Eine altbekannte Volksweisheit besagt, dass Katzen sieben Leben haben. Doch im Alltag schützt sie dieser Leitgedanke leider nicht vor hochgiftigen Lebensmitteln, welche die Gesundheit der Samtpfoten ruinieren sowie lebensbedrohliche Folgen haben können. Niemals sollten Besitzer ihre Essensreste achtlos an die Katze verfüttern. Jungtiere sind besonders gefährdet, da sie am Anfang ihres Lebens stehen und viel zu lernen haben.

Welche Gefahren lauern hinter Lebensmitteln, Zimmerpflanzen und Co?

Giftige Lebensmittel

Eine Katze lebt nur gesund, wenn sie artgerecht gehalten wird. Eine gesunde und ausgewogene Ernährung ist dabei ein erheblicher Faktor. Die Lebensmittel, welche wir Menschen tagtäglich zu uns nehmen, sind nicht immer verträglich für den Magen einer Katze. Bereits kleine Mengen davon reichen laut Informationen der Tierklinik Ismaning aus, um schwerwiegende Reaktionen bei der Katze auszulösen.

Schokolade ist giftig für Katzen

Die für Menschen leckere Schokolade zum Beispiel enthält eine Reihe von Inhaltsstoffen, die rasch dazu führen, dass sich eine Katze erbricht oder lebensgefährliche Herzrhythmusstörungen bekommt.

Schon wenige Stückchen Schokolade wirken sich lebensbedrohlich aus! Hat die Samtpfote unbeaufsichtigt Schokolade gefressen, sollte der Besitzer sie in den nächsten Stunden unentwegt beaufsichtigen. Sobald sich der allgemeine Gesundheitszustand der Katze rapide verschlechtert, ist es ratsam, sofort einen Tierarzt aufzusuchen.

Solch einem Fauxpas lässt sich vorbeugen, indem man den Tisch nach dem Genuss von Schokolade bzw. mit Schokolade versetztem Gebäck sorgsam abwischt und evtl. verteilte Schokoladenbrösel mit einem Staubsauger beseitigt.

Viele Katzen lieben Thunfisch und vertilgen diesen gern aus der Dose. Grundsätzlich schadet ein kleiner Happen dem Kätzchen nicht. Bei einer größeren Menge Thunfisch ist allerdings Vorsicht geboten, da das im Thunfisch enthaltene Quecksilber Vergiftungserscheinungen hervorruft. Die für Menschen angesetzte Schadstoffgrenze ist selbstverständlich aufgrund des deutlich kleineren Organismus nicht auf die Katze übertragbar, sondern wesentlich niedriger anzusetzen!

Obst und Gemüse – diese Sorten sind für Samtpfoten tabu

Obst und Gemüse sind für Menschen gesund und vitaminreich, für Katzen gilt dies lediglich bedingt. Einige Sorten vergiften die Katze aufgrund der enthaltenen Sulfide. Zwiebeln in jeglicher Form, also roh oder gekocht, enthalten hochgefährliche Schwefelverbindungen, welche die roten Blutkörperchen der Katzen vernichten.

Verzehrt die Katze auch nur eine geringe Menge, erbricht sie, leidet unter Durchfall oder bekommt hämolytische Anämie, also Blutarmut. Andere Lauchgewächse und Knoblauch sind nicht minder gefährlich für Katzen. Die im Knoblauch befindlichen Stoffe Allylpropylsulfid und N-Propyldisulfid reizen die Magenschleimhäute der Katze und rufen Vergiftungen hervor.

Weintrauben, Rosinen und Avocados sind für die Katze ebenso tabu. Bis heute ist unklar, welche Inhaltsstoffe der Weintrauben dafür verantwortlich sind, dass Katzen erbrechen, Durchfall haben oder gar Nierenversagen bekommen. Avocados hingegen enthalten Persin, das für Katzen und Hunde gleichermaßen als toxisch einzustufen ist.

Zu den weiteren schädlichen Lebensmitteln pflanzlichen Ursprungs zählen Kohl, rohe Kartoffeln, Hülsenfrüchte und Steinobst (Aprikosen, Pfirsiche und Pflaumen).

