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Giardien sind einzellige Parasiten, die sich im Dünndarm der Wirtstiere oder des Menschen tummeln und scheinbar unbehandelbare Durchfälle verursachen. Da es sich um Parasiten aus dem Süden handelt, denkt noch immer nicht jeder Tierarzt bei Durchfallerkrankungen sofort an Giardien. Die üblichen Untersuchungen von Kotproben bringen zumeist keine positiven Ergebnisse, da Giardien nur mittels speziellen Untersuchungsverfahren (ELISA) nachweisbar sind.

Diese Untersuchung wird in den Labors aber nicht routinemäßig im Parasitenprofil durchgeführt, da diese Erreger in unseren Breitengraden bisher selten auftraten. In verschiedenen Städten, so zum Beispiel München, wird die Ausbreitung der Giardien allerdings schon seit 1995 beobachtet.

Wie äußert sich bei Katzen ein Befall mit Giardien?

Von dieser Erkrankung sind vorwiegend Katzenwelpen und Jungkatzen betroffen. Sie zeigen außer anhaltendem, therapieresistentem Durchfall meist keine weiteren Symptome. Die meisten Tiere sind munter und haben einen völlig normalen Appetit, nehmen aber rapide ab (sie “kümmern”). Auffällig ist allerdings, dass - sofern man sich zu einer Geruchsprobe überwinden kann - die 'Bescherung' fast angenehm, süßsauer-aromatisch riecht, im Gegensatz zu den sonstigen Durchfällen. Auch die Farbe ist eher freundlich, nämlich hell und gelblich, statt wie sonst dunkel und braunschwarz oder graugrün.

Wie stecken sich Katzen hierzulande an?

Bei Katzen, die von mitleidigen Tierfreunden aus Mittelmeerländern wie Tunesien und Marokko oder anderen warmen Regionen mitgebracht werden, ist klar, dass sie die netten Darmbewohner von dort eingeschleppt haben. Eine Weiterverbreitung hierzulande erfolgt von Tier zu Tier über den Kot. Gerade bei freilaufenden Katzen kommt es dann zu einer epidemieartigen Ausbreitung im Katzenrevier.

Besteht Ansteckungsgefahr für andere Tiere und den Mensch?

Die Übertragung der Giardien vom Menschen auf den Hund wurde bereits im Jahr 1983 nachgewiesen. Umgekehrt sind natürlich auch infizierte Hunde und Katzen mögliche Infektionsquellen für den Menschen - insbesondere für Kinder.

Was kann man gegen diese hartnäckige Durchfallerkrankung machen?

Da Giardien Parasiten sind, lassen sie sich nicht mit den üblichen Antibiotika bekämpfen. Diäten, die die Darmschleimhaut beruhigen, oder andere Therapieverfahren sind aussichtslos, auch die sonst verwendeten Wurmmittel können diesen Parasiten nicht das geringste anhaben. Nur ganz spezielle Medikamente, die gegen derartige Parasiten wirksam sind, können Abhilfe schaffen.

Dr. med. vet. Ruth Wissler, © zooplus, mit frdl. Genehmigung

Ergänzung der Webmasterin:

Bei den im o.g. Artikel von Frau Dr. Wissler erwähnten Medikamenten handelt es sich um die Wirkstoffe Metronidazol (z.B. Clont) oder Fenbendazol (Panacur). Letzteres ist lt. Schulmedizin zunächst das Mittel der Wahl, da es besser verträglich ist und weniger Risiken der Nebenwirkungen birgt.

Was jedoch vielerorts noch nicht bekannt ist: Die empfohlene Dosis von 50 mg pro kg Körpergewicht muss lt. telefonischer Auskunft des Herstellers 5 Tage hintereinander verabreicht werden, danach ist 3 Tage zu pausieren, um anschließend wiederum eine 5-tägige Gabe anzuschließen. (Im Beipackzettel ist nur von einer 3-tägigen Gabe die Rede, was darin begründet liegt, dass es sich hier um die Wurmbehandlung nicht um die Giardienbehandlung handelt!!!) Also noch einmal in Kurzform: 5 Tage Gabe, 3 Tage Pause, 5 Tage Gabe...

Ich für meinen Teil habe anlässlich des Giardienbefalls in einer unserer Pflegestellen vor vielen Jahren zu Kolloidalem Silber gegriffen: Wir hatten einen mit Giardien befallenen Wildlings-Wurf aufgenommen, bei welchem weder Fenbendazol (in der o.g. Dosierung) noch Metronidazol anschlug. Der Durchfall war einfach nicht zu stoppen, trotz aufwändigster Hygienemaßnahmen, um die Reinfektion zu verhindern. Die Tests fielen immer wieder positiv aus, und zwar über viele Wochen bzw. sogar Monate.

