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Flöhe und Zecken bei der Katze

Flöhe sind eine der ältesten und eine der erfolgreichsten Tierarten der Erde. Sie ernähren sich vom Blut jeglicher Säugetiere, seien es nun Hunde, Katzen, Ratten, Kaninchen oder Menschen.
Es gibt zwar verschiedene Arten von Flöhen, wie etwa Katzen-, Hunde- oder Menschenflöhe, diese sind aber dennoch nicht wählerisch, wenn es um den Wirt geht, dessen Blut sie verkonsumieren wollen.

Flohbefall der Katze

Das Wichtigste über Flöhe zusammengefasst

Flöhe sind 1,5 bis 4 mm große, flügellose Insekten mit sechs Beinen. Damit die Blutsauger ihre Opfer aktiv anspringen können, ist das hintere Beinpaar besonders kräftig ausgebildet. Um sich im dichten Tierfell schnell und sicher fortbewegen zu können, besitzen Flöhe an den Gliedmaßen und am Körper nach hinten gerichtete Borsten.

Durch leichtes Einritzen der Haut an verschiedenen Stellen versucht der Floh, eine gute Blutquelle zu finden und die Durchblutung zu testen. Flöhe leben gerne auf dem Körper von Katzen, ernähren sich von deren Blut und legen ihre Eier in deren Fell, die dann irgendwo in der Wohnung abfallen und dort zu einer Herausforderung werden.

Flöhe sind hartnäckig und geduldig

Ein befruchteter weiblicher Floh legt im Laufe seines etwa dreiwöchigen Lebens bis zu 2500 Eier, die etwa 0,3 mm groß sind und Salzkörnern ähneln. Aus diesen Eiern schlüpfen nach wenigen Tagen Larven, die sich vom Kot der erwachsenen Flöhe und von Hautschuppen ernähren. Sie entwickeln sich über mehrere Häutungen zu Puppen, die über bis zu einem Jahr lang im Teppich und in Bodenritzen in Lauerstellung gehen und auf ein warmblütiges Tier oder einen Menschen warten, auf die sie springen können.

Flohbisse, die eigentlich Flohstiche sind, verursachen bei Katzen Juckreiz und Schmerzen. Darüber hinaus können sie Bakterien übertragen und eine Reihe weiterer Probleme verursachen. Flöhe sind Zwischenwirte für Parasiten wie dem Gurkenkernbandwurm und Erreger des Fleckfiebers. Kätzchen und ältere Katzen können bei ungewöhnlich starkem Befall und entsprechend häufigen Bissen durch den Blutverlust anämisch werden. Dieser Fall ist jedoch sehr selten gegeben.

Wie ein Flohbefall erkannt werden kann

Es ist nicht einfach, Flöhe bei Katzen zu erkennen, da sich die Parasiten zum einen tief im Fell verbergen und wegkriechen, wenn das Fell gescheitelt wird. Kratzen kann das erste Symptom sein.

Regelmäßiges vorsichtiges Kämmen der Katze mit einem Flohkamm, insbesondere im hinteren Rückenbereich und in der Leistengegend, und das Ausschütteln des Fells über einem feuchten weißen Tuch können helfen, Flöhe zu entdecken. Dunkle Körnchen, die beim Verreiben mit Wasser eine rotbraune Farbe annehmen, deuten auf Katzenflöhe hin. Sodann handelt es sich wahrscheinlich um den Kot von Flöhen, der verdautes Blut der Katze enthält. Absolute Gewissheit kann ein Tierarztbesuch verschaffen.

Was kann ich gegen Flohbefall tun?

Oberstes Gebot jeder Flohbekämpfung: Die angewendeten Mittel sollen nur Flöhe töten, nicht aber dem Tier schaden oder krank machen! Deshalb sind Puder und Sprays, die auf das Fell gebracht werden, eher ungeeignet, denn sie werden beim Putzen abgeleckt und können zu Vergiftungsreaktionen führen.  

Auch Deine eigene Gesundheit und die Deiner Kinder solltest Du, bei allem Ekel vor den Biestern, nicht aus den Augen verlieren, der Giftangriff richtet sich sonst vielleicht auch gegen Dich selbst!