Schädliche Lebensmittel in flüssiger Konsistenz

Einige "Lebensmittel" in flüssiger Form tun den Katzen ebenfalls nicht gut. Milchprodukte der Kuh sind für eine Katze nicht giftig, doch reagieren viele Kätzchen empfindlich auf Laktose. Anders als der Mensch besitzen Katzen das Enzym Laktase nicht, das notwendig ist, um die Laktose zu verstoffwechseln. Sofern der Vierbeiner übermäßig viel Milch trinkt, kann es passieren, dass er unter Verdauungsproblemen leidet.

Vergiftungsgefahr für Katzen

Kaffee und Tee gehören nicht in die unmittelbare Reichweite der Katzen, auch wenn diese mutmaßlich zögern würden, diese Getränke überhaupt anzurühren. Im unwahrscheinlichen Fall, dass die Katze Kaffee oder Tee zu sich nimmt, bekommt sie Herzrasen, Muskelzittern, Krämpfe oder Magen-Darm-Probleme.

Weiterhin sind die in Kaffee und Tee befindlichen Stoffe wie Coffein, Theobromin oder Theophyllin pures Gift für eine Katze. Bei mehr als 80 Milligramm je Kilogramm stirbt eine Katze aufgrund der toxischen Folgen.

Es versteht sich von selbst, dass auch alkoholische Getränke bei Vierbeinern schwere gesundheitliche Beeinträchtigungen nach sich ziehen. Die Gefahr steckt nicht ausschließlich in flüssigen alkoholischen Substanzen. Auch alkoholhaltige Pralinen sind giftig, da das ihnen eigene Theobromin die Wirkungsweise des Ethanols verstärkt.

Aujeszky-Virus im rohem Schweinefleisch

Rohes Schweinefleisch sollte keinesfalls auf dem Speiseplan der Vierbeiner stehen. Verzehren Katzen regelmäßig rohes Schweinefleisch, laufen sie Gefahr, sich mit dem gefährlichen Aujeszky-Virus zu infizieren.

Bei diesem Virus handelt es sich um eine weit verbreitete, hochansteckende Krankheit, die hauptsächlich Schweine befällt. Der Erreger ist widerstandsfähig und überlebt im gepökelten Fleisch bis zu drei Wochen. Bei anderen Tierarten außer Schweinen macht sich die Infektion durch einen starken Juckreiz bemerkbar. Einmal infiziert, ruft das Virus teilweise tollwutartige Symptome oder unheilbare Entzündungen von Rückenmark und Gehirn hervor.

Schneckenkorn als Risikofaktor

Katzen streunen, wenn sie die Chance haben, gerne im Freien und im Garten herum. Nicht selten kommt es vor, dass die Samtpfote das Grundstück der Nachbarn begeht oder freie Felder auskundschaftet. Hier ist erhöhte Vorsicht geboten, da das Kätzchen mit Schneckenkorn in Berührung kommen kann.

Dieses Gift tötet die Schädlinge und schmeckt fatalerweise gut. Sobald die Katze von ihrem Streifzug zurückkommt und sich merkwürdig verhält, etwa zittert, unkontrolliert sabbert oder krampfartig erbricht, ist von einem medizinischen Notfall auszugehen! Es ist wichtig, sofort und ohne zeitliche Verzögerung den nächstgelegenen Tierarzt aufzusuchen. Er hat die Möglichkeit, bis zu einer Stunde danach die toxische Wirkung des Giftes mit Pumpen und Brechmitteln zu reduzieren.

Giftige Zimmerpflanzen außer Reichweite stellen

Einige Katzen lieben es, an den Zimmerpflanzen in Wohnung und Haus zu knabbern. Doch etliche dieser grünen Pflanzenarten fügen den Vierbeinern schwere Schäden zu. Efeu, Dieffenbachie, Maiglöckchen, Gummibäume, Engelstrompete, Kakteen, Amaryllis, Begonien oder Christusdorn beispielsweise zählen zu den hochtoxischen Gefahren für Katzen.

Tierbesitzer sollten ihre Samtpfoten hindern, an Blumen oder Pflanzen zu nagen und den Tieren stattdessen frisches Gras anbieten. Im Zweifelsfall muss die betreffende Pflanze in einem Bereich stehen, der für die Katze nicht zugänglich ist.

