Im aktiven Katzenschutz ist eines der größten Probleme die Tatsache, dass noch viel zu wenig Katzenhalter ihre Katzen kennzeichnen lassen! Anders als der Hund wird die Katze für gewöhnlich nicht an der Leine ausgeführt, sondern geht als Freigänger ihrer eigenen Wege.

Hierbei kann sie sich nicht nur verlaufen, sondern sie kann auch von besorgten Tierfreunden als vermeintlicher Streuner eingesammelt und mitgenommen oder ins Tierheim gebracht werden. Nicht selten kommen Katzen auf diesem Weg zum Tierschutz, obwohl sie eigentlich nur auf ihrem täglichen Spaziergang durchs Revier waren. Denn nicht alle Anwohner kennen jede in der Gegend ansässige Katze.

Und auch reine Wohnungstiere können entlaufen! Kurz mal nicht aufgepasst beim Reintragen der Einkäufe, oder der Besuch oder ein Handwerker lässt die Tür offen, während er mal kurz etwas aus dem Auto holt. Und leider fallen oder springen auch nicht wenige Katzen aus dem ungesicherten Fenster oder vom Balkon und verschwinden auf nimmer Wiedersehen.

Kennzeichnung der Katze: Chip oder Tätowierung?

Chip oder Tätowierung?

Die Kennzeichnung als “sichtbarer Besitzanspruch“

Stromert eine Katze also mal durch einen Garten, den sie zuvor noch nicht betreten hat, wähnen die Gartenbesitzer sie häufig als zugelaufen und kontaktieren den Tierschutz. Dieser kennt natürlich erst recht nicht das Revier der betreffenden Katze und kann sie folglich nur einem Besitzer zuordnen, wenn sie geschippt oder tätowiert ist.

Man schaut also zunächst in den Ohren nach einer Tätowierung und zückt das Chip-Lesegerät, um zu überprüfen, ob die Katze gekennzeichnet ist, womit der Halter seinen Besitzanspruch geltend gemacht hat. Wiei auf dem Foto oben ist zumeist auch aus ein wenig Entfernung eine farbige Kennzeichnung in den Ohren auszumachen, welche man dann aus der Nähe betrachtet auslesen und notieren kann.

Wird man also fündig, kontaktiert man die entsprechenden Haustierregister, allen voran TASSO oder Findefix. Hat der Halter die Kennzeichnung seines Tieres in Verbindung mit seinen Kontaktdaten dort registrieren lassen, kann man ihn umgehend benachrichtigen, dass sein Tier abgegeben wurde.

Keine eindeutige Identifikation ohne Kennzeichnung

Ist die Katze nicht gekennzeichnet, hat man ein Problem: Nicht wissend, ob die Samtpfote nur auf einem Spaziergang war oder tatsächlich unversorgt und ggf. herrenlos auf der Straße saß, weil sie sich verirrt hat und irgendwo entlaufen ist oder vielleicht auch ausgesetzt wurde, kann man das Tier nicht einfach wieder an die Fundstelle setzen, sondern muss es in Obhut nehmen.

Gelingt es dem Tierschutz dann nicht, den Halter der Katze ausfindig zu machen (z.B. durch eine Anzeige im Internet oder in der örtlichen Presse), wird diese schließlich in die Vermittlung genommen und ein neues Heim für sie gesucht. Währenddessen sitzt womöglich ein Halter irgendwo und wartet sehnsüchtig auf die Rückkehr seiner Katze, weiß aber nicht, wo er sie suchen muss.

Diese Dramatik sowie auch der damit verbundene Kostenaufwand für den Tierschutzverein bzw. das Tierheim könnte so einfach vermieden werden, wenn jeder Katzenhalter sein Tier kennzeichnen lassen würde!

Welche Formen der Kennzeichnung gibt es?

