auszeichnung


Ungebetene Gäste: Würmer und Einzeller

von Sarah C. Kilian
(Auszug aus KATZEN EXTRA 3/2000 mit freundlicher Genehmigung des SYMPOSION VERLAGES)

Haben Sie schon mal vom Taenia taeniaeformis gehört? Hinter dieser blumigen Bezeichnung versteckt sich der gewöhnliche Katzenbandwurm - und er kommt in den besten Familien vor... Aber vermutlich ist Ihnen herzlich egal, wie die Dinger nun heißen, darum will ich Sie nicht mit ellenlangen, unaussprechlichen Namen langweilen. Wesentlich ist, woran man Wurmbefall erkennt und wie man ihn wieder los wird. Die Erkennung der Art ist für die Bekämpfung zwar unerlässlich, gehört aber - abgesehen von der obligaten Vorsorge durch den Katzenhalter - in die Hände eines Fachmannes. Weil: Nicht alle sind bloß “gemeine Hauswürmer”, manche sind ganz schön gefinelte Biester, salopp ausgedrückt, und können sowohl Mieze als auch dem Menschen ziemlich zu schaffen machen.

Parasiten lieben schwache Opfer

Jeder Parasit kann - günstige Vermehrungsbedingungen und schwache Kondition des Tieres vorausgesetzt - lebensbedrohend sein. Womit sich “die Katz´ in den Schwanz beißt”: Parasit macht krank - Krankheit schwächt - Schwäche begünstigt den Parasit. Parasitenbefall setzt die Immunabwehr herab und macht damit anfällig für Infektionen. Besonders gefährdet sind Jungtiere, auch Streß mindert die Immunabwehr und wirkt auf Infektionen wie ein unbewachtes Nest auf den Eierdieb.

Wie kommt “der Wurm ins Getriebe”?

Entweder direkt (Katze-Katze, Hund-Katze) oder indirekt, in den meisten Fällen oral über einen Zwischen- bzw. Transportwirt, wie Bandwürmer, Spulwürmer, Hakenwürmer, Lungenwürmer, Saugwürmer, Kokzidien.

Aber auch perkutan = aktiv durch die Haut: Hakenwürmer.

Oder galaktogen = über die Muttermilch: Spulwürmer. Toxoplasmose z.B. kann auch
pränatal = im Mutterleib auf den Fetus übertragen werden.

Die Maus im Haus (oder Garten) ist wie alle kleinen Nager, diesbezüglich ein sehr vielseitiges Tier, und kann unsere Mieze mit den meisten vorkommenden Parasiten “versorgen”.

Haben Sie bisher rohen Fisch verfüttert, sollten Sie auch diesen als Zwischenwirt nicht unbeachtet lassen.

Abgesehen von unhygienischen Haltungsbedingungen und fütterunsfehlern steht ganz oben auf der Liste als Feind Nummer ein der Floh. Vor ihm sind selbst supergepflegte Haushalte nicht gefeit, denn er kann ebenso auf Ihrer Türmatte sitzen wie im Supermarkt von einem Menschen auf den anderen hüpfen (alles schon dagewesen). Hunde sind selbstverständlich oft benutzte, “natürliche” Transportmittel, trotz Flohhalsband. Diese kleinen, mehr als lästigen Blutsauger sind nicht nur Zwischenwirt für Bandwürmer, sondern kommen nach gar nicht mal so neuen Erkenntnissen auch für die Übertragung anderer Infektionskrankheiten in Frage.

Kampf dem Wurm - wie?

Relativ einfach: Zunächst sollte das Rundum-Service-Programm für jede Mieze außer den üblichen Impfungen und regelmäßiger Ohren- und Zahnkontrolle auch eine Wurm-Prophylaxe gegen die am häufigsten vorkommenden Rund(Spul)würmer enthalten. Meist mit Tabletten oder Paste (z.B. Banminth), auch per Injektion ist möglich - was immer Ihr Tierarzt oder Sie bevorzugen. Die gern empfohlene Anwedung in dreimonatigen Abständen bei reinen Wohnungskatzen kann auch durch eine Kotprobe zweimal im Jahr und zweimal Entwurmung ersetzt werden - vorausgesetzt, daß es sich um Vorsorge und nicht um die Bekämpfung festgestellter Parasiten handelt!

