Sterbehilfe bei der Katze

Die Katze ist eines der beliebtesten Haustiere in Deutschland. In den Haushalten leben etwa 16,7 Millionen Tiere. Sind Katzen gut gepflegt, werden sie je nach Rasse, Genetik und Art der Haltung 15 bis 20 Jahre oder älter.

Wie beim Menschen lassen im Alter Gehör, Sehkraft und leider auch die Funktion der Organe nach. Das bedeutet natürlich nicht, dass damit sofort jegliche Lebensqualität schwindet, aber bei fortschreitender Erkrankung kommt irgendwann der Zeitpunkt, sich mit der Frage auseinanderzusetzen, wann es für das Tier zur Qual wird. Sprich: Wann ist es an der Zeit, das geliebte Tier gehen zu lassen?

Sterbehilfe bei der Katze

Sterbehilfe bei der Katze - Wann ist der richtige Zeitpunkt?

Das veränderte Verhalten kann auf eine Krankheit hinweisen

Wer eine Katze in seine Familie aufnimmt, der übernimmt dem Tier gegenüber Verantwortung. Er muss also stets beobachten, ob das Tier leidet. Katzen, die erkrankt sind, äußern ihr Leiden oftmals nicht in vollem Maß, da die Katze in der Natur keine Schwäche zeigen darf, um dem Feind nicht erlegen zu sein. Daher muss man sehr genau hinschauen!

Es kann sein, dass das Tier einfach nur eine Reduktion des Bewegungsdrangs zeigt, sich zu verstecken beginnt, oder gar ein apathisches Verhalten an den Tag legt. Auch kann es sein, dass Aufnahme von Nahrung und Wasser verweigert wird.

Es ist ebenfalls möglich, dass die Katze sehr ruhig, scheu oder aggressiv reagiert, wenn sie in Kontakt mit Menschen kommt. Stellst du also eine Veränderung im Verhalten deiner Katze fest, sollte immer ein Tierarzt aufgesucht werden, um abzuklären, was nicht stimmt und wie dem Tier geholfen werden kann.

Ob und wann eine Katze euthanasiert werden muss, ist nicht pauschal zu beantworten

Selbst wenn die Katze sehr alt ist, muss sie nicht wegen jeder Krankheit eingeschläfert werden. Die Entwicklung der Veterinärmedizin ist sehr fortschrittlich und bietet inzwischen für sehr viele Erkrankungen, bei denen früher sofort euthanasiert wurde, wirksame Therapien an.  So kann häufig Linderung verschafft und die Lebensqualität aufrechterhalten bzw. wiederhergestellt werden.

Dennoch kann es bei bestimmten Erkrankungen bzw. bei einem weit fortgeschrittenen Verlauf irgendwann der Fall sein, dass man dem Tier nicht mehr helfen kann. In diesen Fällen ist zu klären, ob und wann der Zeitpunkt gekommen ist, Sterbehilfe zu leisten und das Tier von seinem Leid zu erlösen.

Bezüglich des richtigen Zeitpunkts gibt es keine pauschale Aussage. Jedes Tier ist ein Individuum und erlebt Leid und Schmerz damit auf seine individuelle Weise. Daher muss die Entscheidung von der Bezugsperson in Absprache mit dem Tierarzt ihres Vertrauens getroffen werden.

Zwar kennt die Bezugsperson das Tier am besten, jedoch kann ihr Blick auch emotional getrübt sein, so dass die objektive Sicht des Tierarztes gefragt ist.

Andererseits gibt es auch Tierärzte, die sehr gleichgültig und pauschal urteilen, eine Behandlung als unsinnig erachten und zu schnell dabei sind, wenn es um die Euthanasie geht. Daher ist es wichtig, einen Tierarzt des Vertrauens zu finden, auf dessen wohlüberlegtes Urteil man sich verlassen kann.

Nur zugelassene Tierärzte dürfen Sterbehilfe leisten

Nach geltendem Gesetz darf eine Katze in Deutschland nur durch einen zugelassenen Tierarzt eingeschläfert werden! Nur er verfügt über das nötige Fachwissen und die entsprechenden Medikamente.

