: Ein unverzichtbares Nachschlagewerk, das Antworten auf nahezu alle Fragen zur erkrankten Katze liefert! (Leider hat es auch einen dementsprechenden Preis....)

 (Großformatige, gebundene Ausgabe, 880 Seiten, 2005, Enke Verlag, ISBN 3830410492, 149,90 EUR)

 

“Katzen Krankheiten” Band 1 + 2 von W. Kraft, U.M. Dürr und K. Hartmann

Und hier haben wir das zweite der beiden zweifellos umfassendsten und empfehlenswertesten veterinärmedizinischen Nachschlagewerke über die Krankheiten der Katze. Lange musste man auf diese 5. überarbeitete Ausgabe warten, endlich ist sie im Handel und hat gegenüber den früheren Auflagen eine ganz erhebliche Erweiterung erfahren: Sie liegt erstmalig in zwei Bänden vor. Das zeigt nicht nur die erheblichen Erweiterungen, die die einzelnen Kapitel erfuhren, sondern spiegelt auch die geradezu sprunghafte Entwicklung wider, die sich in den letzten Jahren auf allen Gebieten der Kleintiermedizin ergeben haben.
Der Tatsache Rechnung tragend, dass die Katze immer mehr an Beliebtheit gewinnt und verstärkt in der Tierarztpraxis vorgestellt wird, liefern die Autoren eine völlige Neubearbeitung und Aktualisierung dieses Standardwerkes, welches erhebliche Erweiterung erfahren durfte.
Die Themengebiete der 1467 Seiten erstrecken sich von Behandlungstechniken über Endoskopie, Bildgebende Verfahren, Sofortmaßnahmen bei akuten Traumen und Notfällen, Vergiftungen, Infusionstherapie und Sondenernährung, Impfung, virale und bakterielle Infektionskrankheiten, Mykosen, Zoonosen, Parasitosen, Krankheiten des Auges, der Ohren, der Haut, des Bewegungsapparates, der Zähne und des Kiefers, des Kreislaufsystems, des Respirationstrakts, der Verdauungsorgane, der Leber, der Pankreas, der Harnorgane, des Blutes, des Immunsystems und des Nervensystems bis hin zur Gynäkologie, Missbildungen, Stoffwechselstörungen, Alterserkrankungen, Tumoren, Onkologie, Ernährung und Diätetik, Verhaltensprobleme, Chirurgie und sogar Tötung.
Interessant ist hierbei, dass manche Krankheitsbilder in verschiedenen Kapiteln (also von unterschiedlichen Autoren) beschrieben werden, was zur Folge hat, dass unterschiedliche Meinungen zum Ausdruck kommen, was dem Leser ein breiteres Blickfeld eröffnet.
Kurz gesagt: Das Warten hat sich gelohnt, die Fülle ist atemberaubend - wenngleich dieses Werk hinsichtlich des Fachjargons nicht ganz so verständlich für den Laien ist wie das vorgenannte Werk.

 (Gebundene Ausgabe, März 2003, Schaper Verlag, ISBN 3794401999, 168,00 EUR)

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(letzte Änderung dieser Seite: 15 April, 2006)


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