Kann Mieze aus dem Haus, ist die Gefahr einer Neuinfektion selbstverständlich häufiger
gegeben und sie müssen:

  • öfter entwurmen und
  • bei Flohbefall unbedingt zur Sicherung eine Bandwurmkur vornehmen -
    auch wenn sie (noch) keine Anzeichen dafür gefunden haben.

Mangelnde Hygiene und hohe Populationsdichte auf engem Raum fördern - abgesehen vom freien Auslauf - die Verbreitung und Entwicklung von Parasitosen.

Mit den besten Lebens- und Haltungsbedingungen und regelmäßiger Vorsorge schaffen sie ein sicheres Netz. Gute Beobachtung und damit Früherkennung tun ein übriges, um die Bekämpfung sicher zu gewährleisten, denn gegen (fast) alle ist ein Kraut gewachsen.

Ein “reiches” Innenleben...

Einzeller (Protozoonosen)

Der Befall mit Einzellern kann leider nicht immer verhindert werden, da die für uns relevanten Arten auch außerhalb eines Wirtes (z.T. bis zu einem Jahr) überleben und so die Infektion weitergeben können. Die besten Vorsorgemaßnahmen sind peinliche Hygiene und Vermeidung bzw. Vorbehandlung von Futterfleisch von gefährdeten Tieren (vorwiegend Schwein, Schaf, Fisch): Erhitzen auf mindestens + 70° Grad oder tiefgefrieren bei - 20° Grad (über mindestens vier Tage) tötet die Parasiten sicher ab und macht das Fleisch (auch für den Menschen) wieder unbedenklich genießbar.

1. Kokzidien:

Eine leichte Darminfektion ohne besondere Symptome, die bei einer Katze mit guter Kondition nach etwa einer Woche allmählich wieder abklingt. Jungtiere oder geschwächte Katzen jedoch geben einen guten Nährboden für massiven Befall. Zu dem meist dünnbreiigen, auch wässrigen (selten blutigen) Durchfall gesellen sich Fieber und Appetitlosikeit, die rasch zu Abgeschlagenheit, Abmagerung und Austrocknung führen können und den Patienten enorm belasten.

Infektionsquelle: Nagetiere, rohes Schweine- oder Schaffleisch, rohe (auch Rinder-) Leber; oder auf direktem Weg über Exkremente anderer infizierter Tiere (Garten), oder aus schmutzigen Katzentoiletten.
Nachweis: Kotuntersuchung
Behandlung: Der Tierarzt verschreibt ein geeignetes Präperat
 

2. Giardien:

Nicht oder nur schwer beeinflußbare Durchfälle können auf eine Infektion mit Geißeltierchen hinweisen, die zwar wesentlich häufiger beim Hund vorkommen, aber auch bei Katzen gar nicht so selten sind. Sie befallen vorwiegend Jungtiere, bei denen hin und wieder zusätzlich auch Erbrechen beobachtet werden kann.

Allerdings wird Giardiose eher als Faktorenkrankheit bezeichnet, was bedeutet, daß eine Schwächung des Kätzchens vorangegangen sein muß, meist durch schlechte Haltungsbedingungen oder fehlerhafte Fütterung. Bei erwachsenen Katzen verläuft die Krankheit sehr oft symptomlos (wie Toxoplasmose) oder gesellt sich erst später zu einer anderen Krankheit als Komplikation dazu.

Infektionsquelle: direkt von Tier zu Tier wie Kokzidien.
Nachweis: Kotuntersuchung
Behandlung: wird vom Tierarzt behandelt.
 

