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Hallo, ich bin Sam. Meine beiden Brüder und ich haben am 10.05.98 in Vellmar das Licht der Welt erblickt, und zwar in der Waschküche unserer ehemaligen Nachbarn von gegenüber. Unsere Mama (Minki) ist eigentlich eine Bauerskatze, hat sich aber besagte Waschküche als neues Zuhause und als (letzte) Wurfstätte ausgesucht. Nach uns durfte sie keine Babies mehr bekommen, weil sie zu schwach war. Deshalb haben meine Menschen dem Babyboom auch gleich ein Ende bereitet, und meine Mama kastrieren lassen, als die Zeit reif dafür war. |
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Photos aus der "Waschküchenzeit" gibt es leider nicht, denn unsere Aufzucht wurde ausschließlich per Video dokumentiert.Unsere jetzige Dosenöffnerin hat uns alle paar Tage gefilmt, um unsere Entwicklung festzuhalten. Manchmal sehen wir uns diese Aufnahmen gemeinsam im Fernsehen an, das ist immer ganz toll! Das Photo oben ist eins der ersten Bilder in meinem neuen Zuhause. Meine Menschen wollten wieder ein bis zwei Gesellschafter für Mimi aufnehmen, und hatten mich zuerst ausgesucht, weil mein Fell fast schwarz war. Den Jüngsten wollte die Nachbarin mit zu ihren Katzen in die Wohnung nehmen.. |
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Zusammen mit Fritzi bin ich dann am 5. Juli ´98 auf die andere Straßenseite umgezogen. Hier hat es uns gleich supergut gefallen. Mimi, die übrigens genauso aussieht wie unsere Mama, haben wir dann gleich als Ersatzmama angenommen. Ich war allerdings etwas enttäuscht, daß aus ihren Zitzen keine leckere Milch herauskam. Na ja, unsere richtige Mama wollte uns ja auch schon kaum noch trinken lassen. Ansonsten hat Mimi gleich alle Pflichten unserer Mama übernommen. Und dann gab´s hier auch so tolle Spielsachen und lauter komische Bäume mit Fell zum Klettern und Toben. |
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Eine Woche später haben wir ja dann noch zwei Neuzugänge bekommen. Danach ließ es sich noch besser Toben. Ja, wir hatten eigentlich eine ganz tolle Kinderstube - das einzige, was uns gar nicht gefiel, waren die laufenden Besuche bei dem Mann in dem weißen Kittel. Wir waren nämlich derart Katzenschnupfen-verseucht, daß wir fast jede Woche auf den Tisch dieses Mannes mußten... Wir konnten manchmal kaum aus unseren verklebten Augen gucken. Den Virus hatten wir von unserer Mama, die war nämlich bereits auf einem Auge davon erblindet. |
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Wir haben immerzu Antibiotika und Imunserum-Spritzen bekommen. Unsere Abwehrkräfte waren gleich Null - und die Ersparnisse unserer Menschen näherten sich ebenfalls bedrohlich diesem Wert :-). Es hat fast ein dreiviertel Jahr gedauert, bis wir diesen Mist richtig los waren, und manchmal kommt heute noch so ekliges Zeug aus unseren Augen. Na ja, jetzt sind wir schon "erwachsen", und neulich waren wir mal wieder bei dem "weißen Mann" - aber "nur" zum Impfen und zum jährlichen Gesundheits-Check... |
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Hier seht Ihr mich beim Kuscheln mit Semira, als wir noch kleiner waren. Sind wir nicht ein hübsches Paar? Heute will sie fast nur noch mit Mimi kuscheln, das ärgert mich manchmal (ich bin nämlich ein wenig eifersüchtig), und dann jage ich sie kurzerhand kreuz und quer durch die Bude :-). Ja, in so einem Moment kann ich ein Ekel sein, und im nächsten Moment pirsche ich mich an einen anderen Mitbewohner, um mich nach allen Regeln der Kunst ausgiebigst putzen zu lassen. Am besten geht das mit Luca, der ist immer "putzwillig". Kuscheln geht noch am besten mit Fritzi. |
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So hat sich Sammy hier bei seinen Besuchern vorgestellt. Und auch wenn er nicht mehr unter uns weilt, soll diese Vorstellung dennoch zu seinem Andenken hier verbleiben! Am 4. Januar 2002 haben wir ihn verloren, unseren schwarzen Panther.... Wenn wir Euch an dieser Stelle nun erzählen, wie es dazu kam, dann hat das zwei Gründe: Erstens haben viele Leute nach ihm
