sebastian pociecha 618090 unsplash 001Das Bundesjagdgesetz gestattet es Jägern, eine Katze zum Schutz des Wildes abzuschießen, die sich mehr als 200 bis 500 Meter (genaue Bestimmung unterliegt den Bundesländern) vom nächsten bewohnten Haus entfernt hat. Denn damit gilt sie automatisch als "wildernd":

BJagdG §23 "Der Jagdschutz umfaßt nach näherer Bestimmung durch die Länder den Schutz des Wildes insbesondere vor Wilderern, Futternot, Wildseuchen, vor wildernden Hunden und Katzen sowie die Sorge für die Einhaltung der zum Schutz des Wildes und der Jagd erlassenen Vorschriften."

Die nähere Bestimmung unterliegt also den Ländern. Neben dem Saarland und Thüringen dürfen seit der Novellierung des NRW-LJagdG (§19) in 2015 Katzen auch in Nordrhein-Westfalen nicht mehr geschossen werden. Doch letztlich machte NRW-Umweltminister Johannes Remmel selbst auf eine gesetzliche Hintertür aufmerksam: In Ausnahmefällen sei es weiterhin möglich, Katzen zu schießen. Verantwortlich seien die Kreise und kreisfreien Städte: "Zur dauerhaften Sicherung der biologischen Vielfalt" – etwa für den Fall, dass streunende Katzen brütende Vögel gefährdeten – könnten die Kommunen die Katzenjagd doch noch erlauben." Ähnliches gilt laut Remmel "für die Abwehr einer akuten Tollwutgefahr". In diesem Fall gelte nicht das Abschussverbot im Landesjagdgesetz, sondern das Naturschutzrecht des Bundes. Also letztlich alles eine Auslegungssache?

Eine Meldepflicht gibt es nicht, und da der Abschuss von Haustieren in der Bevölkerung auf Ablehnung stößt, werden die Vierbeiner nach dem Abschuss meist vergraben, am Straßenrand "entsorgt" oder sogar zusätzlich überfahren, um einen Unfalltod vorzutäuschen. Die Dunkelziffer wird als beträchtlich angesehen und man schätzt, dass bis zu 350.000 Katzen jährlich ihr Leben durch Jäger verlieren.

Dass eine Katze sich ein paar Hundert Meter vom letzten bewohnen Haus entfernt, ist nicht gerade selten und ihrem Revierverhalten geschuldet. Aber ob eine abgeschossene Katze dann auch tatsächlich "gewildert" hat, steht auf einem ganz anderen Blatt. Die Unschuld des Tieres jedoch zu beweisen, dürfte den betroffenen Besitzern in den meisten Fällen so gut wie unmöglich sein.

Mittlerweile wurde eine ganze Reihe von Untersuchungen an tausenden von erschossenen Katzen durchgeführt, um mit dem unsinnigen Vorurteil der "wildernden Katze" aufzuräumen. Die Zahlen sind beeindruckend genug:

Gut die Hälfte der als "wildernd" getöteten Katzen hatten überhaupt keine Beute gemacht, sondern sich daheim mit Katzenfutter gesättigt. Der Mageninhalt der anderen Hälfte bestand zu über 90% aus Mäusen (meistens Wühlmäusen), ca 7% Rötel-, Zwerg- und Waldmäusen, knappe 3% waren zusammengenommen Reptilien, Insekten und ein geringer Bruchteil Vögel.

Dennoch geht das Katzenmorden durch Jäger in den meisten Bundesländern ungehindert weiter...

Buchtipp zum Thema:

(Bild anklicken)

Follow us

Besuch uns auf Facebook      Besuch uns bei Twitter

Rubriken & Themen

Impressionen

8AD21D48-BDC2-422E-BB84-A3D18D3A7671
IMG-20150616-WA0011
IMG-20150616-WA0017
IMG-20160616-WA0029
IMG-20160616-WA0030-001
IMG-20160616-WA0031-001
IMG-20160616-WA0032-001
IMG_0132
IMG_0143
IMG_0587
IMG_0596
IMG_0597
IMG_0672
IMG_0714
IMG_0724
IMG_0743-001
IMG_0745
IMG_0747
IMG_0748
IMG_1122
IMG_1166
IMG_1192
IMG_1246
IMG_1392
IMG_1398
IMG_1472
IMG_1711 ROSSINI-001
IMG_20170809_131339_747-001
IMG_20171008_122650_122-001
IMG_2124
IMG_2550-001
IMG_2551-001
IMG_3288
IMG_3299
IMG_3456
IMG_3469-001
IMG_3471
IMG_3807
Lene 03
Semira

Suchanleitung

Suchanleitung

Über 5 Mio. Besucher

Heute 11

Gestern 923

Woche 2750

Insgesamt 5260104

Empfehlungen

Anifit

Zooplus

petnatur

zooBio

Lucky Pet

fressnapf

zooroyal

amazon

Tierschutzshop1

vetconcept

Zoologo

tackenberg

petspremium

alsa

petsdeli

medpets

betreut

narayana

FitLine

Inhaltssuche

Benutzer online

Aktuell sind 72 Gäste und keine Mitglieder online

Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.
Weitere Informationen Ok