Giardien sin auf den Menschen übertragbach, eine krankmachene Wirkung jedoch nicht zweifelsfrei erwiesen. Bei vermehrtem Autreten wurde Durchfall beobachtet, der oft allerdings nur Symptom einer Ernährungs- bzw. Stoffwechselstörung war und vorwiegen Kinder betraf.

3. Toxoplasmose:

Bis auf eine evtl. Erhöhung der Körpertemperatur, Schläfrigkeit und leichten Durchfall tritt eine Toxoplasmose-Infektion bei der Katze kaum klinisch in Erscheinung. Eine wiederholte Reinfektion bzw. chronischer Verlauf kann allerdings zu Appetitlosigkeit, Fieberschüben, Leber und Herzmuskelschäden, Störungen des Zentralnervensystems, Abort und Sterilität führen, während die Darmentzündung mit nachfolgender Herzmuskel- und/oder Gehirnhautentzündung, schwachen Neugeborenen durchaus das Leben kosten kann! Auch hier sind therapieresistente Durchfälle ein Hinweis.

Infektionsquelle: Direkt über den Kot infizierter Katzen; indirekt über Beutetiere, rohes Schweine- oder Schaffleisch; pränatal im Mutterleib.
Nachweis: Kot- und Serumprobe - liegt die Infektion schon einen oder mehrere Monate zurück, verläuft die Kotuntersuchung meist ergebnislos, weshalb zusätzlich eine serologische Über- prüfung (PCR, ELISA, SFT etc.) angezeigt ist.
 

Toxoplasmose ist auf den Menschen übertragbar und kann (vorwiegend) bei einer ersteinfektion von Schwangeren fatale Folgen für das ungeborene Kind haben. Die meisten Menschen sind zwar aufgrund ihrer Eßgewohnheiten längst infiziert und immun, dennoch wird jede werdende Mutter am Beginn ihrer Schwangerschaft automatisch einem entsprechenden Test unterzogen (sie können auch Mieze testen lassen). Serologisch negative Frauen sollten daher die geliebte Katze bis zur Geburt ihres Kindes nicht mehr “küssen”, nach Streichel(=Speichel)Kontakt die Hände waschen und die Futterzubereitung sowie das Säubern der Katzentoilette (70 - 80° Grad heißes Wasser genügt) dem treusorgenden Ehemann (mit Schadenfreude) überlassen.

Ist der Wurm drin - welcher?

Würmer (Helminthen)

Würmer oder deren Entwicklungsstadien gehören zu den am meisten vorkommenden Plagegeistern unserer Katzen, die nicht nur aus hygienischem Interesse, sondern auch aus human-pathogenen Gründen besondere Aufmerksamkeit verlangen.

Auch hier macht die fehlende Immunabwehr Jungtiere besonders anfällig. Für eine sinnvolle Prophylaxe und Therapie ist eine exate Diagnose wichtig. Entdecken Sie Würmer im Kot oder “Reiskörner” an den Höschen, schaufeln sie es in einen leeren Joghurtbecher und tragen Sie “das Ganze” samt Katze zum Tierarzt!

Bandwürmer (Zestoden)

Bandwurmglieder

Alle Bandwurmarten der Fleischfresser benötigen für ihren Entwicklungszyklus mindestens einen Zwischenwirt - der Kontakt zu diesem bestimmt die Infektionsmöglichkeit und -häufigkeit. Alle Arten verursachen Durchfall und Abmagerung, gelegentlich struppiges Fell. Die reiskorn- oder gurkenkernähnlichen Bandwurmglieder wandern aktiv rektal aus und bleiben dann in der Aftergegend am Fell kleben. Meist ist das der Moment, wo wir die Bescherung erst bemerken...

Von den meisten Bandwurmspezies (die wichtigsten werden genannt) kommen in Westeuropa nur zwei wirklich häufig vor:

Der Gurkenkernbandwurm , der durch Zerbeißen und Verschlucken eines infizierten Flohs in die Katze gelangt. Die über den Kot ausgeschiedenen Eier werden auch von Flohlarven aufgenommen, diese wiederum von der Katze, womit sich der Kreis schließt - so kann es schon drei Wochen nach erfolgreicher Bekämpfung eines Bandwurmbefalls zu einer erneuten Infektion kommen. Gleichzeitige Flohbekämpfung ist daher unerläßlich.!