gefragt, nachdem sie erfahren hatten, daß er erkrankt war. All diesen Leuten möchten wir für ihre Anteilnahme danken und ihnen nun erzählen, was geschehen ist. Alles fing damit an, daß Sammy knapp 5 Wochen vor Weihnachten plötzlich eines Tages so merkwürdig in seinem Katzenklo hing,
ganz schief und so lang. Da ich mich in diesem Bereich ja ganz gut auskenne, wußte ich sofort, was das Stündchen geschlagen hatte: Harnverhalten.....vielleicht sogar ein Harnwegsverschluß. Ich rief Gerd sofort zu, er solle sich
anziehen, wir müßten zumTierarzt, und beobachtete Sammy dann noch ca. eine viertel Stunde, wie er im Klo hing und nicht einen einzigen Tropfen rausbrachte. Dann packte ich ihn ein und es ging ab zum Doc. Der fühlte die Blase
und stellte fest, daß diese recht voll und hart war. Er versuchte, sie etwas auszudrücken, was ihm aber nicht gelang. Er wollte uns mit einem Spasmolytikum (ein Mittel zum Entkrampfen) nach Hause schicken, da er meinte, daß
Sammy sich wohl durch eine Zystitis (Blasenentzündung) und dem daraus resultierenden Schmerz so verkrampft hätte, daß er keinen Urin lassen könnte. Leider war es damit noch nicht getan, und Sammy mußte am nächsten Morgen noch einmal katheterisiert werden. Aber am
Nachmittag durften wir ihn schließlich abholen, weil er bereits wieder selbst Urin abgesetzt hatte. Nach einer Woche war es dann scheinbar überstanden: Sammy konnte wieder normal auf Toilette gehen, setzte durchschnittliche Mengen an Urin ab, und es war kein Blut mehr zu sehen. Die Antibiose wurde nach 10 Tagen (die gängige Zeit) beendet, was mir aber nicht ganz geheuer war, weil die Veterinärfachbücher bei Harnwegserkrankungen zu einer Gabe über mehrere Wochen raten! Also wollte ich auf Nummer Sicher gehen und kaufte mir in der Apotheke Teststreifen, mit denen man den ph-Wert des Urins ermitteln und eine Ausscheidung von Leukozyten (was eine Entzündung anzeigt), Proteinen und Erythrozyten (also Blut) feststellen kann. Ich entlockte Sammy eine Urinprobe und führte den Test durch. Zwar war der ph-Wert super, aber Sammy schied immer noch eine Menge Leukos und Proteine aus, sowie einige Erys. Ich sprach den Doc also auf eine Fortführung der Antibiose an. Da diese nun eh schon abgebrochen war, entschieden wir uns, etwas zu warten und dann ein Antibiogramm anfertigen zu lassen, um sicher zu gehen, auch das richtige Antibiotikum zu verabreichen. Im Anschluß daran wurde ein Präparat ausgewählt, welches nun von vornherein über drei Wochen verabreicht werden sollte. Kurz vor Ende dieser Gabe entnahm ich Sammy eine Urinprobe und wir führten eine neue Untersuchung durch. Das war am Freitag vor Weihnachten. Bis zu diesem Tag hatte Sammy seine Katzentoilette wieder völlig normal benutzt, war wieder ganz der Alte und zeigte keinerlei Symptome. Auch beim Entnehmen der Urinprobe pieselte Sammy völlig normal. Am nächsten Morgen, dem Samstag vor Weihnachten, sah ich Sammy dann wieder auf dieselbe komische Weise in seinem Katzenklo
hängen, und wußte: Es geht wieder los. Wir fuhren sofort zum Tierarzt, der inzwischen die ersten Ergebnisse der Urinprobe vorliegen hatte: Es waren keine Steine mehr vorhanden!!! Also fuhren wir zunächst nach Hause und setzten unsere Hoffnung auf das Spasmolytikum. Aber
Fehlanzeige. Sammy setzte weiterhin keinen Tropfen ab. Und was hinzu kam: Er übergab sich einige Male. Meine Angst hinsichtlich des Nierenversagens stieg damit zusehends, denn Erbrechen ist schließlich eines der Symptome einer
Urämie (Harnstoffvergiftung durch Nierenversagen). Am Abend bekamen wir dann die Info, daß es sich Gott sei Dank nicht um einen Tumor handeln würde - aber: Seine Nierenwerte
seien drastisch erhöht!! Also doch Urämie.... Ich wußte es doch! Er bekam dann Infusionen und sie wollten sehen, woran es liegt, daß er keinen Urin absetzen konnte, denn es waren ja wie gesagt keine Steine vorhanden und die
