erik jan leusink 144775 unsplash Unlängst sorgte Popstar Justin Bieber für Diskussionen unter Katzenfreunden und Tierschützern, als er sich  hochgezüchtete Katzen für 30.000 Euro kaufte. Der Wunsch der Tierfreunde: Sich lieber um Katzen aus Tierheimen kümmern. Doch ob nun hochgezüchtete Hybridkatze oder unscheinbarer Etagenpanther: Katzen sind kleine Raubtiere und brauchen ihr Gebiss zum Fressen. Bei fehlender Pflege sind die kleinen Raubtierzähne gefährdet.

Die richtige Pflege macht's: Zahnsteinentfernung bei Ihrer Katze

Zahnstein bei Katzen

Wie bei Menschen haben ungepflegte Zähne auch bei Katzen Folgen. Bleibende Zahnbeläge laden Bakterien ein, die Katzenfutterreste zersetzen. Es folgen Zahnfleischentzündungen. Bleiben diese unbemerkt, bilden sich Zahnfleischtaschen. Erneut finden Bakterien Nahrung. Hierbei entstehen mit dem Speichel Säuren. Der Zahnbelag beginnt sich zu verfestigen. Es bildet sich eine harte gelbliche oder braune Ablgerung, der Zahnstein. Katzen sind aus zwei Gründen gefährdet:

  • Katzenspeichel enthält viele Mineralien, die zu Zahnstein werden.
  • Katzen trinken selten. Eine höhere Trinkmenge würde den Speichel verdünnen und leichten Zahnbelag lösen.

Experten schätzen, dass 70 Prozent aller Katzen über drei Jahre Zahnstein gebildet haben. Katzenbesitzer bemerken dies oft erst, wenn sie Kauprobleme bei ihren Katzen beobachten oder diese Futter aus dem Maul fallen lassen. Dann leidet eine Katze bereits Schmerzen und beginnt die Nahrungsaufnahme zu verweigern. Gründe genug, als Katzenhalter aktiv zu werden.

Was man gegen Zahnstein unternimmt

Wenn die Situation der Nahrungsverweigerung bereits auf Schmerzen hindeutet, gibt es nur einen weg, nämlich den zum Tierarzt. Dieser reinigt die Zähne mittels Ultraschall von Zahnstein. Zahnfleischtaschen werden ab einer gewissen Größe ebenfalls behandelt.

Für diese Prozedur ist selbstverständlich eine Narkose nötig. Um das Narkoserisiko so gering wie möglich zu halten (dies gilt insbesondere für Risikopatienten, wie Seniorkatzen oder Katzen mit organischen Erkrankungen) sollte man sich eine Praxis suchen, die die Inhalationsnarkose als Standard anbietet.

Spätestens im Anschluss an die Zahnreinigung/-Behandlung sollten Katzenhalter die vorbeugende Zahnpflege in die eigenen Hände nehmen. Dies ist bei Katzen manchmal nicht einfach. Damit es doch gelingt, sollte man in 3 Schritten vorgehen:

  • Am Anfang steht die Gewöhnung. Das ist bei noch jungen Katzen leichter. Zum Anfang immer gute Momente nutzen, etwa beim Schmusen. Dann ist die Katze entspannt und man kann beginnen, die Lippen zu berühren. Wichtig: Wenn die Katze Unbehagen signalisiert, sofort aufhören und die Lieblingsstelle streicheln.
  • Klappt das mit den Lippenberührungen, dann spielerisch mit einem Finger die Lippe hochziehen und das Zahnfleisch massieren. Auch dies nur, solange dies ohne Probleme möglich ist.
  • Wenn die Zahnfleischmassage zur entspannten Routine geworden ist, kann dem Zahnstein bei der Katze mit geeigneten Pflegeprodukten begegnet werden. Diese haben oft Fleischgeschmack und finden bei den meisten Katzen Zustimmung. Auch der Einsatz eines weichen Bürstchens ist nach Gewöhnung oft möglich.

Wie man Zahnstein noch vorbeugt

Ergänzend bzw. wenn die o.g. Vorgehensweise nicht ohne Stress tolieriert wird, kann man die folgenden Alternativen ausprobieren:

  • Experten empfehlen das sogenannte "Barfen", also die naturnahe Ernährung mit rohem Fleisch (bei Bedarf hier einige Linktipps zum Barfen). Für die reine Zahnsteinprophylaxe ist es bereits von Vorteil, 2 x pro Woche in paar rohe Fleischbrocken in Gulasch-Größe anzubieten. Das Kauen des Fleisches sorgt für natürlichen Abrieb. Frei lebende, sich ausschließlich von Beutetieren ernährende Katzen haben kaum Zahnsteinprobleme! Auch geeignete Knochen wie beispielsweise rohe(!) Hähnchenflügel fördern den Abrieb von Zahnbelägen. Cave: Hähnchenknochen dürfen ausschließlich roh angeboten werden, da sie in jedem anderen Zustand splittern können!!!
  • Katzen, die viel Wasser trinken und wenig Milch, bilden deutlich weniger Zahnstein aus.
  • Es gibt einige Katzenleckerlis, die einen leichten zahnpflegenden Effekt haben.

