Pocke am KatzenohrFeline Orthopoxviren, im Volksmund Katzenpocken genannt, kennt man erst seit rund 30 Jahren. Dennoch handelt es sich hierbei um eine bedeutende und relativ häufig vorkommende Krankheit bei Katzen. Obwohl der Wissensstand auch heute die Details der Krankheit noch nicht zu 100% wiedergeben kann, weiß man aufgrund molekularbiologischer Untersuchungen, dass Katzenpocken durch Kuhpocken (Orthopox bovis) verursacht werden. Anders als bei anderen Krankheiten, wie dem Katzenschnupfen, handelt es sich hierbei um eine Zoonose – also eine Krankheit, die vom Tier auf den Menschen übertragbar ist und besonders für Kinder eine Gefahr darstellt.

Wie infiziert sich die Katze mit Orthopoxviren?

Die Infektion der Katze geschieht zumeist beim Beutefang, und zwar durch Bisse oder Kratzverletzungen von Ratten bzw. Mäusen. Zumeist kommt es innerhalb einiger Wochen zur Abheilung, aber bei Tieren mit geschwächtem Immunsystem (z.B. durch FIV oder FeLV) kann es auch zu einer systemischen Infektion mit z.T. tödlichen Pneumonien (Lungenentzündungen) entstehen.

Zu den häufigsten Trägern und Ausscheidern der Katzenpockenviren, die auch Kuhpockenviren genannt werden, gehören wilde Nager (Mäuse sowie Ratten). Katzen infizieren sich daher meistens durch Bisse ihrer Beutetiere bei der Nagerjagd, womit Freigängerkatzen, beziehungsweise Katzen mit viel Ausgang, diesem Risiko also besonders ausgesetzt sind.

Krankheitsverlauf der Katzenpocken

Hautverletzungen durch Bisse von Beutetieren sind in der Regel am Kopf, am Hals oder an den Vorderläufen lokalisiert. An diesen Eintrittsstellen des Virus in die Haut treten in der Folge stark juckende (teilweise nekrotisierende) Hautveränderungen, die sogenannten Pocken, auf. Das Virus kann aber auch über den Magen-Darm-Trakt in die Katze gelangen. Die Inkubationszeit beträgt zwischen 7 und 12 Tage, meistens 9 bis 10 Tage.

Der Krankheitsverlauf spielt sich dabei wie folgt ab: Zuerst einmal kommt es zum sogenannten Erythem, einer Rötung der Haut. Häufig sind diese am Kopf des Tieres am leichtesten zu finden, da der Rest der Papeln aufgrund des dichten Fells meistens schwer erkennbar ist. Im Folgenden entwickeln sich die Rötungen zu Bläschen, die vereitern, austrocknen und dann Krusten bilden. Nachdem diese abgefallen sind, kommt es zu einer Vernarbung. Die Gefahr ist diejenige, dass Katzenbesitzer diese Symptome nur selten mit den unter Katzenhalter wenig bekannten Katzenpocken in Verbindung bringen – ein Gesundheitsrisiko für Tier und Mensch, gerade hinsichtlich der Ansteckungsgefahr.

