Der Erreger der Katzenseuche (Panleukopenie), ein winziges Virus, ist weltweit verbreitet und gehört in die Familie der Parvo-Viren (FPV). Das Virus kann zumeist mittels einer PCR (Kot- oder Blutuntersuchung) nachgewiesen werden.
Da das Feline Parvovirus gegenüber äußeren Einflüssen sehr widerstandsfähig ist, bleibt es in der Außenwelt über Monate infektiös! Damit stellt dieses Virus eine ständige Bedrohung für ungeimpfte Tiere dar.
Die Ansteckung kann einerseits durch direkten Kontakt mit erkrankten oder bereits genesenen Katzen (Virusausscheider) erfolgen, aber auch indirekt über Gegenstände oder Kleidung usw. Folglich sind - genau wie beim Katzenschnupfen - auch diejenigen Tiere gefährdet, welche ausschließlich in Wohnungen gehalten werden und keinen Kontakt zu anderen Katzen habe. Auch hier ist daher eine Grundimmunisierung ein wichtiger Schutz vor der Ansteckung! Inzwischen ist eine jährliche Auffrischung nicht mehr nötig, denn die Hersteller bescheinigen nunmehr einen Impfschutz von 3 Jahren nach erfolgter Grundimmunisierung (wobei man in Fachkreisen eher annimmt, dass der Impfschutz wesentlich länger gegeben ist, evtl. sogar ein Leben lang).
Grundsätzlich können Katzen jeden Alters erkranken, zumeist wird jedoch die Diagnose “Katzenseuche” bei Tieren unter zwei Jahren gestellt. Die stärksten Symptome zeigen Jungkatzen bis zu einem halben Jahr. Bei erwachsenen Tieren verläuft die Erkrankung in der Regel deutlich milder.
Die größte Ansteckungsgefahr bergen “verseuchte” Gehöfte, Wohnungen, Tierheime oder -pensionen. Das Virus wird über die Schleimhäute (Nase und Maul) aufgenommen und verbreitet sich während der Inkubationszeit von rund einer Woche im ganzen Körper.
Das Virus schädigt die Körperzellen, vorwiegend im Bereich des Darmes und des lymphatischen Gewebes sowie der Organe. Im Mutterleib infizierte Föten sterben häufig vor der Geburt ab oder erleiden eine Schädigung ihres Gehirns, woraus spätere ataktische Bewegungsstörungen (Ataxie) resultieren.
Die Erkrankung beginnt in der Regel mit hohem Fieber, Appetitlosigkeit, Erbrechen, Durchfall und Niedergeschlagenheit. Dem folgen häufig Dehydration, Temperatursturz, Kollaps und Tod. (Die Krankheit kann jedoch auch einen perakuten Verlauf nehmen, bei welchem Durchfall und Erbrechen gänzlich fehlen und der Tod innerhalb von Stunden eintritt!)
Häufig lässt sich bei erkrankten Tieren eine typische Haltung beobachten, bei welcher sie mit dem Kopf über dem Wassernapf verharren, während Brust und Hals aufliegen. Bei der Berührung des Abdomens erfolgen Schmerzäußerungen.
Futterverweigerung und anhaltendes Erbrechen werden oftmals mit Vergiftungserscheinungen verwechselt oder vom Besitzer als Magen-Darm-Infekt fehlinterpretiert. Jeder Tag, der dann mit Abwarten ohne tierärztliche Behandlung vergeht, verschlechtert die negative Prognose! 80 bis 90% der erkrankten Tiere fallen der Katzenseuche zum Opfer! Überlebende Tiere weisen zumeist Folgeschäden im Bereich des Darms auf, welche nicht selten ein Leben lang Probleme bereiten.
Dieses kleine Katerchen und seine Geschwister waren mit Katzenseuche infiziert, als sie in einer unserer Pflegestellen abgegeben wurden. Die Seuche brach unmittelbar nach der Übergabe aus, und die Pflegestelle kämpfte mit allen Mitteln um das Leben der Welpen. Leider waren nicht alle zu retten. Der Kleine war einer von denen, die es geschafft haben. Aber leider hatte er später im neuen Zuhause immer wieder gesundheitliche Probleme und ist einige Jahre später verstorben.