Oft wird in diesem Zusammenhang Trockenfutter empfohlen, jedoch sind die gewöhnlichen Trockenfutterpallets so klein, dass sie zum einen oft unzerkaut abgeschluckt werden und zum anderen beim Kauen einfach zerspringen, ohne dass der Zahn in sie eindringt. Somit erfolgt kein Abrieb des an den Zahnwänden anhaftenden Belages.

Wenn überhaupt, muss hierfür ein spzielles "Oral Care"-Produkt mit sehr großen Pallets gewählt werden. Da Trockenfutter aber generell aufgrund seiner Denaturierung, sowie seiner dehydrierenden und schädigenden Auswirkungen auf Nieren und Harnwege keine empfehlenswerte Ernährung darstellt, sollte man derlei Zahnpflege-Pallets nur in geringer Menge als Leckerli anbieten.


Pressemeldung vom Bundesverband Praktischer Tierärzte e.V. zum Thema Zahnstein

Zahnhygiene sollte nicht nur bei uns Menschen, sondern auch bei unseren Haustieren eine Selbstverständlichkeit sein. Leider bemerken viele Katzenbesitzer Zahnprobleme bei ihrem Tier erst dann, wenn ihr Schützling durch starken Mundgeruch auf sich aufmerksam macht oder das Futter verweigert. In diesem Stadium sind dann bereits millimeterstarke Zahnbeläge und massive Entzündungen des Zahnfleischs anzutreffen.

Für uns Menschen ist es selbstverständlich, ein- bis zweimal im Jahr zur Vorbeuge und Kontrolle den Zahnarzt aufzusuchen. Auch bei Katzen sollte eine jährliche Gebißkontrolle zur Norm gehören. Die lästige und durch ihre Folgen auch schmerzhafte Zahnsteinbildung kann dadurch schon im Anfangsstadium beseitigt werden.

Zahnstein zeigt sich als gelb-brauner, rauher Belag auf den Zähnen. Als Vorstufe bildet sich ein weicher Plaque, der aus Speichelbestandteilen, Futterresten und Bakterien besteht. Darin lagern sich Mineralien ein, die zu einer extremen Verhärtung des Zahnbelages führen.

chreitet die Zahnsteinbildung fort, entzündet sich das Zahnfleisch, später erkrankt auch das Zahnbett, da sich der Zahnstein unter das Zahnfleisch schiebt. In diesem Stadium fallen die Tiere durch unangenehmen Mundgeruch auf. Nachfolgend kommt es zu Eiterungsprozessen und einer schmerzhaften Lockerung der Zähne.

Der rauhe Zahnsteinbelag führt an den Backenseiten der hinteren Zähne zu einer ständigen Reibung mit der Backenschleimhaut. Diese wird verletzt, entzündet sich und wird ebenso wie das verletzte Zahnfleisch zu einer idealen Eintrittspforte für Krankheitserreger. Bakterien gelangen auf diese Weise leicht in die Blutbahn und können sich vorwiegend an den Herzklappen und in den Nieren in Form von Abszessen festsetzen.

Offensichtlich haben manche Tiere eine besondere Veranlagung zur Zahnsteinbildung, da bei gleicher Fütterung die Zahnsteinbildung ganz unterschiedlich auftritt. Vorbeugend sollte auf eine ausgewogene Ernährung geachtet werden. (Anmerkung der Webmasterien: Rohe, große Fleischbrocken von der Pute oder vom Rind mind. 3 x pro Woche bewirken einen hervorragenden Abrieb der Plaque und sind ein Leckerbissen für die Tiere, die im Gegensatz zum Fertigfutter auch den Kautrieb befriedigen!)

Die Zahnsteinentfernung wird genau wie beim Menschen mit einem Ultraschallgerät durchgeführt. Allerdings lassen sich unsere Vierbeiner diese Prozedur nur unter Narkose gefallen. Durch die heute zur Verfügung stehenden Kurznarkosemittel ist der Eingriff auch für Risikopatienten weitgehend ungefährlich.

Nach der gründlichen Entfernung der Zahnbeläge schließt sich eine Politur des aufgerauhten Zahnschmelzes an, der eine all zu rasche Zahnsteinneubildung verhindert. Gleichzeitig kann der Tierarzt feststellen, ob noch weitere Zahndefekte vorliegen, wie etwa durch Karies verursachte Löcher, die eine weitere zahnärztliche Behandlung erforderlich machen.

Bei regelmäßiger Zahnkontrolle kommt es meist gar nicht erst soweit. Bis ins hohe Alter ist es dadurch möglich, der Katze gesunde und auch schöne Zähne zu erhalten. Wir wollen nicht vergessen: die "dritten Zähne" gibt es nur für den Menschen.

Weiterführendes Thema:

Zahnschmerzen

Buchtipp zum Thema:

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Buchtipps zu Katzenkrankheiten im Allgemeinen
Ratgeber zur Katzengesundheit
Fachliteratur Katzenmedizin

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