Die weitverbreitete Ansicht, dass "Katzen schon irgendwie alleine durchkommen" ist leider absolut falsch! Nicht nur auf dem Land, sondern auch in den Städten leben unzählige herrenlose Katzen. Zum Teil sind es zahme Tiere, die einst ein Zuhause hatten, aus welchem sie entweder entlaufen sind oder ausgesetzt wurden. Finden sie keinen neuen Anschluss, verwildern sie im Laufe der Zeit.

Der andere Teil sind die Nachkommen dieser verwilderten Hauskatzen. Sie werden wild geboren und wachsen ohne Kontakt zum Menschen auf. Wir Katzenschützer nennen sie "Wildlinge". In den Großstädten leben Tausende von ihnen!

 Wild geborene Katzenpopulation

Wild lebende Katzen brauchen nsere Hilfe

Wild lebende Katzen in den Städten

Das klingt für die meisten Menschen unglaubwürdig, weil sie tagsüber nicht zu sehen sind. Aus Angst vor den Menschen halten sie sich versteckt und begeben sich erst im Schutz der Dunkelheit auf Nahrungssuche. Sie schleichen nachts über Hinterhöfe, Friedhöfe, durch Schrebergärten,  halten sich an Lagerhallen, Industriegeländen oder hinter Einkaufsmärkten auf.

Wild lebende Katzen, die keine menschliche Versorgung genießen, haben ein sehr hartes Leben! Man geht von einer durchschnittlichen Lebensdauer von nur 5 Jahren aus, da die Anforderungen extrem hoch sind. 
Die Tiere haben keinen dauerhaften Unterschlupf, der ihnen Schutz vor Kälte und Nässe bzw. vor Gefahren durch andere Tiere bietet. Sie werden überall verjagt, sind immer auf der Flucht, sind Wind und Wetter ausgesetzt und haben keine regelmäßige Nahrungsquelle.

Die Ressourcen sind mehr als knapp

Die Zeiten, wo eine Katze sich von Mäusen ernähren konnte, sind lange vorbei. Die in der heutigen Zeit durch das Einsetzen von Giften eingedämmte Mäusepopulation stellt längst keine ausreichende Nahrungsquelle mehr für die Überpopulation der Katzen dar. 

Abfälle werden heute in der Regel unzugänglich verpackt und entsorgt. Dort wo es nicht so ist, versuchen die wildlebenden Katzen, sich aus dem Müll zu ernähren, finden dabei aber nur selten Nahrhaftes sondern verletzen sich höchstens noch an den Abfällen (scharfkantige Dosen, zerbrochene Gläser, Plastik, Schnüre von gelben Säcken, unverdauliche Kunstdärme an Wurstresten, splitternde Knochen usw.). In der Folge haben wir es auch hier mit Schwächung der Population zu tun.

Wild lebende Katzen brauchen Hilfe

Das Leben auf der Straße ist hart!

Hinzu kommt die Tatsache, dass es keine medizinische Versorgung gibt, wenn die Tiere verletzt oder von Krankheiten befallen werden. Die Welpen ziehen sich bereits über die Muttermilch einen Wurmbefall zu, der sie schwächt. Genau wie ihre durch Mangel an hochwertiger Nahrung immungeschwächten Mütter haben auch sie durch Unterernährung keine ausreichenden Abwehrkräfte, Bakterien und Viren zu bekämpfen. Anfänglich harmlose Erkrankungen können oft aufgrund der Immunschwäche nicht besiegt werden und enden in einem chronischen Status oder gar tödlich. Ohne Impfschutz haben die Tiere den grassierenden tödlich verlaufenden Infektionserkrankungen nur sehr wenig bis gar nichts entgegenzusetzen.

Kastration ist Prävention gegen Katzenelend

Aber trotz Schwächung und Krankheit sind die Tiere noch immer zeugungsfähig und vermehren nicht nur sich selbst sondern damit auch ihre Schwäche und ihre Krankheiten/Infektionen. Und somit steigt in jedem Frühjahr die Zahl der Wildlinge weiter sprunghaft an.