Eine Auflistung giftiger Pflanzen ist bei Botanikus einzusehen.

für Katzen giftige Pflanzen

Vergiftung durch Teebaumöl

Mancher Katzenhalter glaubt Teebaumöl als "natürliches Anti-Floh-Mittel" einsetzen zu können. Doch durch den Gehalt an Terpenen und Phenolen ist das Teebaumöl ebenso wie viele andere ätherischen Öle für Katzen toxisch! Durch die fehlende Fähigkeit zur Verstoffwechselung können Katzen diese Verbindungen nur sehr langsam ausscheiden.

Auch wenn zunächst keine Vergiftungserscheinungen sichtbar sind, sind Langzeitfolgen möglich, denn die Inhaltsstoffe reichern sich im Körper an! Selbst wenn nur wenige Tropfen Teebaumöl zur Flohbekämpfung auf das Fell getropft werden, können die Tiere bei der Fellpflege toxische Mengen aufnehmen.

Nicht alle Katzen reagieren gleich hierauf, aber die Folgen sind meist typische Symptome: Zittern, Taumeln, Unruhe und allgemeine Schwäche. Nicht selten endet dies tödlich!

Permethrinvergiftung durch ein Spot on für Hunde

Noch immer ist nicht allen Katzenhaltern bekannt, dass Spot ons für Hunde, die Permethrin als Wirkstoff enthalten, hochgradig toxisch für Katzen sind. Die Halter denken, was für Hunde geeignet ist, ist auch für Katzen geeignet. Dies ist aber ganz und gar nicht der Fall, da Katzen einen völlig anderen Stoffwechsel haben! Selbst kleineste Mengen von Permethrin sind lebensgefährlich für Katzen.

Aus diesem Grund ist es auch gefährlich für die Katze, mit einem Hund zu kuscheln, der ein permethrinhaltiges Spot on erhalten hat.

Viele Permethrin-Präperate verfügen über Warnaufschriften, dass die Produkte nicht für Katzen geeignet sind, aber diese sind oft so klein, dass sie von den Anwendern schlicht übersehen werden.

Solltest Du Deiner Katze versehentich ein Permethrin haltiges Präperat verabreicht haben, weil Du Dich vergriffen hast, dann solltest Du es am besten sofort aus dem Fell herauswaschen so gut es geht und anschließend sofort einen Tierartz aufsuchen. Letzteres ist auch dann angezeigt, wenn Du den Verdacht hast, dass Deine Katze etwas von dem Spot on Deines Hundes abbekommen hat, als sie mit ihm gekuschelt oder gespielt hat.

Zu den Symptomen einer Vergiftung gehören Zittern, Schüttelkrämpfe und Ohnmacht. Diese Anzeichen können sich innerhalb weniger Stunden bis zu zwei Tagen nach der Anwendung entwickeln. Mit einer sofortigen Behandlung durch den Tierarzt besteht eine Überlebenschance für das Tier.

Für die Katze geeignete Mittel zur Bekämpfung von Flöhen und Zecken erhältst Du beim Tierarzt.

Erste-Hilfe-Maßnahmen bei Vergiftungen

Liegt eine Vergiftung vor, kommt ein Besitzer nicht umhin, einen Tierarzt aufzusuchen. Dieser kann wertvolle Erste-Hilfe-Maßnahmen vornehmen und der Katze unter Umständen damit das Leben retten.

Zunächst muss das Gift ausgeleitet werden. Sofern die giftige Substanz vor weniger als 30 Minuten oral aufgenommen (gefressen/getrunken) wurde und das Tier noch bei Bewusstsein ist, ist es unter Umständen anzuraten, ihm ein Brechmittel zu geben. Als solches eignet sich lauwarmes, konzentriertes Kochsalzwasser. Ist jedoch die nächste Tierarztpraxis oder tierärztliche Klinik in wenigen Minuten zu erreichen, ist es ratsam, sich umgehend dorthin zu begeben und dort zu sagen, dass es sich um einen Noftfall handelt, der sofort behandelt werden muss.

Wasser ist überlebenswichtig, um zu spülen und das Gift zu verdünnen, wenn in den ersten Minuten kein Gegenmittel verfügbar ist. Im Anschluss ist sofort ein Tierarzt aufzusuchen.

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