Als zwischenherd für den Katzenbandwurm dienen vorwiegend Mäuse.

Zu den seltenen Arten zählen der Fischfinnenbandwurm, der über den Verzehr von rohem und unzureichend geräuchertem Fisch in den Endwirt = Mensch, Katzen, Hund gelangt, und der Taenia pisiformis, der sich in den Innereinen von Hasen, Kaninchen und anderen Nagern entwickelt - eine Infektion durch beide Arten, kann dementsprechend leicht vermieden werden.

Während ein Befall mit dem fünfgliedrigen Fuchsbandwurm der ebenfalls durch kleine Nager übertragen wird, bei unserer Mieze gut zu bekämpfen ist, verläuft die Infektion beim Menschen wesentlich unerfreulicher: Das Larvenstadium dieses Parasiten ruft einerseits ein meist inoperables (und daher lebensbedrohendes) krebsartiges Wachstum in den verschiedenen Organen (Lunge, Leber) hervor oder bildet eine bis zu kindskopfgroße Zyste, die operativ herausgeschält werden muß. Infektionsquelle für uns Menschen ist allerdings weniger die Katze, sondern in erster Linie Waldfrüchte (Beeren und Pilze) oder ungewaschener Salat, da die Bandwurmeier durch Regen, Wind, verschiedene Insekten und Schnecken verbreitet
werden - wogegen der Mensch sich durch entsprechende Hygiene jedoch schützen kann.

Chemotherapeutisch schwerer zu beeinflussen ist der Mesocestoides spec. , der in Hornmilben heranreift und über damit infizierte Vögel in unsere Mieze kommt.

Unsere schöne Natur ist also gar nicht “so ohne” und somit erscheint es durchaus verständlich, warum Tierärzte bei Katzen, die selbige genießen können, zu öfterer Entwurmung raten.

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Rundwürmer (Nematoden)

Die Ansteckung mit diesen runden, oft nur wenige Zentimeter langen Würmern kann über mehrere Wege erfolgen. Gefährdet sind in erster Linie wieder Jungtiere. Rundwürmer lassen sich gut im Kot nachweisen und sind unter Berücksichtigung ihrer Entwicklung leicht zu eliminieren.

Der Katzenspulwurm ist zweifellos der am häufigsten vorkommende Darmparasit. Er wird bis zu 12 cm lang, ist weiß, etwa so dick wie ein Wollfaden und lebt im Dünndarm. Spulwürmer werden oft in größerer Anzahl spontan mit dem Kot ausgeschieden oder bei starkem Befall auch erbrochen. Krankheitserscheinungen sind eher selten zu beobachten; Jungtiere allerdings neigen zum Kümmern, zu rachitischen Beschwerden und Darmkatarrh, zeigen oft einen aufgeblähten Bauch und struppiges Fell. Ältere Katzen entwickeln gelegentlich eine Art Altersresistenz. Nach oraler Aufnahme infektiöser Eier erreichen die meisten Larven nach einigen Umwegen im letzten Entwicklungsstadium den Dünndarm. Manche wandern jedoch in den arteriellen Kreislauf, verteilen sich im Gesamtorganismus und kapseln sich in der Muskulatur ab - Trächtigkeit aktiviert sie wieder!!! Eine Infektion über die Plazenta (selten) ist möglich, über die Muttermilch als sicher erwiesen: Während der gesamten Säugeperiode werden Larven mit der Milch ausgeschieden. Die Prophylaxe ist daher enorm wichtig:

Spulwürmer

Bei festgestelltem Spulwurmbefall sollten alle Katzen im Haushalt entwurmt und die Toiletten für einige Zeit mit heißem Wasser und einem Desifektionsmittel gereinigt werden, um die Eier abzutöten und einer Reinfektion vorzubeugen.
 