Damit bei der Sterbehilfe gewährleistet ist, dass die Katze stirbt, ohne dabei Schmerzen oder Qualen zu erleiden, werden heutzutage hochwirksame Medikamente verabreicht. Wie bei einer Operation erhält das Tier ein Narkosemittel. Jedoch wird dieses Medikament so hoch dosiert, dass das Tier ohne zu leiden einschläft und das Herz zum Stillstand kommt.

Je nachdem, welches Medikament gewählt und auf welche Weise es verbreicht wird, kann es bei der einleitenden Narkose zu einem vorübergehenden Brennschmerz kommen.  Hier sollte man mit seinem Tierarzt vorab genau besprechen, welche Möglichkeiten es gibt, welche Vorgehensweises er vorschlägt und welche möglichen Folgen diese hat!

Den Eintritt des Todes spürt das Tier nach Aussage der Mediziner nicht, da das Bewusstsein zu diesem Zeitpunkt bereits komplett ausgeschaltet ist.  

Sterbehilfe ist auch zu Hause möglich

Für manche Tierhalter stellt sich die Frage, ob sie ihre Katze auf dem letzten Weg begleiten sollen oder nicht. Tierärzte tendieren dazu, dass die Katze nicht allein zum Einschläfern kommen sollte. Das Tier ist in einer fremden Umgebung und wird von fremden Menschen angefasst. Es weiß nicht, was nun geschieht und verbringt seine letzten Minuten in Angst und Unsicherheit oder gar in großer Panik. Es braucht den liebevollen Beistand seiner Bezugsperson.

Kein Mensch wünscht sich, seine letzten Atemzüge allein mit fremden Menschen und in fremder Umgebung tätigen zu müssen! Ich persönlich sehe es so, dass wir es dem Tier, welches uns sein Vertrauen und seine Liebe geschenkt hat, schuldig sind, ihm in den schwersten Minuten seines Lebens beizustehen und es nicht allein zu lassen.

Ein weiterer Punkt ist, dass viele Menschen es zutiefst bereuen, ihrem Tier in der letzten Stunde nicht beigestanden zu haben. Dies weiß ich aus sehr vielen Gesprächen im Rahmen meiner aktiven Tierschutzarbeit über zwei Jahrzehnte hinweg. Sie können es sich auch nach vielen Jahren nicht verzeihen, ihr Tier in den letzten Minuten allein gelassen zu haben. Hat man diese Entscheidung einmal getroffen, lässt sie sich nicht mehr rückgängig machen.

Auch wenn es ein schwerer Gang ist, so sollte man sich überwinden, den letzten Weg mit dem Tier gemeinsam zu gehen. Vor dem Tierarzt und seinen Angestellten muss sich kein Mensch schämen, der seinem jahrelangen Begleiter gegenüber Gefühlen zeigt. Häufig bieten die Tierärzte einen separaten Raum an, in denen man sich in Ruhe verabschieden kann.

Einige Tierärzte bieten auch den Hausbesuch zur Euthanasie an, damit das Tier in seiner gewohnten Umgebung bleiben und dort einschlafen kann. Ich persönlich habe hiermit sehr gute Erfahrungen gemacht, da dies im Normalfall die stressärmste Variante für das Tier ist. Der Transport in eine Praxis stellt für viele Tiere einen enormen Stress dar und ist zumeist mit großer Angst verbunden. Dem kann ein Hausbesuch vorbeugen.

Auch für mich als Halterin war dies immer die angenehmste Variante, da ich mich im Anschluss immer in Ruhe verabschieden und meinen Tränen freien Lauf lassen konnte, statt mich weinend auf den Heimweg machen zu müssen.

In der Regel darf die Katze im Garten beerdigt werden

Ist die Katze verstorben, haben die Halter verschiedene Möglichkeiten. In den meisten Gemeinden darf die Katze im eigenen Garten bzw. auf dem eigenen Grundstück begraben werden.

Hat man kein eigenes Grundstück, kann er das Tier durch ein Tierkrematorium verbrennen und sich im Anschluss wieder aushändigen lassen. Er entscheidet dann, ob er die Urne daheim aufbewahren oder auf einem Tierfriedhof beisetzen lassen möchte. Auch bieten die Krematorien ist in der Regel an, die Asche auf einer hauseigenen Streuwiese auszustreuen.

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