Dem Katzenhalter bieten sich 2 verschiedene Formen der Kennzeichnung:

  • Kennzeichnung durch Chip = Injektion eines Transponders unter die Haut
  • Kennzeichnung durch Tätowierung = Farbige Ziffer/Zahlenkombi in den Ohren

Um es gleich vorweg zu nehmen: Ich empfehle beide Kennzeichnungen, da jede für sich deutliche Vor- und Nachteile hat. Gemeinsam ergänzen sie sich ideal und bieten damit größtmögliche Sicherheit zur Identifikation der Katze.

Vor und Nachteile der Tätowierung

Zunächst einmal ist ein entscheidender Punkt, dass zur Setzung einer Tätowierung eine Narkose nötig ist. Da eine Narkose einzig für eine Kennzeichnung natürlich unverhältnismäßig ist, lässt man die Tätowierung im Zuge der Kastration durchführen, da die Katze hier ohnehin in Narkose geht. Ist die Katze bereits kastriert, steht vielleicht irgendwann mal eine Zahnsteinentfernung oder eine andere Behandlung an, die nur in Narkose durchgeführt werden kann. Hier bietet sich die Gelegenheit, die Tätowierung nachzuholen.

Warum überhaupt noch tätowieren, wenn die Chipsetzung doch so einfach ist? Zumal viele Tierärzte diese Kennzeichnungsform gar nicht mehr anbieten, weil sie sich die Schmiererei auf dem Behandlungstisch ersparen möchten. Ein Chip ist schnell gesetzt und macht keinen Dreck, damit ist also schneller und leichter mehr Geld verdient.

Hinzu kommt, dass die Tätowierungen je nach verwendeter Tätowierungsfarbe und wenn die Farbe nicht gründlich genug eingerieben wurde, mit der Zeit verblassen können. Verwendet das Tierarztpersonal jedoch eine qualitativ hochwertige Farbe und nimmt sich die Zeit, die Farbe auch gründlich einzumassieren, dann bleibt die Tätowierung ein Katzenleben lang gut lesbar, wie ich aus eigener Erfahrung weiß.

Zurück zur Frage, warum überhaupt noch tätowieren? Die Antwort ist ganz einfach: Ein Chip ist für niemanden sichtbar und auszulesen, der kein Transponderlesegerät besitzt. Läuft eine Katze also irgendwem zu, so kann der Finder sie nur auf einen Chip prüfen lassen, wenn er das Tier zu einem Tierarzt oder in ein Tierheim bzw. zu einem Tierschutzverein bringt – eben irgendwohin, wo ein Lesegerät vorhanden ist.

Aber wer macht sich schon die Mühe, mit einem ihm auffällig gewordenen Tier zum Tierarzt zu fahren, um es auslesen zu lassen? Zumindest nicht bei den ersten Sichtungen und solange das Tier noch gepflegt aussieht. Dann denkt man sich: Wird schon ein Zuhause haben.

Häufig laufen Katzen an Futterstellen zu, wo ältere herzensgute Damen die Miezen täglich mit Katzenfutter versorgen. Zumeist wissen diese lieben Katzenfreundinnen nicht einmal, dass Katzen gekennzeichnet sein können und gehen daher auch mit keinem zugelaufenen Tier zum Tierarzt, solange es nicht offenkundig medizinische Hilfe benötigt.

Einen Chip sehen sie nicht und wähnen die Katze, die sich bei ihnen durchfuttert als herrenlosen Streuner. Hat das Tier aber eine Nummer im Ohr, fällt dieses früher oder später zumeist auf, und spätestens dann muss sich die Dame fragen, was es mit der Nummer auf sich hat, da sie ja nur von Menschenhand gesetzt sein kann. Und dann erkundigen sie sich.

Hat eine Katze jedoch eine für jedermann sichtbare Tätowierung im Ohr, kann jeder Finder diese ohne Aufwand auslesen und bei Tasso oder Findefix erfragen, ob das Tier vermisst gemeldet wurde. Ein kurzer Anruf genügt, und man weiß, ob der Neuzugang im Garten ein entlaufenes Tier ist oder in die Nachbarschaft gehört und vielleicht gerade sein Revier erweitert hat oder neu zugezogen ist.