Unter Mißachtung normaler Hygiene können Spulwürmer auch in den Menschen gelangen.

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Die ansteckungsfähigen Larven der Hakenwürmer gelangen durch die Haut nach langer Wanderung über Haarfolikel, Blut, Lunge, Lungensekrete (Husten), Speiseröhre in den Dünndarm und krallen sich in der Darmwand fest - das dauert etwa drei Wochen und dann ist die Erkrankung unübersehbar: Blutiger Durchfall, Abmagerung, Anämie, Bakterielle Sekundärinfektion des Darmes. Vor allem dem Jungtier entziehen diese Parasiten, die nur 1 cm lang, 1 mm dünn und von rosa-bräunlicher Farbe sind, eine ganze Menge Blut und können bei Massenbefall sehr wohl lebensbedrohend sein:

Hakenwurm

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Zu den Gott sei Dank seltenen, aber unerfreulichen Wurmparasitosen, die streunenden Katzen durchaus zum Verhängnis werden können, zählen der Lungenwurm, der über schneckenfressende Nager unsere Mieze infizieren kann und sich vorwiegend in den Luftwegen (Bronchien, Alveolen) ansiedelt. Chronischer Husten, Nasen- und Augenausfluß, erhöhte Atemfrequenz und eine durch wechselnde Inappetenz verursachte Abmagerung sowie deutlich gestörtes Allgemeinbefinden sind zu beobachten. Was in ganz seltenen Fällen den Tod der Katze zur Folge haben kann:

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Weiter der Lungenhaarwurm , der über kleinere Wildtiere übertragen wird und nach der Infektion letztendlich in der Lunge landet. Bei stärkerem Befall zeigen sich Bronchitis, röchelnder Husten, auch Nasenausfluß, Anämie und sich zunehmend verschlechternder Allgemeinzustand. Spätere Todesursache sind oft sekundär bedingte Pneumonien (=Lungenentzündung):

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Als nicht minder gefährlich erweist sich der Magenwurm , denn trotz fehlender verbindlicher klinischer Angaben wird doch berichtet, daß eine Beteiligung am Tod seines Wirtes möglich ist. Chronische Gastritis wäre ein Hinweis. Die Infektion erfolgt über die Aufnahme erbrochenen, parasitenhaltigen Materials anderer Tiere.

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Einer gegen alle

Da ausgesprochen seltene Parasiten einer chemotherapeutischen Behandlung z.T. schwerer zugänglich und gelegentlich nur post mortem (=nach dem Tod) zu diagnostizieren sind, kommt der Aufmerksamkeit des Besitzers und der Hygiene wieder einmal eine ganz besondere Bedeutung zu. Gegen die häufigsten (Rund- und Band-) Wurmarten sind eine Reihe wirkungsvoller Präperate - auch mit Breitbandwirkung - auf dem Markt. Gegen Bandwürmer sogar als Spot on = auf die Nackenhaut zu träufeln, die bereits bei einmaliger Gabe zuverlässig alle Untermieter eliminieren.

Bei (selten auftretender) Unverträglichkeit kann auf Peperazinsalze zurückgefriffen werden. “In einem Tag wurmlos glücklich” versprechen die Hersteller - und Mieze hat ein sorgenfreies Leben ohne lästige Gäste.

Quellen:
Kraft/Durr “Katzenkrankheiten”, Schaper Verlag;
Mehlhorn/Piekarski “Grundriß der Parasitenkunde”, UTB Fischer, Tierärzte-Infos

Verkürzte Widergabe eines Artikels von Sarah C. Kilian aus KATZEN EXTRA 3/2000,
mi it freundlicher Genehmigung des SYMPOSION VERLAGES)

 

Buchtipp zum Thema:

“Lehrbuch der Parasitologie für die Tiermedizin”
von Eckert/Freidhoff/Zahner/Deplazes