Wer Flöhe bei Katzen bekämpfen und vorbeugen möchte, kann zwischen verschiedenen Präparaten wählen:

Spot-on-Produkte

Sowohl beim Tierarzt als auch im Fachhandel sind diverse Spot-on-Produkte erhältlich, die üblicherweise in kleinen Tropffläschchen verpackt sind. Wie viele Tropfen in den Nacken der Katze aufgetragen werden müssen, hängt von der Größe des Tieres ab. Nach dem Auftragen verteilen sich die Wirkstoffe mit dem natürlichen Talg der Haut innerhalb weniger Tage von der behandelten Stelle im Nacken des Tieres über den ganzen Körper. Je nach Produkt werden neben Flöhen auch andere Parasiten wie Zecken, Haarlinge und Mücken abgewehrt.

Es ist jedoch zu beachten, dass rezeptfreie Mittel aus dem Fachhandel so gut wie keine Floh abtötende Wirkung haben! Sie zielen zumeist darauf ab, dass Flöhe das behandelten Tier verlassen bzw. es gar nicht erst befallen. Chemische Flohmittel aus der Tierarztpraxis hingegen töten die Flöhe in der Regel in den ersten 48 Stunden nach der Behandlung ab.

Bei einem stärkeren Befall kann eine Wiederholung der Behandlung angezeigt sein. Dies sollte jedoch mit dem Tierarzt besprochen werden.

Achtung: Vor allem direkt nach der Anwendung sollte das Tier für einige Zeit nicht gestreichelt werden, da sich Rückstände der Flohmittel im Fell des Tieres befinden können. Kinder sollten insbesondere während der ersten 30 Minuten nach der Behandlung von dem behandelten Tier ferngehalten werden.

Keinesfalls ein Spot-on für Hunde verwenden!

Zudem ist bei den Produkten dringend darauf zu achten, dass es sich auch tatsächlich um ein speziell für Katzen hergestelltes Präparat handelt! Hundepräparate enthalten oft Permethrin, was bei Katzen zu einer  Vergiftung führt. (Die Symptome - wie z.B. Zittern, Schüttelkrämpfe und Ohnmacht - können sich innerhalb weniger Stunden bis zu zwei Tagen nach der Anwendung entwickeln. Und nur bei sofortiger Behandlung durch den Tierarzt besteht eine Überlebenschance für das Tier!)

Auch Teebaumöl ist giftig!

Ebenfals nicht verwendet werden dürfen Mittel, welche Teebaumöl enthalten, da Teebaumöl durch den Gehalt an Terpenen und Phenolen bei Katzen toxisch wirkt! Durch die fehlende Fähigkeit zur Verstoffwechselung können Katzen diese Verbindungen nur sehr langsam ausscheiden. Auch wenn zunächst keine Vergiftungserscheinungen sichtbar sind, sind Langzeitfolgen möglich, denn die Inhaltsstoffe reichern sich im Körper an!

Selbst bei nur wenigen angewendeten Tropfen des Teebaumöls können die Tiere bei der Fellpflege toxische Mengen aufnehmen. Nicht alle Katzen reagieren auf die gleiche Weise, aber die Folgen sind zumeist typische Symptome wie Zittern, Taumeln, Unruhe und allgemeine Schwäche. Nicht selten endet dies sogar tödlich!!! Daher ist Vorsicht mit unbekannten Produkten aus dem Tierhandel oder gar aus dem Supermarkt geboten!

Flohshampoo

Bei Flohbefall kann das Baden des befallenen Tieres mit einem speziellen Flohshampoo hilfreich sein, sofern die Katze das Baden zur Fellpflege gewohnt ist und es sich ohne Stress gefallen lässt. Dies trifft allerdings nur auf sehr wenige Tiere zu.

Die Wirkung des Shampoos hält jedoch nicht länger als eine Woche an. Es eignet sich daher nur zur Bekämpfung eines bestehenden Flohbefalls und nicht als vorbeugende Maßnahme. Die beste Wirkung erzielen Flohshampoos in Kombination mit einem Raumspray zur Bekämpfung von Flöhen.

Viele Flohshampoos setzen sich aus natürlichen Ölen und pflanzlichen Fettsäuren zusammen, die pH-neutral und daher sanft zur Haut sind.

Die gesamte Wohnung ist betroffen

In erster Linie geht es natürlich darum, die Flöhe zu bekämpfen, die sich auf der Katze eingenistet haben und ihr das Leben schwer machen. Allerdings befindet sich nur ein Teil der Flohpopulation auf der Katze. Daher ist es ratsam, die gesamte Wohnung gegen Flöhe zu behandeln und dabei besonders auf dunkle Stellen zu achten, in die sich die Larven gerne zurückziehen, wie zum Beispiel Ritzen im Fußboden, Sockelleisten, die Unterseite von Teppichen sowie Matratzen und Polstermöbel.

