das elend der strassenkatzen

Stellvertretend für alle Straßenkatzen Deutschlands und deren leidvolles Leben möchten wir an dieser Stelle einen Artikel des Vereins "Stimme der Tiere e.V." über die Not der Berliner Straßenkatzen veröffentlichen:
Die Warthestraße in Berlin steht hier stellvertretend für unzählige Straßen unserer Hauptstadt. Hier leben etwa 200 bis 300 Katzen mit ihren Besitzern.

Davon "fallen" jährlich zehn bis zwanzig Tiere aus den Wohnungen. Gründe gibt es genug: Zum einen sind es echte Unfälle, die auf fehlende Sicherheitsnetze vor Balkonen und Fenstern zurückzuführen sind. Die Opfer sind meist unerfahrene Jungtiere. Sie verunglücken leicht beim Spielen auf den Balkonen, andere bleiben in gekippten Fenstern stecken.

Vor allem nicht kastrierte Tiere drängt es durch sämtliche Schlupflöcher, um einen Sexualpartner zu finden. Zum anderen gibt es die herbeigeführten "Unfälle" oder die leichtfertige Entsorgung. Die Gründe: Der in der Wohnung geborene Nachwuchs wird lästig oder es ist Urlaubszeit und die Frage "Wohin mit der Katz?" wird durch einen herzlosen Rausschmiss beantwortet. Die Straße ist ein schneller Platz.

Das Elend der Straßenkatzen

Kein Zurück

Ist das Tier einmal draußen, dann ist der Weg zurück in die Wohnung meist versperrt. Sehr scheue und verletzte Tiere verkriechen sich. Der Schock sitzt zu tief und die Angst ist zu groß, um sich auf umfangreiche Nahrungssuche zu begeben. Die Verletzten können - selbst wenn sie ihre Angst überwinden - nicht auf Nahrungssuche gehen, bevor sie nicht genesen sind.

Doch nicht alle Verletzungen heilen: Ist ein Vorder- oder Hinterlauf gebrochen, kommt die Katze im wahrsten Sinne des Wortes niemals wieder auf die Beine. Sie wartet ebenso wie die scheuen, verängstigten Tiere in ihrem Unterschlupf ohne Wasser und ohne Nahrung auf den Tod. Und der kommt spät - meist erst nach drei bis vier Wochen. So lange kommen Katzen ohne Nahrungs- und Flüssigkeitsaufnahme aus.

Mut ist gefragt

Die Mutigen meldet sich, sobald der Hunger allzu sehr nagt: Ein zartes Miauen, fragend blickende Augenpaare, die nur auf bestimmte Passanten gerichtet werden. Mit viel Glück wird sie in einen Tragekorb gepackt und mitgenommen. Die weniger Glücklichen müssen sich mit Resten begnügen, die hier und da aus irgend einem anonymen Fenster fallen.

Ein anderes Mal haben sie das Glück, eine Maus zu fangen oder sie finden eine unverschlossene Mülltonne. Hunger ist von nun an ihr ständiger Begleiter - im Winter kommt die Kälte dazu. Beides zusammen führt mit der Zeit zum Tod auf Raten: Grippevieren zerfressen Zahnbett, Augen und Lunge des vom Hunger geschwächten Tieres. Die Folge: Erblindung mit darauf folgendem Erstickungstod.

Dicht befahrene Straßen und gnadenlose Verfolgung tun ihr Übriges: Sie werden von Rädern überrollt, Schrotflinten werden auf sie gerichtet, Hunde hetzen hinter ihnen her. Manchmal fällt anstatt Futter auch heißes Wasser aus den Fenstern. Auch kann sich der gefundene, warme Unterschlupf schnell als Todesfalle erweisen: Er wird unwissentlich von Menschenhand verschlossen! Viele Katzen enden so in Kellern, Schuppen, Bauwagen und alten Fabrikgebäuden.