Trotz aller Aufklärung ist noch immer eine Großzahl der Katzen in privater Haltung unkastriert (aus den unterschiedlichsten Gründen). Der ungewollte Nachwuchs wird auf die ein oder andere Weise entsorgt. In jedem Frühjahr und Herbst werden überall ganze Würfe ausgesetzt und verwildern, sofern sie überhaupt durchkommen. Und ebenso viele unkastrierte Hauskatzen entlaufen auf der Suche nach einem Geschlechtspartner und verwildern ebenfalls. Beide Gruppen tragen dann ihrerseits zur Vermehrungsstatistik bei.
Die Jungtiere werden bereits mit 4 – 6 Monaten geschlechtsreif (können also mit einem halben Jahr bereits ihren ersten eigenen Wurf haben), und so entstehen in rasanter Geschwindigkeit weitere Generationen wild lebender Katzen:

Statistik Katzenvermehrung

Krankheit und Elend sind vorprogrammiert

Mit voranschreitender Überpopulation werden die Ressourcen natürlich immer knapper und damit steigt die Not der Straßenkatzen immer weiter an.

Durch die damit verbundene Schwächung und die fehlende medizinische Versorgung greifen Infektionskrankheiten um sich, wie zum Beispiel der (vor allem für Jungtiere) oft tödlich verlaufende Katzenschnupfen. Die Tiere, die ihn überleben, verlieren ihr Augenlicht (die Augen eitern schlicht aus) oder verbringen ihr kurzes Leben mit gravierenden Schädigungen des Atemtraktes (Lungenentzündung, chron. Bronchitis/Sinusitis, Asthma). 

Auch Infektionserkrankungen wie die Katzenseuche, infektiöse Katzen-Läukämie oder Katzenaids verbreiten sich besonders unter den Wildlings-Beständen. An ihnen erkrankte Tiere sterben erbärmlich leidend und zumeist von Menschen unbemerkt irgendwo in einem Gebüsch oder einem sonstigen Versteck.

Wie kann der Mensch nun helfen?

Hier ist konsequentes Handeln gefragt! Um das Elend einzudämmen und den Teufelskreis zu durchbrechen, gibt es nur eins: die Kastration frei lebender Katzen und das Einfangen und Vermitteln der Tiere, die noch oder wieder in einen Haushalt integriert werden können.

Kastrationsaktion

Vor allem Babykatzen müssen schnell von der Straße geholt werden, bevor sie erst verwildern.
Die Tiere, die nach der Kastration wieder im angestammten Revier ausgesetzt werden müssen, weil sie bereits völlig verwildert sind, benötigen eine medizinische Grundversorgung, müssen zugefüttert werden und einen winterfesten "Unterschlupf" erhalten.

Streuner im Revier - wie verhalte ich mich richtig?

Wir können auf jeden Fall eins gleich vorweg festhalten: Füttern allein genügt nicht! Zunächst einmal gilt es zu klären, ob es sich um ein handzahmes Tier handelt oder nicht.

Ist das Tier handzahm, sollte man zunächst schauen, ob es eine Tätowierung in den Ohren trägt. Falls nicht, sollte man mit ihm einen Tierarzt oder den Tierschutz aufsuchen, um mittels einem Transponderlesegeräts nach einem Chip sehen zu lassen. Ist das Tier auf die eine oder andere Weise gekennzeichnet und auch registriert, kann man über TASSO den Besitzer ermitteln und es zurückführen. Ist das Tier nicht gekennzeichnet, sollte man eine Fundmeldung auf dem Ordnungsamt und bei den örtlichen Tierschutzorganisationen machen, sowie kostenlose Fundanzeigen in der Zeitung schalten.

Lässt sich weiterhin kein Besitzer ermitteln, sollte im nächsten Schritt geprüft werden, ob das Tier bereits kastriert ist. Eine weibliche Katze muss hierfür am Unterbauch rasiert werden, damit eine evtl. Kastrationsnarbe sichtbar wird. Ist dies nicht der Fall, sollte man schnellstmöglich für eine Kastration sorgen. Verfügt man selbst nicht über die finanziellen Mittel, lässt sich oft unter den anderen Anwohnern etwas sammeln, oder man wendet sich an die örtlichen Katzenhilfe bzw. an einen lokalen Tierschutzverein und bittet dort um Hilfe.Hilfe durch eine Tierschutzorganisation erfragen

Dasselbe gilt im Falle eines nicht handzahmen Tieres. Hier wird eine Lebendfalle vom Tierschutz benötigt. Eine solche kann man sich bei der örtlichen Katzenhilfe ausleihen bzw. diese um entsprechende Hilfe beim Einfangen und Kastrieren bitten.