Daher ist es unverzichtbar, auch die Umgebung zu behandeln! Es sollte alles gründlich abgesaugt und der Staubsaugerbeutel umgehend entsorgt werden, um eine Flucht der Flöhe zu verhindern. Auch der Einsatz eines starken Dampfreinigers ist sehr hilfreich. Hiermit kannst du ältere Flohpuppen aus dem vorigen Jahr dazu bringen, zu schlüpfen, und diese dann aufsaugen. Ideal ist das tägliche Saugen, bei starkem Befall darf auch gern 2 x täglich jede Sofaritze und der Teppich bearbeitet werden.

Darüber hinaus sollten alle waschbaren Decken, Unterlagen und dergleichen bei mindestens 60 Grad Celsius in der Waschmaschine gewaschen werden.

Zudem sollten alle Kratzbäume und sonstige Liegeflächen sowie alle unzugänglichen und schwer zu reinigende Bereiche (wie oben erwähnt) mit einem Umgebungsspray behandelt werden. Hier empfehle ich Flee TM, denn es enthält eine organische Silikon-Verbindung, welche innerhalb kürzester Zeit adulte Flöhe und Larven immobilisiert. Floh-Puppen und -Eier können nach der Anwendung von Flee nicht schlüpfen. Auf diese Weise unterbricht das Spray Entwicklungszyklus der Flohpopulation. Durch seine rein physikalische Wirkweise soll es unschädlich und umweltfreundlich sein und keine Gefahr für Kinder, Haustiere und Fische darstellen. Es enthält im Gegensatz zu anderen Umgebungssprays keinerlei Pestizide und kann daher auch gegen Flöhe eingesetzt werden, die resistent gegen Pestizide sind. Darüber hinaus ist es geruchlos und Allergen-frei. So lässt sich dafür sorgen, dass der Entwicklungszyklus in der Umgebung unterbrochen wird.

Der Großteil der "Altlast" kann dich und dein Tier eine Weile beschäftigen, da die Flohpuppen bis zu einem Jahr überleben und dann schlüpfen können.

Flöhe sind das ganze Jahr über aktiv

Übrigens: Flöhe halten keinen Winterschlaf, sondern kommen das ganze Jahr über vor. Im Winter entwickeln sie sich in unseren geheizten Wohnungen genauso schnell, wie im Sommer. Deshalb müssen sie auch das gesamte Jahr über bekämpft werden.

Und bitte bedenke, dass Flöhe Bandwürmer übertragen, da sie als Larven deren Eier fressen. Daher ist es wichtig, einer von Flöhen befallenen Katze auch ein Mittel gegen Bandwürmer zu verabreichen!

Flohspeichelallergie

Sehr viele Katzen reagieren auf einen Flohbefall mit einer Flohstichallergie / Flohspeichelallergie! Dies ist eine sehr leidvolle Sache für das Tier, da eine solche Allergie einen sehr starken Juckreiz auslöst (als würde das Krabbeln und Beißen der Flöhe nicht schon genug Juckreiz verursachen).

Es fängt an sichtbar zu werden, indem die Haut schuppig oder gerötet ist. Die Tiere kratzen sich nicht selten stellenweise völlig kahl und blutig. Die offenen Wunden sind dann wiederum das Tor für Bakterien und Infektionen, es können sich auch Abszesse bilden.
Wird eine Flohstichallergie frühzeitig behandelt und ihre Ursache durch eine Flohbekämpfung beseitigt, lässt der Juckreiz in kürzester Zeit nach und es kommt rasch wieder zur Regeneration der Haut.

 

Zeckenbefall

Von März bis Oktober haben sie in Deutschland Saison: Zecken und ihre verschiedenen Entwicklungsstadien. In Gräsern, Büschen und Sträuchern lauern sie auf eine Blutmahlzeit. Ihre Opfer - Vögel, Säugetiere und den Menschen - schädigen sie allerdings nicht allein durch Blutentzug. Denn bis zu 20 Prozent aller Zecken sind leider auch mit dem Erreger der so genannten Lyme-Borreliose infiziert, den sie beim Saugakt wiederum durch den abgesondertem Speichel auf ihren Wirt übertragen.

