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Hilfe für Wildlinge

Sie schleichen nachts durch Kleingartenanlagen, über Hinterhöfe, Friedhöfe und Lagergelände, stets auf der Suche nach Futter. Manche Tierschützer nennen sie "Wildlinge: wild geborene und ohne direkten Menschenkontakt aufgewachsene Katzen (nicht zu verwechseln mit ausgesetzten Hauskatzen!). Sie leben zwar in der von Menschen gestalteten Umgebung, lassen sich aber nicht anfassen oder gar in die Wohnung locken.
Wer eine solche Katze einsperrt oder gar ins Tierheim schafft, hilft ihr nicht. Freiheitsentzug bedeutet für diese "Wildlinge" seelische Qual, Stress und Leid. Als "schwer vermittelbar" sitzen sie oft Monate oder gar Jahre lang im Gehege, bis sie eine Unterkunft mit ausreichendem Auslauf oder wieder eine betreute Futterstelle gefunden haben. Oft sterben sie an Krankheiten, die vom überlasteten Tierheimpersonal zu spät oder gar nicht bemerkt werden, weil sich diese Katzen verstecken, sobald ein Mensch auch nur in ihre Nähe kommt.

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In Freiheit lebende "Wildlinge" vermehren sich jedoch verstärkt. Schon ab vier bis fünf Monaten werden sie geschlechtsreif. Der Nachwuchs ist oft zum Tode verurteilt: Katzenseuche, Katzenaids und andere Krankheiten bringen Siechtum. Neugeborene Kätzchen erkranken oft schon nach wenigen Tagen oder Wochen an Vereiterungen der Augen, der Nase und der Atmungsorgane; sie gehen meist früh zugrunde. Die überlebenden Katzen stecken wiederum ihre Artgenossen mit Infektionskrankheiten an und die Todesspirale geht weiter.

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Die einzige Möglichkeit, diesen Teufelskreis zu durchbrechen, ist die Kastration der wild lebenden Katzen. Hier sind nun die wirklichen Tierfreunde gefordert, die die Reviere der Katzen kennen oder diese gar füttern. Sie sollten den nächstgelegenen Tierschutzverein auf diese "Wildlinge" aufmerksam machen. Mit speziellen Lebendfallen werden die Katzen dann eingefangen, kastriert und nach einigen Tagen wieder in ihren gewohnten Lebensbereich zurückgebracht.

Kastrationsaktion

Die Kosten dieser sog. "Kastrationsaktionen" werden manchmal von Tierfreunden übernommen. Andere Menschen jedoch wollen den "Wildlingen" keinen Lebensraum zugestehen - nicht selten bleiben daher die Tierschützer auf ihren Kosten sitzen.

Füttern allein genügt nicht! Besprechen Sie mit dem für Ihren Wohnort zuständigen Tierschutzverein, wie am Besten vorzugehen ist. Sammeln Sie im Freundes- und Bekanntenkreis Geld für die Tierarztkosten. Helfen Sie den Wildlingen!

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Text © Gunda O´Neal
Fotos © Birgit Lötzerich

 

Buchtipp zum Thema:

Geliebte Streuner

“Geliebte Streuner” von Traute Oestereich

Dieses kleine Büchlein berichtet in liebevoller und bewegender Art und Weise von den Erlebnissen der Autorin im Zusammentreffen mit bedürftigen Straßenkatzen in und um Berlin. Angefangen in der Kindheit (während der Nachkriegszeit) bis heute ist Traute Oestereich stets beherzt eingeschritten, wenn es z.B. darum ging, ihre Habseligkeiten mit einem hungernden Kätzchen zu teilen, einen Wurf Neugeborener vor der Tötung zu bewahren, eine Gruppe von Straßenkatzen zu befreien, die von einem Hauswirt in einem ehemaligen Luftschutzkeller zum Verhungern eingesperrt wurden oder unter dem Einsatz größter Geduld einen verletzten Kater auf dem Gelände einer Baufirma einzufangen.
Diese und viele weitere Geschichten erzählt die Autorin vor allem in der Absicht, dem Leser die Not der Straßenkatzen näher zu bringen, eine Lanze für diese bedürftigen Tiere zu brechen und aufzuzeigen dass es oft so einfach ist, zu helfen, und man mit so viel Dankbarkeit der Tiere belohnt wird! Recht hat sie, kann ich da nur sagen!

(Hardcover,  68 Seiten, BoD, ISBN 3833480297, 16,90 EUR)

Karo 

(letzte Änderung dieser Seite: 13 März, 2013)


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