Ein weiterer wichtiger Aspekt ist, dass leider nicht wenige Katzen Opfer von Autounfällen werden. Liegt eine Katze tot am Straßenrand, macht sich kaum einer die Mühe, das Tier einzusammeln und zu einem Tierarzt zu fahren, um es auslesen zu lassen. Eine Tätowierung ist aber wiederum für jeden Tierfreund, der daran interessiert ist, den Halter zu informieren, sofort an der Unfallstelle auslesbar.

Ein weiterer Vorteil der Tätowierung kann ggf. ihr recherchierbares Schema sein. Leider denken immer noch sehr viele Tierhalter, wenn die Kennzeichnung gesetzt wurde, sei alles erledigt, damit ihr Tier identifiziert werden kann. Sie wissen nicht, dass die Kennzeichnung auch bei einem der Haustierregister registriert werden muss. Oder sie vergessen es schlichtweg.

Wird ein Tier mit einer nicht registrierten Tätowierung aufgefunden, hat der Finder bzw. das Tierheim noch die Möglichkeit zu erfragen, welcher Tierarzt bzw. welcher Tierschutzverein mit dem zu erkennenden Schema tätowiert. Tasso führt eine entsprechende Datenbank, so dass man mit etwas Glück den Kontakt zum Tierarzt oder zum Tierschutz herstellen und dort erfragen kann, wer der Halter des Tieres ist. Denn sowohl die Praxen als auch die Vereine sollten ein Verzeichnis führen, in welchem sie die Tätowierungsnummern und die dazugehörigen Tierdaten verzeichnen.

Transponder für Katzen

Vor- und Nachteile eines Transponders

Wie bereits angedeutet, benötigt man für die Setzung eines Transponders keine Narkose. Der Chip kann jederzeit und ohne Termin in jeder Tierarztpraxis gesetzt werden. Er wird mittels einer Kanüle unter die Haut injiziert, als würde man ein x-beliebiges Medikament spritzen.

Er wird standardmäßig an der linken Halsseite gesetzt, damit jeder weiß, wo er zu suchen ist. Dort verwächst er sich dann im Bindegewebe. Allerdings kann er mitunter auch mal etwas wandern, bevor er sich festsetzt, so dass man das Tier schon großzügig mit dem Lesegerät absuchen muss, wenn man nicht gleich fündig wird.

Hin und wieder ergeben sich auch mal Ausnahmefälle, in denen der Transponder aus medizinischen Gründen operativ wieder entfernt werden muss, weil er so ungünstig gesetzt wurde bzw. gewandert ist, dass er beispielsweise am Schulterblatt reibt. Aber dies kommt zum Glück nur sehr selten vor.

Der nächste Vorteil des Transponders ist, dass seine Daten für gewöhnlich exakt auslesbar sind. Ausnahmen bestehen dann, wenn ein Transponder defekt ist oder bei einem Unfall so stark beschädigt wird, dass er nicht mehr ausgelesen werden kann.

Wird die Transpondernummer allerdings nicht bei einem der Haustierregister registriert, dann nutzt der Chip rein gar nichts, denn nur selten lässt sich anhand der Chipnummer recherchieren, welcher Tierarzt bzw. welcher Verein ihn gesetzt hat.

Das liegt daran, dass nicht alle Hersteller eine Datenbank führen, wem welche Charge verkauft wurde, und es oft mehrere Zwischenhändler gibt. Zudem ist seit der neuen Datenschutzverordnung auch die Herausgabe der Daten verboten, was eine Recherche heutzutage nahezu unmöglich macht.

