Eine Katze zu verlieren verändert den Alltag: Plötzlich fehlen gewohnte Abläufe, Geräusche und Rituale. Viele Halter suchen nun nach Formen, um ihre Bindung zu würdigen, ohne den Verlust zu leugnen – nach einem Raum, in dem Trauer einen Ausdruck finden kann. Neben organisatorischen Fragen zu Bestattung oder Einäscherung rücken Erinnerungsorte, Rituale und die Wahl der passenden Form zur Aufbewahrung der Asche in den Vordergrund.
Bestattungswege und Einordnung der Optionen
Bevor Halter sich auf die Gestaltung konkreter Erinnerungsorte konzentrieren, müssen sie oft zunächst entscheiden, welchen Bestattungsweg sie einschlagen möchten. In Deutschland gibt es einige wenige Möglichkeiten, die sich je nach Bundesland und Kommune in rechtlichen Vorgaben unterscheiden. Hierzu stehen verschiedene Möglichkeiten offen:
Die Einäscherung im Tierkrematorium, die Beisetzung auf dem Tierfriedhof, die Einäscherung oder Beisetzung im eigenen Garten (sofern dies nicht gegen entsprechende Vorschriften verstößt) und die Abgabe bei einer Tierkörperbeseitigungsanlage (vornehmlich dann, wenn keine individuelle Möglichkeit des Gedenkens gewünscht ist).
Bei der Einäscherung wird zwischen Sammel- und Einzeleinäscherung unterschieden. Bei einer Sammelkremation werden mehrere Tiere zusammen verbrannt, die Asche wird zusammen beigesetzt oder verstreut, eine Zuordnung zu einem einzelnen Tier ist nicht möglich. Wer eine Urne aufbewahren oder später einen bestimmten Erinnerungsort festlegen möchte, wählt zumeist die Einzeleinäscherung, bei der nur ein Tier im Ofen ist und die Asche sogleich auch eindeutig zugeordnet werden kann.

Katzenurne für den Abschied
Wenn die Asche nach der Einzeleinäscherung wieder an den Halter zurückgegeben wird, stellt sich für diesen die Frage, wie und wo sie aufbewahrt werden soll. Viele spezialisierte Anbieter für Urnen für Katzen orientieren sich an dem typischen Körpergewicht der Hauskatzen und geben Volumenempfehlungen, damit die Asche ganz aufgenommen werden kann. Die Angaben erfolgen als Orientierungswert meist in Litern, wobei deren Größenordnung sich in etwa auf drei, vier, fünf oder sechs Kilogramm Körpergewicht bezieht, was dem Halter die Auswahl erleichtert.
Neben dem Volumen ist das Material der Urne von Bedeutung. Keramikurnen bieten eine große Form- und Glasurenvielfalt, sind für die Innenräume gut geeignet und lassen sich farblich an Möbel und Wände anpassen. Metallurnen, etwa aus Edelstahl oder anderen Legierungen, sind in der Regel robust und können je nach Ausführung auch in geschützten Außenbereichen aufgestellt werden, soweit die Oberflächen vor Korrosion geschützt sind.
Holzurnen wirken anders, benötigen aber nach sorgsamer Oberflächenbehandlung einen geschützten Platz, wenn sie dauerhaft in einem Raum mit wechselnder Luftfeuchtigkeit oder gar im Freien stehen sollen. Biologisch abbaubare Materialien kommen nur in Betracht, wenn eine spätere Beisetzung im Erdreich geplant ist, damit sich die Urne mit der Zeit auflöst.
Halter achten häufig darauf, dass die Gestaltung und Symbolik der Urne ihrer Katze und dem eigenen Wohnumfeld entsprechen. Manche entscheiden sich für sehr schlichte Gefäße, andere suchen Modelle mit Pfotenmotiven, Silhouetten oder solchen, die Gravuren von Namen und Daten zulassen. So wird die Urne nicht nur ein Gefäß für die Asche, sondern vermag auch einen Bezug zur gemeinsamen Zeit herzustellen.