Borrelliose bei der Katze

An der Lyme-Borreliose, einer bakteriellen Infektion, können Mensch und Hund erkranken. Gelenkentzündungen mit schmerzenden Gliedmaßen und Bewegungsstörungen sowie zeitweiliges Fieber mit gestörtem Allgemeinbefinden kennzeichnen das Krankheitsbild.

Bei Katzen sind die Krankheitsanzeichen noch wenig bekannt. Doch auch ihr Abwehrsystem muss sich mit dem Erreger auseinandersetzen. Dies zeigen Blutuntersuchungen, die auch zur Diagnose der Erkrankung durchgeführt werden. Die Behandlung erfolgt bei Mensch und Tier durch Antibiotika, die über mindestens 14 Tage verabreicht werden müssen.

Kontrolle nach dem Freilauf

Zur Verminderung des Infektionsrisikos sollten Hunde und Katzen nach jedem Freilauf gründlich abgesucht und von den drei bis vier Millimeter großen, schwarz oder braun gefärbten Zecken befreit werden. Haben die Blutsauger ihre Opfer erreicht, sind sie oft mehrere Stunden auf der Wirtsoberfläche unterwegs, um eine geeignete Ansaugstelle zu finden. Bevorzugt werden gefäßreiche, dünnhäutige Stellen an Kopf, Hals, Schulter und Achsel. Diese Stellen sind somit besonders gründlich zu kontrollieren!

Wie entfernt man die Zecke sicher aus der Katzenhaut?

Auch bereits in der Haut verankerte Zecken können noch erfolgreich an der Erregerübertragung gehindert werden. Die Speichelsekretion beginnt frühestens zwei Stunden nach dem Ansaugen. Mit einer speziellen Zeckenzange oder einem Zeckenhaken lassen sich die Insekten erfassen und unter sanftem Zug aus der Haut ziehen.

Wichtig ist hierbei, niemals den Körper der Zecke mit der Zeckenzange zu greifen und zu quetschen, da dies dazu führen kann, dass die Zecke sich erbricht und dabei ihre Erreger überträgt! Die Zeckenzange sollte daher immer am Hals der Zecke angesetzt werden - also direkt zwischen der Haut des Wirtstieres und dem vollgesogenen Zeckenkörper.

Noch leichter lässt sich die Zecke mit einem Zeckenhaken entfernen, dessen Füße rechts und links am Hals der Zecke entlang geschoben werden. Grad so, als wolle man einen Nagel mit einem Nageleisen aus dem Holz ziehen.

Zecke am Tier

Muss es immer ein Spot-on sein?

Man sollte keinesfalls versuchen, die Zecke vor der Entfernung mit Öl abzutöten, denn gerade im Todeskampf setzen Zecken ihren möglicherweise infektiösen Speichel ab!

In der Tierarztpraxis werden für gewöhnlich Spot-On-Präparate oder auch spezielle Halsbänder zur Zeckenbekämpfung angeboten. Jedoch sollte man immer bedenken, dass diese Präparate Nervengifte enthalten, welche letztlich nicht nur der Zecke schaden, sondern auch von den Entgiftungsorganen der Katze (Leber und Niere) ausgeschieden werden müssen und diese somit belasten!

Daher sollten sie nur dann angewendet werden, wenn es unumgänglich ist, sprich bei starkem und permanent wieder auftretendem Befall, der nicht mit den nachstehenden Alternativen in den Griff zu bekommen ist.

Zecken alternativ bekämpfen

Alternativ zu besagten Nervengiften kann man sich zur Vorbeugung bzw. bei mäßigem Befall darauf beschränken, das Tier gründlich abzusuchen, einzelne Zecken mit einer speziellen Zeckenzange oder eben dem Zeckenhaken zu entfernen.

In den letzten Jahren sind auch viele Tierhalter dazu übergegangen, der Nahrung ihrer Tieren Bio-Kokosöl zuzufügen bzw. das Fell damit einzureiben. Hierdurch sollen Flöhe, Milben, Zecken und Läuse davon abgehalten werden, sich auf der Katze niederzulassen bzw. schnell wieder abspringen, da sie das Milieu der Laurinsäure verabscheuen. Studien der FU Berlin belegen die abstoßende Wirkung von Laurinsäure im Kokosfett auf Zecken und deren Nymphen (2. Entwicklungsstadium).

 

 

 

 

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