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Impfschutz der Katze
Vorbeugende Impfungen sind die einzige Möglichkeit, Seuchenausbrüchen bei Katzen entgegenzutreten. Katzen können durch Impfung vor Tollwut, Katzenseuche und -schnupfen sowie feliner Leukämie (FeLV) geschützt werden (gegen FIV = Katzenaids gibt es bisher keinen Impfstoff). Die Impfung bewirkt im Körper eine Immunreaktion, die zu einer erhöhten Infektionsabwehr führt. Bei der aktiven Immunisierung werden abgeschwächte oder abgetötete Viren injiziert, die die Bildung von Antikörpern gegen den Krankheitserreger bewirken. Bei der passiven Immunisierung erhält der Impfling eine Antikörperinjektion als Sofortschutz. Eine stabile Immunprophylaxe kann damit jedoch nicht erreicht werden!
Auch reine Wohnungskatzen benötigen die Impfung gegen Katzenschnupfen und Katzenseuche, da beide Erreger an den Schuhen ins Haus getragen werden können. Eine Übertragung von FIV, FeLV oder Tollwut hingegen benötigt den direkten Kontakt mit Körperflüssigkeiten infizierter Tiere (Speichel, Blut...) Wenn die Katze also keinen Freigang erhält und auch im Haus nicht mit anderen ungetesteten Tieren in Berührung kommt, sind alle weiteren Impfungen zu vernachlässigen, um dem Tier Immunsystem des Tieres überflüssige Belastungen zu ersparen und unnötige Risiken zu vermeiden. Impfstoffe können - je nach Gesundheitsstand des Tieres - Nebenwirkungen vieler Art als Impfreaktion auslösen (bis hin zum Allergie-Schock!) und sogar langfristige Impfschäden bewirken! Daher sollten niemals mehr Impfungen durchgeführt werden, als tatsächlich notwendig!
Auf Anraten der Hersteller und vieler Tierärzte sollte die so genannte Grundimmunisierung jährlich bis alle zwei Jahre (je nach Hersteller und Impfstoff) aufgefrischt werden, damit der Impfschutz erhalten bleibt. Jedoch gibt es inzwischen auch viele Gegenstimmen, die verlauten lassen, dass eine jährlich Auffrischung nicht unbedingt notwendig ist, da die Antikörper wesentlich länger als ein Jahr erhalten bleiben. Daher wird eine Ausdehnung der Impfintervalle gefordert, welche den Vorteil hätte, die Risiken des Fibrosarkoms für die Katze herabzusenken und Impfschäden insgesamt zu minimieren. Die Journalistin Monika Peichl befasst sich seit dem Impfsarkom-Tod einer ihrer Katzen intensiv mit dem Thema Haustierimpfungen. Sie hat zahlreiche Beiträge und ein Buch zum Thema “Haustiere mit Verstand impfen” verfasst, wobei sie Wert auf die Feststellung legt, dass sie keine Impfgegnerin ist und alle Menschen und Tiere in ihrer Familie geimpft sind - aber eben nur so oft wie nötig. (Besagtes Buch findet Ihr am Ende dieses Berichts.)
Für Auslandsreisen von besonderer Bedeutung ist die Tollwutschutzimpfung, da ohne sie oft kein Grenzübertritt möglich ist. Sie wird - wie alle anderen Impfungen auch - durch den Impfpass belegt. Zwar ist Deutschland offiziell als tollwutfrei erklärt worden und es gibt auch keine Tollwutbezirke mehr, dennoch ist es sinnvoll, eine Freigängerkatze (im Gegensatz zu einer reinen Wohnungskatze!!) gegen Tollwut impfen zu lassen, da das Amt im Falle eines erneuten Auftreten eines Tollwutfalles dazu berechtigt ist, jede Katze ohne den Stempel in ihrem Impfausweis töten zu lassen bzw. die Tötung wegen Tollwutverdacht und Gefährdung der Menschen einzufordern. Einen solchen Fall gab es unserer Information nach z.B. vor Jahren im Raum Arolsen. Dort mussten die Besitzer nicht geimpfter Tiere diese zur Euthanasie bringen und eine Tötungsbescheinigung des Tierarztes beim Amt vorweisen. Die Auswirkungen waren, wie uns von einem damals betroffenen Veterinär geschildert wurde, fatal! Zum Glück sind wir inzwischen so weit, dass es Impfstoffe gegen Tollwut gibt, denen der Hersteller bereits offiziell 4 Jahre Impfschutz bestätigt. Die Impfung mit einem solchen Impfstoff in derartigen Abständen dürfte als vertretbar und sinnvoll angesehen werden, selbst wenn die Tollwutimpfung als eines der Hauptrisiken für die Sarkombildung gilt.
Impfstoffe für Katzen gibt es als so genannte “Lebendimpfstoffe” und als “Totimpfstoffe”. Letztere enthalten in der Regel chemische Zusatzstoffe (Adjuvantien, wie z.B. Aluminiumsalz) zur Verstärkung ihrer Wirkung. Diese Zusatzstoffe gelten inzwischen als Mitverursacher der Sarkombildung. Man sollte also seinen Tierarzt beim Impftermin nach einem adjuvansfreien Impfstoff fragen und Kombinationsimpfungen meiden! Dies gilt leider nicht für die Tollwutimpfung, da es keinen adjuvansfreien Tollwutimpfstoff gibt! Und genau daher ist es gerade hier wichtig, die Impfung so selten wie möglich zu setzen, indem man einen Impfstoff wählt, welcher einen längeren Impfschutz garantiert als andere! Sollte Euer Tierarzt Euch zum jährlichen Impfen gegen die Tollwut raten, dann scheinen ihm seine Einnahmen wichtiger zu sein, als das Wohl Eures Tieres!
Eine Besonderheit unter den Impfstoffen stellt derjenige gegen die feline infektiöse Peritonitis (FIP) dar. Die Verabreichung erfolgt nicht durch eine Injektion sondern direkt über die Nasenschleimhäute. Jedoch ist diese Impfung sehr umstritten, da erstens die Wirksamkeit stark in Frage steht und zweitens eine Studie ergeben hat, dass geimpfte Katzen sogar noch eher erkranken als ungeimpfte. Wenn Ihr Interesse an dieser Studie habt, findet Ihr sie hier.

Buchtipp zum Thema:



Video zum Thema Impfungen:


Video zum Thema Fibrosarkom

(letzte Änderung dieser Seite: 13 März, 2013)
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