Blasenentzündung sah auch gar nicht sooo schlimm aus, da die Blasenwände noch nicht verdickt waren. Wir konnten also nur hoffen, daß die Erhöhung der Nierenwerte "nur" durch das Harnverhalten gekommen und nicht schon
länger vorhanden war, dann bestand eine Chance, daß die Nieren sich wieder regenerieren würden. Fehlanzeige! Er war nach dem Katheterisieren nicht wieder durchgängig, mußte also noch einmal katheterisiert und auch weiter
infundiert werden, wegen den Nierenwerte (die Infusionen sind zur Spülung gedacht, der Harnstoff soll damit aus dem Blut gespült werden). Was ein ein trauriges Heilig Abend mit viel Tränen. Am nächsten Morgen fuhren wir dann sofort wieder in die Klinik, inzwischen hatte ein anderer Arzt Notdienst. Er sah Sammy an und meinte, wir müssen sofort wieder Blut abnehmen wegen der Nierenwerte. Und dann kam es: Die Nierenwerte waren bereits nicht mehr meßbar, ein Nierenversagen hatte sich eingestellt. Der Grund für das ständige Erbrechen war die Harnstoffvergiftung. Wir waren fix und fertig, standen weinend am Behandlungstisch, da wir diese vernichtenden Werte ja nur zu gut kennen. Hätte es sich um eine CHRONISCHE Insuffizienz (wie bei Luca) gehandelt, wäre dies sein sofortiges Todesurteil gewesen. Aber da ein akutes Nierenversagen ja behandelbar ist, entschieden wir gemeinsam mit dem Arzt, es zu versuchen: Sammy kam für 4 Tage an den Dauertropf und bekam für diese Zeit einen Katheter eingenäht. So konnte er permanent gespült werden. Das war die einzige Hoffnung, sein Leben zu erhalten, um dann der Ursache auf den Grund zu gehen. Wir ließen ihn nur schweren Herzens zurück, weil wir Angst hatten, ihn nie wiederzusehen. Aber es war seine einzige Chance. Zuhause und ohne Behandlung wäre er ganz sicher noch an diesem Tag gestorben. Am nächsten Tag stieg die Hoffnung: Sammy hatte seit der Narkose für den Katheter nicht mehr gebrochen. Der Urin lief in
Strömen durch den Katheter, die Spülung schien zu funktionieren. Am Donnerstag dann weitere Anzeichen der Besserung, nur Essen wollte er nicht. Wir durften ihn besuchen, brachten ihm von Luca´s Nierendiät mit, und er fing
sofort an zu essen, als wir ihm die Halskrause, die er wegen des Katheters tragen mußte) abnahmen. Wir durften rund eine Stunde bei ihm bleiben, er schmuste mit uns und biß vor Vergnügen in das Gestänge seines Korbes. Das war
unser Sammy, wie wir ihn kannten. Auch das Fell sah wieder deutlich besser aus, die Schuppen waren deutlich zurückgegangen. Er machte einen so positiven Eindruck, daß wir uns von da an sicher waren, er würde es schaffen. Am Samstag dann die große Freude: Die Nierenwerte waren wieder im mittleren Normbereich! Das war schon die Hälfte des Sieges. Wir mußten ihn nun “nur” noch durchgängig halten. Wir entschieden jedoch, die Spülung bis Sonntag fortzuführen, da am Wochenende keine größeren Maßnahmen (es stand noch immer eine Penisamputation in der Diskusion) im Notdienst möglich gewesen wären, wenn der Katheter gezogen würde und sich wieder Komplikationen einstellen sollten. Am Sonntag zog Sammy sich den Katheter dann selbst, und unterzog sich einer größeren Putzaktion, als die nun diensthabende Ärztin zu ihm kam. Es schien ihm gut zu gehen. Inzwischen hatten wir weiterhin starke Ursachenforschung betrieben und alle Ärzte der Klinik waren sich einig, daß es sich nur um eine nervliche Sache handeln könnte, da offensichtlich kein mechanischer Verschluss (Steine oder sonstiges) beim Katheterisieren feststellbar war. Aus diesem Grund hielt man eine Penisamputation (Fistel) für unnötig und unwirksam. Man entschloss sich also zu dem Versuch der Stimulierung der Nervenfunktion. Der Blasenmuskel sei offensichtlich zu schlaff und daher nicht kontraktionsfähig. Man entschied sich daher zur Verabreichung eines Parasympathomimetikum (Bethanechol). Die Therapie begann also bereits an diesem Wochenende. Außerdem bekam Sammy weiterhin Infusionen, um die Niere nicht wieder zu gefährden. Am Sonntag setzte