Erinnerungsorte im Zuhause
Viele Menschen wählen nach dem Tod ihrer Katze einen Platz in ihrer Wohnung aus, der bewusst als Ort des Erinnerns eingerichtet wird. Oftmals findet sich an diesem Ort lediglich ein Foto, eine Urne, ein Halsband, eine Spielzeugmaus oder ein Pfotenabdruck, der in der Zeit der Krankheit oder kurz nach dem Tod angefertigt wurde.
Solche Bündelungen schaffen einen Platz, an dem Trauer und Erinnerung sichtbar werden dürfen, ohne dass sie die ganze Wohnung überfluten. Mancher Halter setzt diesen Platz auf ein Regal im Wohn- oder Arbeitszimmer, andere suchen Orte der Ruhe aus, etwa das Schlafzimmer oder eine Ecke zum Lesen. Kriterien sind hier oft Sichtbeziehungen im Alltag, also die Frage, ob man beim täglichen Vorübergehen auf den Platz aufmerksam gemacht werden will, oder ob er eher ein Rückzugsgebiet sein soll, das man bewusst aufsucht.Auch die Frage nach der Öffentlichkeit oder Privatheit wird beim Einrichten eine Rolle spielen, vor allem wenn Besuch kommt oder Kinder umherwuseln.
Wer keine Urne verwahrt, mag an ihrer Stelle andere kleine Dinge als Anker benutzen. Fotoalbum, ein eingerahmtes Bild oder ein Gegenstand, der mit typischen Tätigkeiten des Katers verbunden war, können ähnliche Dienste tun. So lässt sich Erinnerung auch unabhängig von Bestattungsart und Ascheverbleib organisieren.
Erinnerungsorte im Freien und gesetzliche Grenzen
Sofern geeignete Flächen vorhanden sind, legen manche Halter sich einen Erinnerungsort im Freien an, häufig im eigenen Garten oder auf dem eigenen Grundstück. Hier kann, je nach gesetzlicher Regelung, ein Grab angelegt, ein Gedenkstein gesetzt oder eine wetterfeste Urne aufgestellt werden.Die gesetzlichen Bedingungen variieren und beziehen sich im wesentlichen darauf, dass das Tier nicht in Wasserschutzgebieten oder neben Brunnen oder Gemeindestraßen beigesetzt werden darf, und dass es sich bei dem Tier um Haustiergröße handeln muss.
In der Praxis beherbergen viele einen Platz, wo die Katze gerne gelegen hat, in der Nähe eines Beetes, oder unter einem Strauch. Hier kann man einen Platz mit Pflanzen, einer kleinen Bank oder einem Stein versehen, so dass ein Ort entsteht, in den man bei regelmäßigem Gießen oder Gartenpflege immer wieder reinschaut.
Rituale des Alltags und dauerhafte Erinnerung
Rituale helfen vielen Menschen, die Trauer zu ordnen und ihr wiederkehrende Anlässe zu bieten. Einige Halter zünden an bestimmten Tagen eine Kerze an, am Todestag oder an dem Tag, wo sie die Katze in den Haushalt aufgenommen haben. Andere legen Fotoordner an, analog oder digital, in denen sie Alltagssituationen, besondere Ereignisse, Eigenarten der Katze festhalten, manchmal ergänzt um kurze Notizen oder kleine Geschichten.
Auch Erzählrituale sind hilfreich. Erinnerungen an charakteristische Verhaltensweisen, etwa Begrüßungsrituale, Schlafplätze, Vorlieben für Spielzeug, werden in Gesprächen mit Angehörigen oder Bekannten immer wieder hervorgeholt und helfen, die Katze als Teil der eigenen Biographie präsent zu halten. Manche Halter arbeiten frühere Gewohnheiten in neue Abläufe ein, indem sie etwa einen Platz am Fenster absichtlich frei lassen oder bestimmte Dinge da liegen lassen, wo sie sonst lagen, um einen Übergang nicht zu abrupt werden zu lassen.
Neben eigenen Formen machen manche Menschen gute Erfahrungen mit dem Angebot externer Stellen. Tierfriedhöfe veranstalten gelegentlich Gedenktage oder Lichteraktionen, wo mehrere Halter zusammenkommen und einen strukturierten Rahmen für Erinnerung finden.