Eigene Erfahrung mit Katzenpocken

So ging es auch mir, als ich 2012 im Rahmen meiner Tierschutzarbeit einen wild geborenen Katzenwurf zur Zähmung aufnahm. Eine bei der Aufnahme eher unscheinbare Wunde am Ohr eines der Kitten hielt ich zunächst für eine durch Rauferei unter den Kleinen entstandene Verletzung, die ich natürlich gleich desinfizierte, ihr aber keine weitere Bedeutung beimaß. Doch dann schien die Haut zu wuchern und die Wunde bereitete mir Sorgen. Unsere Tierärztin ging zunächst ebenfalls noch nicht von einer Pockeninfektion aus, sondern entfernte den Grind der Wunde und führte eine Wundbehandlung durch. Damit nahm die Sache ihren Lauf, denn die Wunde suppte für den Rest des Tages vor sich hin und explodierte förmlich über Nacht. Am nächsten Morgen war die Kleine schlagartig übersät mit Pocken in Form von kleinen, geschlossenen Pusteln bzw. Knötchen. Zur Bestätigung der Diagnose entnahm ich eine Tupferprobe aus der Wunde, die fröhlich vor sich hin suppte, und etwas von der sich bildenden Krust und schickte sie zwecks Orthopox-PCR ins Labor. Denn der Virusnachweis erfolgt, indem die Bläschenflüssigkeit, die Krusten bzw. der Pustelinhalt mittel Polymerase-Kettenreaktion auf das erregerspezifische Gen untersucht wird, welches sequenziell bestimmt werden kann. Ist der Befund positiv und die Krankheit zweifelsfrei diagnostiziert, so ist der Tierbesitzer verpflichtet, dies bei der zuständigen Behörde zu melden, denn Katzenpocken sind meldepflichtig.

Ist Prävention möglich?

Bis heute gibt es keine Präventionstherapie, ein Impfstoff, der vor Katzenpocken schützt, ist bislang nicht zugelassen. Natürlich gibt es aber Möglichkeiten, Katzenpocken zu behandeln. Sollten Katzenpocken also bereits diagnostiziert sein, so ist es wichtig, dass die Katzen geschont werden und Medikamente zur Verfügung stehen, die zur Immunisierung des Tieres beitragen. Eine weitere wichtige Maßnahme, die eine Sekundärinfektion vermeidet, ist die antiseptische Reinigung der Hautläsionen. Da die Haut durch die Katzenpocken geschädigt wurde, verliert sie ihre natürliche Barrierefunktion, was Bakterien den Zugang erleichtert. Ggf. rät der behandelnde Tierarzt demzufolge auch zum Einsatz von Antibiotika.

Dauer der Erkrankung

Die Dauer der Erkrankung hängt vom Virus sowie vom Stadium, in welchem die Krankheit erkannt wird, ab. Wird die Krankheit frühzeitig erkannt, so kann die Ausbreitung des Virus mithilfe einer Wundreinigung verhindert werden. Auch eine rechtzeitige Förderung des Immunsystems trägt dazu bei, dass der Heilungsprozess beschleunigt wird. Es ist also möglich, dass eine Katze innerhalb weniger Tage geheilt ist, nachdem die ersten Symptome aufgetreten sind. Ansonsten ist auch ein Verlauf über mehrere Wochen möglich. Die meisten Hauskatzen stecken Katzenpocken ohne weitere Folgeschäden weg. Bei älteren Katzen, die ohnehin ein geschwächtes Immunsystem haben, können in Folge weitere bakterielle Infektionen auftreten.

Besonders eine langwierige Erkrankung stellt nicht nur ein gesundheitliches Risiko für Besitzer und Katze dar, sondern auch eine finanzielle Belastung für den Katzenhalter. Hier bietet sich die Möglichkeit, eine Katzenkrankenversicherung abzuschließen und für die Kosten der Behandlung (im Ernstfall auch mehrere Tierarztbesuche) sowie Medikamente vorzusorgen. Online-Vergleichsportale wie Financer bieten die Möglichkeit, Angebote diverser Anbieter zu vergleichen.

Katzenhalter, die im Rahmen der bis Mitte der 70er Jahre geltenden Impfpflicht gegen Pocken geimpft wurden, verfügen grundsätzlich über einen Schutz hinsichtlich der Infektionsgefahr, jedoch kann es, so wurde mir seinerzeit durch den Leiter der Pocken-Forschung persönlich mitgeteilt, dennoch durch die Kontaminierung der Schleimhäute mit der Pockenflüssigkeit zu Folgeerkrankungen kommen. Er bat mich eindringlich, entsprechende Hygienemaßnahmen einzuhalten und keinesfalls vor erfolgter gründlicher Händedesinfektion z.B. meine Augen zu berühren.

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