Sammy zwar bereits Urin ab, aber eher tropfenweise unter starkem Druck, nicht im Strahl. Am Montag, also Silvester, pieselte er dann munter unter sich. Die Ärztin klopfe sich auf die Schulter für ihre gute Idee mit dem Medikament. Sie hatte damit bisher keinerlei Erfahrung gesammelt, es war also ein absoluter Versuch. Wir waren zwar Silvester sehr traurig, daß Sammy nicht bei uns war, aber wir feierten dennoch unsere obligatorisch Luftschlangenparty mit den anderen Katzen, weil wir uns ganz sicher waren, daß Sammy bald wieder bei uns sein würde. Am Neujahrstag wieder gute Nachrichten: Sammy pieselte weiter erfolgreich. Aber sie wollten ihn uns noch nicht mit nach
Hause geben, da er weiterhin infundiert werden sollte, um mit der Niere auf Nummer Sicher zu gehen. Schweren Herzens stimmten wir zu und riefen am 2. Januar wieder an, in der Hoffnung, daß er entlassen würde. Da traf uns wieder
eine schlechte Nachricht: Sammy pieselte zwar noch immer wunderbar, aber es hatten sich starke Nebenwirkungen eingestellt. Er speichelte sehr stark, produzierte erheblichen Bronchialschleim, was zu leichter Atemnot führte, sein
Herz schlug verlangsamt. Kurz: Die Ärztin bekam Panik, daß ein Herzstillstand erfolgen könnte und setzte das Mittel sofort ab, ja gab sogar ein Gegenmittel, um das parasymphatische Nervensystem wieder hochzufahren. Ich war nun voller Panik, daß ein weiterer Versuch dieser Medikation zu Sammy´s Tod führen könnte und rief in meiner Not sämtliche Unikliniken an, sprach mit Neurologen (hier bestätigte man mir die Medikation soweit) und einem sehr netten Spezialisten aus Norderstedt (ein Urologe, also zuständig für Harnwegserkrankungen). Dieser riet mir zu einer anderen Therapie und bekundete seine Bereitschaft, die Klinik in der Behandlung zu beraten. Er empfahl mir u.a. ein Mittel, welches mir auch von den Vets der Unikliniken als Kombinationspräparat empfohlen wurde. Dies gab ich sofort an die Klinik weiter, wo man mir berichtete, daß man das Parasympathomimetikum bereits wieder angesetzt hätte. Sammy würde auch nicht mehr so stark speicheln.... Uns war sehr unwohl und wir hatten panische Angst. Aber wir hatten ja keine andere Wahl, wenn wir ihn retten wollten. Die ganze Zeit während Sammy´s Aufenthalt in der Klinik bin ich überall nur mit Handy hingegangen, weil ich immer Angst
hatte, es würde Komplikationen geben. Sogar an der Arbeit habe ich es eingeschaltet gelassen. Am nächsten Tag, das war Freitag, der 4. Januar, bin ich zur Arbeit und hab alle zwei Minuten auf mein Handy geblickt, ob ich auch ja
Empfang hatte. Als ich nach Hause kam, war ich so unruhig, daß ich mich entschloss, ein paar Mails zu beantworten, um die Zeit zu überbrücken, bis ich um 16.oo Uhr in der Klinik anrufen konnte. Dann saß ich zitternd dort und
wählte die Nummer. Die Ärtzin kam ans Telefon und sagte zu mir: "Frau Lötzerich, ich hab sie vorhin schon versucht zu erreichen...." Auf meine Erklärung, daß ich permanent über Handy erreichbar gewesen sei, meinte
sie, im Computer hätte die Handy-Nr. nicht gestanden und so habe sie daheim angerufen. Auf die Idee, daß die Nummer auf der Karteikarte vermerkt sei, wäre sie leider nicht gekommen.... Ich kochte zwar vor Wut, ließ die Sache
allerdings beiseite, um zu erfahren, warum sie angerufen habe. Daraufhin meinte sie dann: "Er hat es leider nicht geschafft, er ist heute Mittag gestorben......" Als wir aufgerufen wurden, lag er lang ausgestreckt und bereits steif in einem Pappkarton auf einem Behandlungstisch. Man
hatte uns allein reingeschickt, und als wir den Karton öffneten, brachen wir beide erneut in Tränen aus. Ich war nicht fähig, dort zu warten, bis die Ärztin endlich mal erschien, nahm Sammy und wollte gehen. Im Flur trafen wir
eine Helferin die dann die Ärztin aus der Behandlung holte. Sie kam zu uns und sagte uns, wie leid es ihr täte. Sie hätte wirklich Hoffnung gehabt. Am Morgen hätte sie noch das neue Kombinationspräparat besorgt und verabreicht.