Ich entschied daraufhin, dass es einen Versuch wert sei, einen alternativen Weg einzuschlagen, und verabreichte über 10 Tage Kolloidales Silber (50 ppm, 2 x täglich je 0,7 ml pro kg Körpergewicht; per Spritze aufgezogen, aufgefüllt mit Wasser, damit das Silber auf schnellem Weg transportiert wird, direkt ins Mäulchen).
Zeitversetzt verabreichte ich täglich etwas Vitamin-C-Pulver (=Ascorbinsäure), da das Kolloidale Silber unter der Vit.C-Gabe eine bessere Aufnahme findet.

Innerhalb von wenigen Tagen stoppte der Durchfall und wir merkten, dass wir auf dem richtigen Weg waren. Nach 10 Tagen pausierten wir eine Woche und wiederholten die Gabe danach sicherheitshalber noch einmal. Von da an hatten wir Ruhe, und der 2 Wochen später durchgeführte Test fiel endlich negativ aus.

Da kolloidales Silber (wie Antibiotika) nicht zwischen guten und schlechten Bakterien unterscheiden kann, werden bei der Behandlung auch nützliche Darmbakterien abgetötet. Aus diesem Grund sollte nach der Behandlung mit kolloidalem Silber eine Darmsanierung durchgeführt werden (z.B. mit Benebac, Bactisel oder Darmflora plus).

Mögliche Bezugsquellen für Kolloidales Silber: Pestalozzi Apotheke oder auch Lucky-Land-Shop. Abzuraten ist von irgendwelchen Ebay-Versteigerungen, da bei der Herstellung von KS auch gepanscht werden kann!

Unterstützend zur Behandlung sollte eine kohlenhydratarme Ernährung zum "Aushungern" der Giardien gewählt werden. Am besten Frischfleisch (B.A.R.F.) oder zumindest hochwertiges Dosenfutter ohne Getreide (siehe Futtertipps)


Nachtests:

Laut Auskunft des veterinärmedizischen Labors “Laboklin” sollten vor dem nächsten ELISA-Test 10 Tage (gerechnet ab der letzten Medikamenten-Verabreichung) vergangen sein. Ich persönlich würde auf jeden Fall dazu raten, mehrmals in Abständen zu testen, da erstens nicht mit jedem Kot Giardien-Zysten ausgeschieden werden, was bedeutet, dass ein Test auch falsch-negativ ausfallen kann (!) und da zweitens die Reinfektionsrate sehr hoch ist. Man kann hierzu entweder den Kot in ein Labor schicken oder sich Giardien-Schnelltests für daheim bestellen.

Buchtipp zum Thema:
 

Kolloidales Silber

"Kolloidales Silber" von Dr. Josef Pies / Uwe Reinelt

Die Heilkräfte von Kolloidalem Silber - das ist besonders fein verteiltes, für das bloße Auge nicht sichtbar - waren lange Zeit in Vergessenheit geraten, dabei darf man es schon fast als “Alleskönner” bezeichnen. Oral eingenommen wirkt es wie ein “nebenwirkungsfreies Antibiotikum”, äußerlich angewendet lindert es z.B. in Silbertextilien den Juckreiz bei Neurodermitis. Dass das Einsatzgebiet jedoch noch viel größer ist, darüber möchte dieser Gesundheitsratgeber einen umfassenden Überblick geben. 
Im allgemeinen Teil wird zunächst erläutert, was Kolloidales Silber eigentlich genau ist, wie es richtig hergestellt und wie es angewendet bzw. dosiert wird.
Im Teil “Anwendung von kolloidalem Silber bei Menschen” finden über 100 Krankheitsbilder des Auges, der Atemwege, der Haut, von Mund und Zähnen, des Urogenitaltrakts sowie weitere Krankheiten Erwähnung, und es wird besprochen, in wie weit Kolloidales Silber bei Erkrankungen wie AIDS und SARS eine helfende Rolle spielen kann.
Im dritten Teil geben die Autoren Informationen über die Einsatzmöglichkeiten von Kolloidalem Silber bei Tieren (z.B. bei Atemwegserkrankungen, Bindehautentzündung, Blasenentzündung, Borreliose, Durchfall, Hautpilz, Stiche oder Bisse, FIV, FeLV, Katzenseuche, Katzenschnupfen, Mund- und Zahnentzündungen, Ohrenentzündung, Kampfwunden und vieles mehr).
Die beiden letzten Teile befassen sich mit den Einsatzmöglichkeiten bei Pflanzen und  in der Haushaltshygiene.

(Gebundene Ausgabe, 205 Seiten, VAK-Verlag, ISBN 3935767854, 16,95 EUR)

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Buchtipps zum Thema Katzenkrankheiten allgemein:
Ratgeber zur Katzengesundheit
Fachliteratur Katzenmedizin

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