Dieses Lehrbuch ist unmittelbar am Lehrplan orientiert und bietet alle Inhalte der tierärztlichen Parasitologie-Prüfung . Durch den studentengerechten Zugang zum Fach bietet das Buch nicht nur dem Studierenden alles für eine optimale Vorbereitung auf Prüfung und Praxis, sondern auch dem interessierten Laien einen guten Einstieg in die Parasitologie.
Aus dem Inhalt:
- Vorlesungsbegleitender Aufbau nach Parasitensystematik.
- Zusammenfassungen zum schnellen Rekapitulieren.
- Anschauliche Zeichnungen der Entwicklungszyklen für visuelles Lernen und Differenzieren.
- Naturgetreues vierfarbiges Bildmaterial.
- Übersichten zu Zoonosen.
- Grundlagen der Diagnostik, Therapie und Bekämpfung von Parasiten sowie der allgemeinen Parasitologie.
- Zusammenstellungen von Parasiten und Parasitosen nach Tierarten und Organsystemen.

(Broschierte Ausgabe, 575 Seiten, 2005, Enke, ISBN 3830410328, 89,95 EUR)

“Veterinärmedizinische Parasitologie”

Zugegeben, dies ist weniger ein Buch für den “durchschnittlichen Tierhalter” wohl aber ein kompetentes, den gesamten Wissensstoff konzentriert darstellendes, Nachschlagewerk für aktive Tierschützer, die in ihrer täglichen Arbeit immer wieder gegen Parasiten aller Art zu kämpfen haben und dabei so manches mal auf Granit beißen. Die 5. Auflage ist das Werk eines Autorenteams von 5 Professoren der Veterinärmedizin und dient der umfassenden Aufklärung über Klinik, Diagnose, Therapie und Prophylaxe der verschiedenen Parasitosen. Hier erfährt der Leser alles über die biologischen Einzelheiten der Erreger, die verschiedenen Nachweismethoden, die Möglichkeiten der Bekämpfung und über das Wirt-Parasit-Verhältnis. Um die Übersicht und einen schnellen Zugriff zu gewährleisten, wurden die Parasitosen nach Tierarten gegliedert. Von den insgesamt 915 Seiten befassen sich beispielsweise 157 Seiten ausschließlich mit den zahllosen Parasitosen von Hund und Katze.

(Gebundene Ausgabe, 915 Seiten, 2000, Blackwell Wissenschaftsverlag, ISBN 3830440448, 119,- EUR)



“Krankheiten der Katze” von den Professoren Horzinek, Schmidt u. Lutz

Eines der beiden zweifellos umfassendsten und empfehlenswertesten veterinärmedizinischen Nachschlagewerke im Hinblick auf die Katzengesundheit ist die 4. überarbeitete Auflage von “Krankheiten der Katze”, deren Hauptautoren die renommierten Professoren Marian C. Horzinek, Hans Lutz und Vera Schmidt sind. Die dritte Auflage erschien 2003 und erfreute sich so großer Nachfrage, dass bereits zwei Jahre später eine 4. Auflage anstand, die somit auch gleich den neusten medizinischen Kenntnissen angepasst werden konnte.
Gemeinsam mit unzähligen anderen anerkannten Spezialisten haben sie die Erfahrungen vieler Kliniken im In- und Ausland zusammengetragen, welche auf allen Teilgebieten der Katzenmedizin das ganze Spektrum des Wissens abdecken und aktuelle Erkenntnisse und Entwicklungstendenzen berücksichtigen. Es werden neue medizinische Wege beschritten, um den Anforderungen der täglichen Praxis gerecht zu werden.
Das breit gefächerte Spektrum (allein das Inhaltsverzeichnis beläuft sich auf 12 Seiten) umfasst Verhaltensstörungen, Ratschläge zur Vorbereitung und Handhabung der Allgemeinuntersuchung, die klinische Labordiagnostik, Röntgen- und Ultraschallbilder, Virusinfektionen und Infektionen bakterieller Art, Mykosen (Pilzbefall), Parasitosen (Parasitenbefall), Erkrankungen von Herz- und Kreislauf, der Atemwege, der Haut, von Mund und Zähnen, des Magen-Darm-Traktes, der Leber, des Pankreas (Bauchspeicheldrüse), der Nieren und Harnwege, der Geschlechtsorgane, des Nervensystems, der Augen, des Blutes, der endokrinen Organe und des Immunsystems. Weiterhin befasst man sich mit Erbkrankheiten, Skelettveränderungen, Traumen, Vergiftungen, Tumoren, Alterskrankheiten, Anästhesie, Chirurgie, Orthopädie, Arzneimitteltherapien/-wirkungen, Energie- und Nährstoffbedarf. Abschließend wird noch ein Blick auf das Management von Haltung und Zucht sowie auf einige Rechtsfragen in bezug auf die Katze geworfen.
Das gesamte Werk ist sehr übersichtlich gegliedert und gestaltet, reich bebildert und sehr angenehm zu lesen. Kurzum: Ein unverzichtbares Nachschlagewerk, das Antworten auf nahezu alle Fragen zur erkrankten Katze liefert! (Leider hat es auch einen dementsprechenden Preis....)