Dann hätten sie ständig nachgesehen, ob er schon gepieselt hätte, und mittags hätte eine Helferin dann bei einer dieser Kontrollen seinen Tod festgestellt. Ich wäre der Ärztin am liebsten an den Hals gesprungen, weil ich nicht
verstehen konnte, daß wir nicht informiert wurden, daß es wieder kritisch war und noch nicht einmal, als er verstorben war. Sie entschuldigte sich, daß sie nicht an das Handy gedacht hätte. Sie hätte mich morgens daheim
angerufen, um mir mitzuteilen, daß es nicht so gut aussieht und sie das neue Mittel verabreicht hätte. Da war ich (ich habe später in der Telefonanlage die Zeit nachvollzogen) gerade fünf Minuten aus dem Haus. Hätte sie mich da
auf dem Handy angerufen, hätte ich sofort in die Klinik fahren und bei ihm bleiben können. Dann hätte er nicht mutterseelenallein in seiner Box sterben müssen. Mein Gott, der Gedanke tut so weh. Unsere Tiere dürfen doch immer
daheim und in meinen Armen sterben (wer die Rubrik “Zeit des Abschieds” gelesen hat, weiß das). Und er mußte die letzten Minuten völlig allein dort in der Box hocken. Keiner hat ihm beigestanden. Und nicht einmal, als er tot
war, haben sie ans Handy gedacht. Ca. 5 Minuten bevor ich von der Arbeit kam, hat sie wieder daheim angerufen (hab ich auch in der Anlage geprüft). Hätte sie mich dann erreicht, hätte ich ihn wenigstens sofort dort wegholen und
einrollen können, bevor er in dem Karton steif wurde. Wir konnten das alles nicht fassen, und ihre Entschuldigung half uns überhaupt nicht. Was hatten wir davon? Was hatte Sammy davon? Erst durften wir ihn nicht besuchen, und
dann mußte er allein sterben. Sie konnte gar nicht verstehen, was sie uns damit angetan hatte. Sie wollte uns dann mit der Ausrede trösten, daß es sowieso nicht immer gut sei, sein Tier noch einmal kurz vor dem Tod zu sehen,
wir sollten ihn doch lieber zu besseren Zeiten in Erinnerung halten. Ich hätte sie schlagen können, hab ihr dann aber nur unter Tränen gesteckt, daß dies vielleicht für andere Tierbesitzer zutreffen kann, aber nicht für uns.
Wir gehen immer den letzten Schritt mit unseren Tieren und lassen sie nicht im Stich, weil es unschön werden könnte. Wir haben Sammy dann nach Hause gebracht. Daheim hab ich ihn aus dem Karton geholt und bin mit ihm im Arm auf dem Teppich weinend zusammengebrochen. Ich konnte es nicht fassen. Ich wollte es nicht fassen. Ich hab mir dauernd gewünscht, er würde einfach wieder wach in meinen Armen. Hab bestimmt zwei Stunden so mit ihm dort gesessen. Gerd hat inzwischen seinen Sarg fertig gemacht. Wir hatten eine schöne Holzkiste gekauft, mit einem stoffbezogenen Deckel. Die hat Gerd dann noch etwas umgearbeitet. Wir haben uns dann entschlossen, ihn nicht gleich zu begraben. Erstens waren an dem Tag 13 Grad minus und wir befürchteten, gar nicht in den Boden zu kommen (für Montag war Tauwetter angesagt). Zweitens gab uns das Zeit für den Abschied, der uns ja vorher versagt geblieben war. Am Montag haben wir ihm dann einen Platz in der Nähe unserer Terrasse gesucht. Jetzt stehe ich immer mal am Terassenfenster
und sehe zu ihm raus.
Eine Blüte für das Leben
Es weht der Wind ein Blatt vom Baum,
Um zu trösten sagen Freunde: (Abgeänderte Version eines Songtextes von Laith Al Deen)
Sammy, Du fehlst uns so sehr!!!
(letzte Änderung dieser Seite: Feb 07, 2006)
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