Der große Nachteil des Chips ist, wie bereits oben angedeutet, dass er von außen nicht sichtbar ist. Manchmal kann man ihn ertasten, je nachdem, wo er mit dem Bindegewebe verwachsen ist und wie dick die Fettschicht des Tieres ist. Je dünner und zarter die Tiere, umso größer ist die Chance, den Transponder ertasten zu können. Aber das gelingt bei weitem nicht immer! Und wie gesagt - nicht jeder, dem ein Neuzugang im Revier auffällt oder der eine überfahrene Katze an der Straße sichtet, geht mit dem Tier zum Tierarzt, um es auf eine Kennzeichnung prüfen zu lassen.

Doppelt hält bekanntlich besser

Im Resümee der Vor- und Nachteile beider Kennzeichnungen lässt sich schnell erkennen, dass die Identifikation einer Katze am besten gesichert ist, wenn man beide Kennzeichnungsformen anwendet und so die Vorteile beider vereint.

Manche Katzenhalter entschließen sich auch dazu, das Wort CHIP als Tätowierung zu verwenden, statt einer eindeutigen Nummer, um sichtbar darauf hinzuweisen, dass das Tier gechipt ist. (Wer nicht weiß, dass damit ein Transponder gemeint ist, könnte natürlich denken, der Name des Tieres sei Chip.)

In vielen Städten besteht Kennzeichnungspflicht

Wir Tierschützer kämpfen seit vielen Jahren für eine bundesweite Katzenschutzverordnung, in welcher es zur Pflicht gemacht wird, dass Katzen, die Freilauf erhalten, kastriert, gekennzeichnet und registriert sein müssen.

Bis zu einer bundesweiten Umsetzung wird es wohl noch etwas dauern, aber Anzahl der Städte und Gemeinden, die bereits eine Kastrations- und Kennzeichnungspflicht eingeführt haben, steigt zu unser aller Freude stetig.

Nicht nur für die Tiere ist es von Bedeutung, ihrem Halter zugeordnet werden zu können, sondern auch für die Städte und Gemeinden sowie für den Tierschutz spielt es eine Rolle, denn der Unterhalt und die medizinische Versorgung der zu verwahrenden Fundtiere stellen einen erheblichen Kostenfaktor dar! Könnten mehr Tiere unmittelbar an ihre Halter zurückvermittelt werden, könnte viel Geld eingespart werden, dass den tatsächlich herrenlosen Tieren zugute käme!

Was kostet der Chip oder die Tätowierung?

Falls Deine Katze noch nicht gekennzeichnet ist - was spricht Deiner Ansicht nach dagegen? Der Gang zum Tierarzt und die paar wenigen Euro, die das Setzen der Kennzeichnung kostet?

Der aktuellen Gebührenordnung (Stand Ende 2019) nach kostet sowohl die Tätowierung als auch das Implantieren eines Chips 6,41 Euro im einfachen Satz und  12,82 Euro im zweifachen Satz. Es hängt vom Tierarzt ab, welchen Satz er berechnet. Hinzu kommen die Kosten für den Transponder, welche je nach Hersteller und Marge des Tierarztes berechnet werden, sich aber zumeist um die 20 Euro bewegen.

Angesichts der großen Gefahr, dass eine Katze im Freilauf abhandenkommt, denke ich, dass die rund 30 bis 40 Euro für eine sichere Kennzeichnung gut investiert sind. Nur so kann die Katze ihrem Halter zugeordnet werden, wenn sie aufgegriffen wird!

Warte also nicht, bis in Deiner Stadt die Kennzeichnungspflicht beschlossen wird, denn es könnte schon morgen zu spät sein. So häufig bekomme ich Anrufe von verzweifelten Katzenhaltern, die auf der Suche nach Ihrer Katze oder ihrem Kater sind und betreten eingestehen, dass sie es leider bisher versäumt haben, für eine Kennzeichnung zu sorgen.

Handele rechtzeitig!

Aus Erfahrung wird man klug, sagt ein Sprichwort. Und es ist tatsächlich so, dass die meisten Halter ihr Versäumnis im Vermisstenfall zutiefst bereuen und versichern, die Kennzeichnung sofort nachholen zu lassen, falls das Tier gefunden wird. Daher mein Rat an Dich: Handele, solange es möglich ist!

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