Domestiziert und doch noch Wildtier

Obwohl Katzen den Menschen schon seit vielen Tausend Jahren durch die Geschichte begleiten, haben sie viele der Eigenschaften ihrer wildlebenden Vorfahren beibehalten. Eine dieser Eigenschaften ist das Revierverhalten.

Beobachtet man eine Katze bei der Durchwanderung des Gartens, kann der Eindruck entstehen, das Tier folge geheimnisvollen Pfaden. In der Tat ist das Revier einer Katze und natürlich auch das eines Katers durchzogen von unsichtbaren Wegen, die das Tier auf seinen Streifzügen abläuft. Auch wenn andere Katzen auf Grund von Revierüberschneidungen die gleichen Wege benutzen, tun sie dies nach Möglichkeit nicht gleichzeitig. Sollten sich doch einmal zwei Tiere begegnen, gehen sie sich durch Laufen auf einem in sicherer Entfernung gelegenen parallelen Pfad meist aus dem Weg. Dabei wird aber selbstverständlich die Rivalin niemals aus den Augen verloren.

Treffen sich zwei Kater, kann es trotzdem zu einem Kampf kommen. In einem solchen Fall wird dann entweder um ein rolliges Weibchen oder um die Rangfolge gefochten. Meist gehen diese Kämpfe allerdings ohne Blessuren ab. Es wird gefaucht, imponiert und die Pfote gehoben. Manchmal wird ein kleiner Tatzenhieb verteilt. So geht es hin und her, bis einer der Kontrahenten schließlich aufgibt und sich zurück zieht. Der dominierende Kater markiert sein Revier, indem er seine Duftmarke an besonders hervorstechenden Punkten hinterlässt. So weiß jeder sich nähernde fremde Kater, dass dieses Revier und somit auch die Katzen in diesem schon besetzt ist.

Auch in der Wohnung gehaltene unkastrierte Kater beginnen unter Umständen mit der Markierung ihres Reviers, in diesem Fall eben der Wohnung. Das aber hinterlässt einen deutlichen Geruch. Begründet sich dieses Verhalten tatsächlich auf reinem Revierverhalten, kann eine Kastration Abhilfe schaffen. Doch sollte das Tier immer zunächst einem Tierarzt vorgestellt werden, um organische Schäden oder Verhaltensproblematiken auszuschließen, die ebenfalls zur Markierung führen können.

(Quelle: Zooplus, Autorin: Korinna Hovorka)

 


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