 (Großformatige, gebundene Ausgabe, 880 Seiten, 2005, Enke Verlag, ISBN 3830410492, 149,90 EUR)

 

“Katzen Krankheiten” Band 1 + 2 von W. Kraft, U.M. Dürr und K. Hartmann

Und hier haben wir das zweite der beiden zweifellos umfassendsten und empfehlenswertesten veterinärmedizinischen Nachschlagewerke über die Krankheiten der Katze. Lange musste man auf diese 5. überarbeitete Ausgabe warten, endlich ist sie im Handel und hat gegenüber den früheren Auflagen eine ganz erhebliche Erweiterung erfahren: Sie liegt erstmalig in zwei Bänden vor. Das zeigt nicht nur die erheblichen Erweiterungen, die die einzelnen Kapitel erfuhren, sondern spiegelt auch die geradezu sprunghafte Entwicklung wider, die sich in den letzten Jahren auf allen Gebieten der Kleintiermedizin ergeben haben.
Der Tatsache Rechnung tragend, dass die Katze immer mehr an Beliebtheit gewinnt und verstärkt in der Tierarztpraxis vorgestellt wird, liefern die Autoren eine völlige Neubearbeitung und Aktualisierung dieses Standardwerkes, welches erhebliche Erweiterung erfahren durfte.
Die Themengebiete der 1467 Seiten erstrecken sich von Behandlungstechniken über Endoskopie, Bildgebende Verfahren, Sofortmaßnahmen bei akuten Traumen und Notfällen, Vergiftungen, Infusionstherapie und Sondenernährung, Impfung, virale und bakterielle Infektionskrankheiten, Mykosen, Zoonosen, Parasitosen, Krankheiten des Auges, der Ohren, der Haut, des Bewegungsapparates, der Zähne und des Kiefers, des Kreislaufsystems, des Respirationstrakts, der Verdauungsorgane, der Leber, der Pankreas, der Harnorgane, des Blutes, des Immunsystems und des Nervensystems bis hin zur Gynäkologie, Missbildungen, Stoffwechselstörungen, Alterserkrankungen, Tumoren, Onkologie, Ernährung und Diätetik, Verhaltensprobleme, Chirurgie und sogar Tötung.
Interessant ist hierbei, dass manche Krankheitsbilder in verschiedenen Kapiteln (also von unterschiedlichen Autoren) beschrieben werden, was zur Folge hat, dass unterschiedliche Meinungen zum Ausdruck kommen, was dem Leser ein breiteres Blickfeld eröffnet.
Kurz gesagt: Das Warten hat sich gelohnt, die Fülle ist atemberaubend - wenngleich dieses Werk hinsichtlich des Fachjargons nicht ganz so verständlich für den Laien ist wie das vorgenannte Werk.

 (Gebundene Ausgabe, März 2003, Schaper Verlag, ISBN 3794401999, 168,00 EUR)

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(letzte Änderung dieser Seite: 15 April, 2006)


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