LandstraßeWie gehe ich vor, wenn ich eine verunfallte bzw. tote Katze an der Straße sehe? © Birgit Lötzerich

Anlässlich der vielen Sichtungen überfahrener Katzen, die in letzter Zeit bei Facebook gemeldet werden, möchte ich mal eine kleine "Anleitung" abgeben, wie in einem solchen Fall am sinnvollsten vorzugehen ist:

Zunächst einmal rate ich jedem Katzenfreund, dem das Schicksal überfahrener Tiere nahe geht, sich zumindest mal Einweghandschuhe ins Auto zu legen, und am besten auch einen Karton (evtl. einen, den man zusammenfalten kann, damit er keinen Platz weg nimmt) oder noch besser, einen einfachen, von oben zu öffnenden Kennel (Transportkorb) für Notfälle. Wenn man derart ausgerüstet unterwegs ist, kann man bei der Sichtung einer auf bzw. an der Straße liegenden Katze nämlich auch so handeln, wie es sinnvoll ist.

So manches angefahrene Tier lebt noch und könnte, wenn es jemand in die Klinik oder zum nächsten Tierarzt fährt, noch gerettet werden. Da aber kaum jemand anhält, wenn eine Katze an der Straße liegt, sterben diese Tiere ohne menschliche Hilfe - und das evtl. sehr qualvoll.

Die sinnvollste Vorgehensweise ist folgende, sofern man ohne Gefährdung der eigenen Gesundheit handeln kann:

Nachsehen, ob das Tier noch lebt (hier kommen die Einweghandschuhe zum Einsatz). 

Falls ja, sollte man es sehr vorsichtig in ein Behältnis legen und in die nächste Tierklinik oder zum nächsten Tierarzt transportieren. In diesem Fall kommt der Notfall-Kennel zum Einsatz.

Auch wenn das Tier bereits verendet ist, macht es Sinn, es zum nächsten Tierarzt zu bringen (hier kommt der Pappkarton zum Einsatz), damit dieser es auf eine Kennzeichnung prüfen kann. 

Wem dies nicht möglich ist, der sollte das Tier auf jeden Fall von der Fahrbahn nehmen und selbst nach einer Kennzeichnung in den Ohren schauen sowie diese notieren. Manche Tiere tragen auch ein Halsband, in welches der Halter die Telefonnummer innen eingetragen hat. Und Manchmal (aber bei Weitem nicht immer!!) lässt sich ein vorhandener Chip an der linken Halsseite zur Schulter hin ertasten. Lässt sich kein Chip ertasten, bedeutet dies jedoch nicht, dass das Tier nicht gechipt ist!

Sofern möglich, sollte man auch nachsehen, ob es sich um einen Kater oder eine Katze handelt. Dazu hebt man den Schwanz und schaut, ob man unterhalb des Afters pralle Hodensäcke sieht - in dem Fall handelt es sich um einen unkastrierten Kater. Beim kastrierten Kater sind an dieser Stelle die leeren Hodensäcke zu sehen, so dass sich ein gewisser Abstand vom After zum Geschlechtsteil ergibt. Bei einem weiblichen Tier fehlt dieser Abstand zwischen After und Geschlechtsteil. Ist man sich unsicher, kann man den Bereich ggf. fotografieren, um eine spätere Abklärung zu ermöglichen.

Wer über ein Smartphone verfügt, sollte unbedingt Handyfotos von der Fellzeichnung machen, das ist bei der Suche nach dem Halter enorm hilfreich, und den genauen Fundort notieren bzw. umliegende Orientierungspunkte sowie die Fahrbahnseite zur detaillierten Beschreibung festhalten, wenn das Tier vor Ort bleibt.

Mit den gesammelten Fakten kann man sich dann auf die Suche nach dem Halter machen, bzw. für den Fall, dass man einen Chip fühlen aber das Tier nicht zum TA bringen konnte, einen naheliegenden Tierschutzverein anrufen und fragen, ob jemand mit einem Lesegerät zum Fundort fahren kann. Aber vielleicht ist es einem ja auch möglich, später noch einmal hinzufahren und das Tier dann zum nächsten Tierarzt zu bringen, denn die Tierschutzvereine müssen sich natürlich in erster Linie um die lebenden Notfälle kümmern und schaffen es zeitlich meist nicht, allen Totfundmeldungen nachzugehen, da sie die Tierschutzarbeit in der Freizeit erledigen.

Ist eine Kennzeichnung vorhanden, kann man bei TASSO den Halter erfragen. Ist die Kennzeichnung nicht registriert kann man mit etwas Erfahrung recherchieren und ggf. den Tierarzt ausfindig machen, der die Tätowierung oder den Chip gesetzt hat. In diesem Fall wendet man sich am besten an in der Recherche erfahrene Tierschützer.

Zudem sollte eine Fundmeldung an die umliegenden Tierschutzvereine ergehen, die diese im Netz verbreiten können. Auch gibt es eine Reihe von Facebook-Gruppen, die sich speziell diesem Thema widmen, auch dorthin sollten die Infos gegeben werden. Anzeigen in der Rubrik "zugelaufen" der lokalen Presse sind in der Regel kostenfrei! 

Denkt immer daran, es könnte Euer Tier sein! Und wärt Ihr nicht dankbar ohne Ende, wenn es jemand von der Straße holt, evtl. noch sein Leben rettet, oder zumindest dafür sorgt, dass Ihr es nach Hause holen und beerdigen könnt? Wärt Ihr nicht froh, wenn Euch jemand von der quälenden Ungewissheit befreit, was aus der geliebten Samtpfote geworden ist? Ich denke schon!

HaloFür all  diejenigen, denen die Sache ganz besonders am Herzen liegt und die sich  evtl. darüberhinaus ohnehin im Tierschutz engagieren und gut gerüstet sein möchten, ist vielleicht die  Anschaffung eines Transponder-Lesegeräts interessant, welches man bereits für nur 63  Euro erstehen kann (Bezugsquelle: auf die Grafik klicken).

 

Text als PDF downloaden:
http://www.katzeninfo.com/Unfallkatze-Totfund.pdf

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