Das Angebot ist groß

Viele Menschen empfinden den Verlust eines Tieres nicht besonders tragisch und suchen nur halbherzig und auch nicht lange genug nach den Verlorengegangenen. Die Lösung ist einfach: Bei Gelegenheit wird einfach eine neue Katze angeschafft, denn kleine Kätzchen gibt es reichlich. Sie werden verschenkt und weitergereicht, sie werden in fast sämtlichen Zeitungen angeboten, auch der Tierladen vertreibt sie - zuweilen sogar unter der Hand.

Nachwuchs vergrößert das Elend

Doch was in der Zwischenzeit mit ihrem ehemaligen Liebling geschieht, lässt weniger ignorante Menschen nachts nicht schlafen: Vor ihrem Tod setzen unkastrierte Tiere noch Nachkommen in die Welt, die ebenfalls keine adäquate Bleibe finden. Das Tierheim kann diese nächste Generation nicht mehr aufnehmen, denn der Nachwuchs ist nach sechs bis sieben Lebenswochen menschenscheu, d.h. nicht mehr vermittelbar. Verwilderte, herrenlose Katzen müssen eingefangen, kastriert und geimpft werden.

Nach der Kastration müssen sie wieder an den alten Fundort zurück, unter der Voraussetzung, dass dort gefüttert wird. Doch diese Fundorte sind oft eine Zumutung: Triste Hinterhöfe, verlassene Fabrikgelände oder schlicht die Straße. Alles Orte aus Beton und Asphalt, die keinen Schutz vor Kälte und Nässe bieten. Unter den eben abgestellten Fahrzeugen suchen sie für ein paar Minuten Wärme, das ist alles, was ihnen die Straße bietet.

Viele meinen, die Natur richte schließlich alles ein und hat deshalb den Tieren ein wärmendes Fell mitgegeben. Doch die Natur hatte für die Tiere als Lebensgrundlage keine Betonlandschaft vorgesehen. Da schützt in der kalten Jahreszeit das dichteste Fell nicht mehr.

Verschließ die Augen nicht!

Das Leid existiert in jedem Moment, auch in diesem. Mindestens 3.000 Menschen leben in der Warthestraße. Nur die wenigsten kümmern sich um die Streuner, stellen gefüllte Näpfchen hin, bauen mit Styropor ausgekleidete und mit Stroh belegte Häuschen zum Schutz gegen die kalte Witterung. Und sie bauen speziell konstruierte Fallen zum humanen Einfangen, bringen die Tiere zum Kastrieren und Impfen, und sie bemühen sich um die Vermittlung von zahmen Tieren. Sie leisten Aufklärungsarbeit und bauen Vorurteile ab.

Argumente wie: Katzen kommen ohne menschliche Hilfe aus oder Katzen übertragen Krankheiten, sind die meist geäußerten. Zu erklären, dass beide Einwände nicht zutreffen, ist Sache der Tierschützer. Ihr Einsatz ist selbstlos und beispielhaft. Sie widmen ihre Freizeit und einen guten Teil ihres Geldes dem Wohl der Straßenkatzen. Denn sie wissen: Außer ihnen gibt es keine helfende Hand.

Sie lassen sich von Unwissenden belächeln und von Katzenhassern beschimpfen. Aber sie bleiben trotz aller Repressalien von ihrer Arbeit überzeugt. - und die ist aufwendig. Viele Tiere verschwinden mit der Zeit, vermutlich zu Tode gekommen. Die überlebenden Hilfesuchenden, die dringend ein Zuhause bräuchten, bereiten den Tierschützern große Sorgen.

Die Herzen der Fütterer ziehen sich zusammen, wenn sie von "ihren" Katzen ein Stück mit nach Hause begleitet werden. Die Tiere wollen mitkommen! Zurück in eine warme, schützende Wohnung. Doch die sind besetzt. Besetzt mit....womit wohl? Mit Katzen. Menschen, die Katzenseelen verstehen, wissen, dass sie ihre Wohnung nicht mit Tieren vollstopfen dürfen. Denn wenn der Privatraum der einzelnen Katze zu klein wird, ist die Wohnung keine Alternative für das Draußensein!

Stimme der Tiere, Gemeinschaft von Mensch und Tier e.V., Sonneberger Weg 9 a, 12209 Berlin

Buchtipp zum Thema:

geliebtestreuner
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