Ist das Tier bereits so verwildert, dass es nicht mehr sozialisierbar ist, wird es nach der Kastration wieder im angestammten Revier ausgesetzt.

Im Zuge der Kastration sollte es natürlich auch die weitere nötigen medizinische Grundversorgung erhalten und gekennzeichnet werden, damit es im Anschluss bei TASSO, dem zentralen Haustierregister registriert werden kann. Auch bei den Wildlingen ist eine Kennzeichnung und Registrierung wichtig, denn nur so ist es später jederzeit möglich, das Tier zu identifizieren bzw. zu seiner Versorgungsstätte zurückzuverfolgen.

Nahrung und einen wärmender Unterschlupf anbieten

Ist das Tier wieder im angestammten Revier ausgesetzt, benötigt es eine regelmäßig Zufütterung und einen trockenen und warmen Unterschlupf. Dies kann in einem Schuppen oder einem Keller sein, oder aber man kann dem Tier im Garten ein Katzenhaus oder einfach eine leicht zu präparierende Styroporkiste zur Verfügung stellen:

Styrobox für wild lebende Katzen      Styrobox für Wildlinge 

Hier findet Ihr meine Anleitung zum Präparieren von Styroboxen als Unterschlupf für Katzen.

Was tun bei Verletzungen oder Erkrankungen?

Sollte das Tier irgendwann Krankheitsanzeichen äußern oder eine Verletzung aufweisen, sollte es wiederum mittels Lebendfalle eingefangen und bei einem Tierarzt, der mit dem Umgang und der Behandlung von Wildlingen vertraut ist, tierärztlich versorgt werden.

(Re-)Sozialisierung möglich?

Jungtiere, bei denen noch eine Chance zur Sozialisierung besteht, sollten wenn möglich rein genommen und unter der fachkundigen Anleitung der Katzenhilfe an den Menschen gewöhnt werden. Hat man selbst nicht die Möglichkeit dazu, kann man bei der Katzenhilfe anfragen, ob dort entsprechende Plätze zur Zähmung frei sind. Nur so können diese Tiere in Familienanschluss vermittelt und vor einem Leben als herrenloser Streuner bewahrt werden.

Soweit die mögliche Vorgehensweise, wenn Ihr auf einen Streuner aufmerksam werdet und helfen möchtet. Wenn Ihr ohne konkreten Anlass der Sache an und für sich helfen möchtet, können Ihr gern einen der vielen Katzenschutzvereine im ganzen Land mit einer Spende unterstützen bzw. Eure praktische Hilfe vor Ort anbieten. Es gibt viel zu tun da draußen an der Katzenfront, und helfende Hände gibt es nie genug!

 © Birgit Lötzerich

Mischa - Hilfe für Wildlinge

Das ist Kater Mischa, der an einer unserer Futterstellen lebte. Er war ein Wildling, der sich nicht anfassen ließ, aber dankend die Unterstützung in Form von Futter und einem warmen Unterschlupf annahm. Wir hatten an der Futterstelle seinerzeit ein isoliertes Holzhaus für die dort lebenden Katzen aufgestellt. Alle sozialisierbaren Katzen dieser Futterstelle (es waren fast 20) wurden zur Zähmung aufgenommen und anschließend vermittelt. Unsere Bonita (auf dem Foto ganz oben in der Mitte zu sehen), kommt auch von dieser Futterstelle, und es ist anzunehmen, dass Mischa als "Bezirksbefruchter" ihr Vater war. Bonita ließ sich damals nicht vermitteln, weil sie als einzige ihr Misstrauen gegenüber den Menschen nie ganz abgelegt hat, obwohl sie bereits im Alter von 4 Monaten eingefangen wurde. Sie hat zwar zu meinem Mann und mir Vertrauen aufgebaut, aber kommt irgendjemand ins Haus, ist sie verschwunden. Auch lässt sie sich bis heute nicht hochheben und läuft weg, wenn man auf sie zugeht oder sie mit beiden Händen streicheln/anfassen will. Daher haben wir sie damals bei uns behalten. Sie ist inzwischen 17 und ein altes Mädchen geworden. Ihre Geschichte könnt Ihr per Klick auf ihren Namen nachlesen.

Buchtipp zum Thema:

geliebtestreuner
(Cover anklicken!)

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